Wie soll unser Bahnhof aussehen – nostalgisch, nüchtern oder neumodisch?

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Bild: Chat GPT

Kleine Erinnerung an eine große Chance auf den Millionenpoker: „Mein Wunsch ist, dass sich jemand findet, der den Bahnhof auf Erbpacht entwickelt, damit hier mitten im Ort keine gefährliche Bauruine entsteht“, sagte der Bürgermeister in der letzten Gemeinderatssitzung. Gesucht wird also ein Investor, der Herrsching mehr liebt als seine Millionen. Der Bürgermeister hat es so formuliert: „Geld, sehr viel Geld“ müsse er oder sie mitbringen, um den unter Denkmalschutz stehenden, äußerst sanierungsbedürftigen Bahnhof von 1903 zur guten Stube Herrschings zu machen. Als Vertragspartner kann sich die Gemeinde auch einen Verein, eine Genossenschaft oder eine gemeinnützige GmbH vorstellen. Wenn also 1000 Vereinsmitglieder je 1000 Euro einlegen, kommt immerhin eine Million zusammen.

Das würde selbst bei viel Edelmut von Handwerkern kaum ausreichen, um das Gebäude statisch und brandschutz- und eletrotechnisch zu sanieren. Und die gehandelten Baukosten für eine vollständige Renovierung liegen inzwischen bei zwei bis sieben Millionen Euro.

Einstimmig hat der Gemeinderat also beschlossen, das Herrschinger Bahnhofsgebäude unverzüglich auf Erbpacht anzubieten. Das Angebot gilt bis 31. Dezember 2027. Erst nach Ablauf dieser Frist von eineinhalb Jahren soll der sanierungsbedürftige Bahnhof – falls sich kein geeigneter Vertragspartner findet – auf „dem freien Immobilienmarkt zum Verkauf“ angeboten werden.

Dass der Denkmalschutz, eine Behörde, die in ihrer Unbeugsamkeit nur noch von der Glaubenskongregation im Vatikan übertroffen wird, ein möglicherweise unüberwindbares Hindernis für eine Renovierung des Bahnhofs darstellt, hat im Gemeinderat noch niemand thematisiert.

3 Comments

  1. Der Bahnhof wurde 2010 von der Gemeinde erworben. Kann mir irgendjemand erklären, warum in den letzten 16 Jahren nichts passiert ist? Ausser einer neuen Notdurftverrichtungseinheit, meine ich.

  2. Millionen für ein Gymnasium, hunderttausende für Verkehrskonzepte die nur den KFZ Verkehr priorisieren, aber kein Geld für eine lebenswerte Ortsgestaltung. Schade wie in unserer Gemeinde mit unserem Geld gewirtschaftet wird. Zumindest haben wir jetzt einen wundervoll gestalteten Kreisverkehr, wenn schon das gesamte Bahnhofsareal nach konzeptlosem Durcheinander aussieht.

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