Seismik-Experte rät von Klage gegen Bergamt ab

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Geologe und Seismik-Spezialist Wolfgang Schnetzer

Auch der Herrschinger Seismik-Spezialist Wolfgang Schnetzer rät dringend davon ab, dass die Gemeinde einen Rechtsstreit gegen das Bergamt beginnt. „Die Frage steht sosehr im öffentlichen Interesse, dass die Gemeinde einen solchen Prozess nur verlieren kann. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich Dutzende solcher Verfahren in der Seismik miterleben durfte.“

Schnetzer hatte Geologie und Geophysik an der LMU und der TU München studiert und später Brunnenbau und Seismik betrieben. „Die Geothermie,“ sagt er in einem Interview mit herrsching.online, „ist aus dem politischen Wunsch heraus entstanden, nicht nur die Sonnenkräfte wie Wind, Solarwärme, Luftwärme und Photovoltaik anzuzapfen, sondern auch die Wärmereserven des Erdinnern nutzen zu wollen, wie Island das schon seit einigen Jahrzehnten erfolgreich vormacht.“

Für den einzelnen Bürger sei es gar nicht so einfach, entscheiden zu können, ob er auch privat in solche Projekte mit einsteigen solle, indem er sich zum Beispiel einen Fernwärmeanschluss legen lasse. Es fehlten eindeutige Zahlen, um eine Entscheidung treffen zu können.

Dazu komme, dass wir in Herrsching nicht nur über ein Entweder-Oder entscheiden sollen. Hier treffen wir auf ein Entweder-Oder-Oder, da die Seewärmpumpe ja noch hinzu komme.

Dass eine Bohrung im Herrschinger Moos erfolgreich ist, hält Schnetzer als wahrscheinlich ein, weil jüngste Gasbohrungen in Reichling im Landkreis Landsberg auf 3500 Meter gegangen sind und die Bohrverhältnisse dort vergleichbar zum Herrschinger Projekt seien. Schnetzer: „Die Bohrverhältnisse in der bayerischen Molasse sind grundsätzlich so gut bekannt, dass ich meinen Kollegen sehr wohl vertrauen würde.“

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