Zwei tödliche Badeunfälle an einem Wochenende

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Die Wasserwacht Herrsching auf einer Patrollienfahrt.

Neueste Meldung Polizeipräsidium Oberbayern Nord: Am Sonntag, 28. Juni, ist in den späten Abendstunden ein 84-jähriger Mann im Starnberger See ertrunken. Nachdem der Mann nicht zu gewohnter Zeit zurückgekommen war, alarmierte die besorgte Familie die Polizei. Die Rettungskräfte suchten daraufhin den Platz ab, an dem der Rentner üblicherweise badet. Sie fanden den Mann leblos, sofortige Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck geht von einem Badeunfall aus.

Am Samstag ertrank ein 23-jähriger Mann im Starnberger See. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte, ist der Georgier von einem Boot aus ins Wassesr gesprungen. Kurze Zeit später verschwand er plötzlich von der Wasseroberfläche. Der 26-jährige Begleiter machte auf den Seenotfall aufmerksam, mehrere Helfer suchten vergeblich nach dem Mann. Taucher, die später an der Unfallstelle nach dem Verunglückten suchten, fanden den Mann dann in acht Meter Tiefe tot. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen und geht nach bisherigen Erkenntnissen von einem Badeunfall aus. Hinweise auf eine Beteiligung Dritter hätten sich nicht ergeben, teilte die Polizei mit.

Unfälle mit Booten – oft sind es Tretboote – geschehen immer wieder an unseren Seen. Im Mai 2022 gab es in Herrsching große Aufregung mit einem riesigen Polizeieinsatz und umfangreichen Ermittlungen durch die Kripo in Fürstenfeldbruck. In der Herrschinger Bucht war ein 59-jähriger Rumäne ertrunken. Weil der Begleiter des Verunglückten ebenfalls nicht ansprechbar im Boot lag, schloss die Polizei damals ein Verbrechen nicht aus. Dann kam aber schnell Entwarnung:

Das Tretboot Karlo war doch kein Tatort, sondern nur ein Unglücksort. Die Obduktion des 59-jährigen Rumänen, der bei einer aufwendigen Suchaktion neun Meter unter der Wasseroberfläche gefunden worden war, ergab eindeutig Tod durch Ertrinken. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord erklärte, dass man von einem Unglücksfall ausgehe, bei dem Alkohol eine Rolle gespielt habe.

Dass Alkohol eine zentrale Rolle dabei spielte, dass der Rumäne vom Tretboot in den 12 Grad kalten See gefallen war, ergab der Alkohol-Test seines 27-jährigen Kumpels, den die Wasserwacht besinnungslos im Tretboot gefunden hatte. Er hatte drei Promille Alkohol im Blut.

Die Leiche wurde in der Herrschinger Bucht in etwa neun Meter Tiefe geortet. Die Wasserschutzpolizei Dießen hatte den privaten Tauchdienst Müller aus München angeheuert, um mit einem Sonargerät die Bucht zu scannen. Auch speziell ausgebildete Hunde waren im Einsatz, bei dem das neue Boot WSP 7 der Wasserschutzpolizei seine erste Dienstfahrt absolvierte. Geborgen wurde der 59-jährige Moldawier/Rumäne mit einem Tauchroboter, der mit einem Greifarm die Leiche umklammerte und sie dann an die Wasserorberfläche zog.

Das Wasser war im Mai 12 bis 13 Grad warm (da es Strömungen in der Bucht gibt, differiert die Wassertemperatur oft um bis zu vier Grad). Bis zur Erschöpfung und Bewusstlosigkeit hält es ein Verunglückter im zehn Grad kalten Wasser etwa eine Stunde aus. Da das Unglück etwa 200 Meter vom Ufer entfernt passierte, bräuchte ein nicht Geübter eine halbe Stunde, um an Land zu kommen. Dazu müsste man aber zuerst einmal schwimmen können. Ein betrunkener Schwimmer kühlt zudem schneller aus und hat deshalb nicht soviel Zeit zum Überleben.

Die normale Reaktion eines über Bord gegangenen Bootsfahrers ist aber wildes Geplansche und Schreien nach Hilfe. Diese Hilferufe wären an einem Sonntag mit vielen Ufergästen und Tretbootfahrern aber registriert worden. Da der Verunglückte mutmaßlich wie ein Stein unterging, war er schon beim Sturz schwer angeschlagen oder medizinisch in einem Ausnahmezustand. Akoholgenuss, die Anstrengung beim Tretbootfahren und Übergewicht könnten die Ursache dafür sein, dass er sich nicht retten konnte.

Wie herrsching.online damals berichtete, waren am Sonntag gegen 16.50 Uhr Rettungskräfte von Spaziergängern informiert worden, dass in der Herrschinger Bucht ein Tretboot mit einem mutmaßlich bewusstlosen Mann treibe. Die Wasserwacht konnte das Boot schnell ausfindig machen. In dem Boot lag ein 27-jähriger Rumäne völlig durchnässt und offenkundig nicht ansprechbar. Seine Füsse baumelten im Wasser, wie die Wassrwacht mitteilte. Er wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert. Wie die Wasserwacht Herrsching weiter mitteilte, mussten die Retter aus „diversen Gegenständen“ an Bord schließen, dass eine zweite Person in dem Tretboot gesessen hatte. Bei dieser Person handelte es sich um den Kumpel des Rumänen, eines 59-jährigen Mannes mit Wohnsitz in Moldawien. Er soll aber gebürtiger Rumäne sein, wie sich jetzt herausstellte. Warum er völlig durchnässt und nicht ansprechbar im Boot lag, teilte die Polizei nicht mit. Das Boot war für vier Passagiere geeignet und kann nach einem Ausflug ins Wasser wieder leicht geentert werden.

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte damals durch zwei Drohnenteams der Wasserwacht Eching und der Feuerwehr Oberpfaffenhofen. Aus der Luft suchte zuerst der Rettungshubschrauber Christoph 1, später wurde er von einer „Edelweiß“-Maschine der Polizei abgelöst.

Wie der Bootsverleiher im Gespräch mit herrsching.online sagte, wirkten der jüngere Rumäne und der ältere Moldawier nicht offensichtlich betrunken. Sie hatten allerdings Alkoholika mit an Bord genommen. „Wenn ein Bootsmieter auf uns einen normalen Eindruck macht und gerade gehen kann, dann vermieten wir ihm natürlich ein Tretboot“, hieß es beim Bootsverleih Stumbaum.

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