Es ist tagtäglich ein spannendes Erlebnis an der Wörthseestraße in Breitbrunn: Ganze Rudel von Freizeit-Stromern biegen hier im Sommer nach Ellwang oder Breitbrunn ab. Am Sonntagvormittag aber bremsten gleich Hunderte von Freizeitathleten ihre Rennmaschinen aus Tempo 70 auf 15 km/h ab, um die Kurve zu kriegen: Der Wörthsee-Triathlon führte auf der olympischen Distanz von Ellwang über Breitbrunn und Schlagenhofen an den Wörthsee zurück. Viele Nebenberufsathletinnen und Athleten waren mit Maschinen unterwegs, die man vom Zeitfahren der Tour de France kennt – keine kostet unter 5000 Euro, für manche Racebikes bekäme man auch ein gebrauchtes Auto. Die Drei-Disziplinen-Könner gingen nach gelungener Richtungsänderung aus dem Sattel wie Pogacar in den Alpen, manche hatten sich verschaltet, einige Ketten sprangen vom Ritzel, aber niemand landete wie „Lipi“ in der Absperrung. Die Breitbrunner Feuerwehr hatte sich perfekt auf die Streckensperrung und die Unterhaltung vorbereitet – Quirin Welsch spielte den Stadionsprecher im Garten der Familie Hübler, heizte den Fans an der Strecke ein und warnte die Athletinnen und Athleten vor der Spitzkehre. Für einige der Freizeit-Masochisten war der Berg bis zum Breitbrunner Aussichtspunkt eine Leidensstrecke, weil sie zuviel Ballaststoff unterm Trikot hochschleppen mussten, die meisten aber brachten das ideale Kampfgewicht in den Sattel.
Ganz billig ist der Spaß, so es denn einer ist, nicht: Für die Einzelstarter haben die Veranstalter (MK Sport und Lebensfreude GmbH) ein Startgeld von 108 Euro aufgerufen, Staffeln mussten 168 beziehungsweise 189 Euro berappen.
War die Spitzkehren-Party eine gute Vorbereitung für einen Ironman in Herrsching? Ein solch sportliches Großereignis mobilisiert eine ganze Gemeinde, stärkt die Identifikation mit dem Heimatort und animiert manchen Couch Potato, in die Badehose, die Laufschuhe und die Klickpedale zu steigen. Die Athleten waren in zwölf Altersklassen eingeteilt, die Jüngsten waren 18, die ältesten über 70 Jahre alt. Alter schützt offensichtlich vor Lust am Leiden nicht.
Wie eigentlich wird man ein Triathlet? Einsteiger trainieren pro Woche zweimal jede Disziplin als Basis. Macht pro Woche also sechs Trainingstage, sechsmal Überwindung, sechsmal Muskelkater.
Man kann übrigens auch mit einem ganz normalen Rennrad mitfahren. Wer’s allerdings ganz ernst nimmt mit dem Sport, der holt sich eine Zeitfahr-Maschine mit folgenden Merkmalen:
- Aerodynamische Gestaltung von Rahmen und Anbauteilen
- Carbon als leichtes Material mit sehr hoher Steifigkeit
- Kabelzüge für Schalt- und Bremshebel im Rahmen verlegt
- Laufräder mit Hochprofil-Felgen und reduzierter Speichenanzahl
- Liegeaufsatz bzw. Aero- oder Hornlenker für flache Position des Oberkörper
- Cockpit individuell einstellbar für ideale Griffbreite und perfekten Griffwinkel
- Auf Wunsch elektronische Schaltung für optimales Handling
- In den Rahmen integrierte Storage- und Hydration-Lösunge




