Herrschings Hoffnung auf besseren Handyempfang

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Noch sendet er nicht, aber er verspricht ein neues Kommunikationszeitalter in der Seegemeinde.

Das Handynetz, schrieb ein Herrschinger Bürger an herrsching.online, sei wie ein Honigtopf, der die Insekten anlockt, und sie dann festklebt. „Das Handy loggt sich zwar erfolgreich ins Netz ein, zwei Balken Feldstärke im G5-Netz der Telekom, aber dann fließen keinerlei Daten“, klagte er. Jetzt gibt es Entwarnung für alle Handynutzer: Auf einem Haus am Ende der Seestraße gegenüber des Kiez‘ ist vor wenigen Tagen ein Mobilfunkmast errichtet worden, der allerdings noch nicht angeschlossen ist. Am nächsten Montag ist die Mobilfunkversorgung auch Thema im Gemeinderat.

Ein Balken, zwei Balken, kein Balken: Das Telefonieren im Ortskern Herrschings war ein Geduldsspiel. Foto: KI-Montage.

Wie herrsching.online berichtete, führte die Gemeinde den miserablen Handyempfang in Herrsching auf einen abmontierten Sendemast der Telekom auf dem ehemaligen Kaffee Carla zurück. Diese Information aus dem Rathaus ist freilich nur zur Hälfte richtig: Die ganze Wahrheit deckte herrsching.online-Leser Karl Karlsson auf: „Die Demontage der Mobilfunk-Antenne auf Carlas Kaffeehaus erfolgte im September 2017, abgerissen wurde das Haus jedoch erst 2025.“ Der Grund für die Demontage: Der Hausbesitzer schien sich nicht über die Konditionen mit der Telekom einig geworden zu sein.

Warum allerdings erst in diesem Sommer die Beschwerden über die „nicht gute Funknetzversorgung in Herrsching“ (Bürgermeister Schiller) hochkochten, liegt wohl an der Information der Telekom, die den miserablen Kundenservice einräumte und dann auch gleich noch mitteilte, dass sich der Ausbau des Glasfasernetzes verzögere. Tatsächlich war der Handyempfang im Bereich Seestraße, Mühlfelder Straße und Summerstraße eher ein Zufallsprodukt. Telefonierte man mit einem Anlieger in einer dieser Straßen, kam nach wenigen Sekunden der Hinweis, dass man doch besser aufs Festnetz ausweiche.

Warum die Gemeinde nicht auf Dächern gemeindlicher Liegenschaften Ersatz geschaffen hat, liegt wohl an einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats, dass von kommunalen Dächern keine Strahlengefahr ausgehen solle. Wann der Gemeinderat diesen Beschluss gefasst hatte, lässt sich auf der Website des Rathauses leider nicht ermitteln.

Der Hausbesitzer von Carlas Kaffee erzählte im Gespräch mit herrsching.online, dass es bei der Installation des Funkmastes auf dem Haus in der Seestraße Mobing, Boykottaufrufe, ja sogar Demonstrationen vor dem Kaffeehaus gegeben habe. „Maler, die Verstrahler“, sollen die Demonstranten gerufen haben. „Und alle hatten selber Handys in der Tasche“, kommentierte der Hausbesitzer sarkastisch. Nach der Installation des Funkmasts auf Carlas Kaffeehaus seien, so Maler, im Ort Messungen durchgeführt worden, um die Strahlenbelastung zu erfassen. Ergebnis: Keine ungewöhnlichen Werte.

3 Comments

  1. Ich finde das Thema ist im Artikel leider sehr reißerisch dargestellt. Insgesamt sind im Gemeindegebiet Masten von vier Providern verteilt und nur weil an einem Standort für einen wohl eher kleinen Teil der Nutzer (Telekom) der Empfang nicht gut ist, wird von einem „miserablen Handyempfang in Herrsching“ gesprochen. Wortwahl und Faktenlage gehen weit auseinander, ich würde mir eine neutralere Darstellung wünschen.

  2. Für was hat der Gemeinderat eigentlich ein Standortkonzept für Mobilfunkmasten beschlossen, wenn es dann doch wieder von der Gemeinde ignoriert wird?

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