Die neue Volks-Bank

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Das neue Bankenviertel an der Mühlfelder Straße. Obwohl der große Gehweg durchgehend versiegelt ist, wird's am neuen Bankerl nachmittags angenehm schattig. Fehlt nur noch ein Kiosk in der Nähe. Nach alter Biergartentradition darf man sich seine Brotzeit aber mitbringen. Foto: Gerd Kloos

Herrsching hat eine neue Volks-Bank: Wie bei Banken üblich viel gediegenes Holz, kunstvolle Verzierungen und ein Bäumchen als Greenwashing im Zentrum. Platz haben sechs Bank-Genossen. Damit sie nicht allzuviel miteinander reden müssen, zeigt jede der sechs Teilbanken in eine andere Richtung. Die Bank hat nach Informationen aus dem Rathaus die Gemeinde aufgestellt. Eine offizielle Einweihung scheint nicht geplant zu sein – der Bürgermeister weilt in Urlaub, und der Landrat kann sich eine Dienstreise nach Herrsching nicht mehr leisten. Behaupten gehässige Lästermäuler.

Zu verdanken haben die Bürger den Altersruhesitz dem Seniorenbeirat, der nicht nur einen Rastplatz vorschlug, sondern auch die Vergrößerung des Gehwegs zu einer kleinen Piazza anregte. Wie herrsching.online ausführlich, manchmal auch mit einem ironischen Zungenschlag berichtete, stand seit der Freinacht zum 1. Mai eine „Partisanenbank“ vor dem Geschäft „Fünfseenland Hörgeräte“. Pfiffige Bürger hatten sie eigenhändig zusammengeschraubt, an den grünen Stängel gekettet und eine Stehlampe daneben gestellt. Die Idee für das „Rentner-Bankerl“ sei, so war im Ort zu hören, von einer kreativen Stammtischrunde in der „Post“ entwickelt worden.

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat die Parkbank im Zuge der neuen Gehweggestaltung spendiert. Das Fußgängerweg ist nun längst auf Boulevardgröße angewachsen, doch die versprochene Bank kam und kam nicht. Spötter hatten schon vermutet, die Gemeinde suche einen Spender für die Raststätte.

Damit Fußgänger einen kürzeren Weg über die Straße haben, wurde der Gehweg letztes Jahr deutlich verbreitert. Das neue Passanten-Refugium hat übrigens 31 000 Euro gekostet, in das Pflaster hat sich ein Bäumchen verirrt, das vom Bauhof regelmäßig bewässert wird.

Die Bank, so der Bürgermeister, lade Seniorinnen und Behinderte zum Ausruhen ein. Spannend am Ausblick dürfte sein, wie sich Lastwagen durch die Engstelle schieben. Wenn’s einen Außenspiegelklatscher gibt, gibt’s auch einen Augenzeugen auf der Bank.

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