Nicht die 1250 Jahre Geschichte standen am Mittwochnachmittag auf der Bühne, sondern die Zukunft der Gemeinde: 50 Kindergartenkinder und Grundschüler hatte die Herrschinger Opernsängerin und Musikpädagogin Teresa Boning zu einem Chor geformt, der fröhlich alte, vertraute deutsche Volkslieder zwitscherte. Im Rahmenprogramm sah man noch ein medial bekanntes Gesicht: Der Moderator, Reporter und Filmproduzent Willi Weitzel trat mal wieder in seiner Heimat auf und machte Kinder und Publikum mit Herrschinger Vereinen und Institutionen bekannt. Kokett fragte er die Kinder, ob denn das Üben mit Teresa Spaß gemacht habe – ein vielstimmiges Ja schallte durchs Festzelt.

„Ich möchte den Kindern zeigen, dass sie mit dem Gesang über eine Ressource verfügen, auf die sie ihr ganzes Leben lang zurückgreifen können“, sagt Boning im Gespräch mit herrsching-online-Reporterin Susanne Böllert. „Es ist so ein erhebendes Gefühl, wenn man merkt, dass man mit wenigen Mitteln aus sich selbst heraus ein Lied, eine Melodie kreieren kann.“ Dazu müsse man einerseits lernen, den Körper als Instrument zu nutzen, andererseits der Stimme, der Freude am Ausdruck, der eigenen Musikalität freien Lauf lassen. „Wenn wir ganz bei uns sind, alle Sorgen und Pflichten für den Moment vergessen und zum ‚klingenden Menschen‘ werden, dann gelingt uns eine kreative Pause vom Alltag“, schwärmt die Sopranistin. Zehn Minuten täglich für diesen Akt der Selbstfürsorge. Mehr bräuchte es nicht.
„Musik soll nichts Elitäres sein!“, sagt die Musikpädagogin und Künstlerin. „Denn Singen können prinzipiell alle Menschen – auch Kinder“, weiß die 38-Jährige. „Mir geht es gar nicht darum, die Leistung der Kinder zu bewerten. Einfach mal machen! Das ist mein Motto!“, sagt die Künstlerin, die an ihren eigenen drei Kindern studieren kann, was Musik mit jungen Menschen macht.

Musikerziehung ist der Opernsängerin Teresa Boning so wichtig, dass sie viel Zeit für den Kinderchor opfert.



