Königsberg als SoFi-Loge

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  • Die bildende Künstlerin Marianne Schweigler beobachtete das himmlische Spektakel durch ihre Schweißerbrille. Alle Bilder: Gerd Kloos
  • Die halbstarke Sonne tauchte den Königsberg in Breitbrunn in ein mildes, herbstliches Licht. Hunderte von SoFi-Augenzeugen starrten fasziniert aufs Ammersee-Westufer.
  • So sah das Rendezvous von Sonne und Mond in Kameras ohne Filter aus.
  • Brillenlose Sonnenanbeter haben abenteuerliche Konstruktionen erfunden, um ohne Augenschutz am Himmelsspektakel teilnehmen zu können.
  • Und so sah das Ereignis mit sanfter Hilfe der elektronischen Retusche aus.

Woodstock in Breitbrunn, nur halt ohne Musik und freie Liebe, dafür mit einem himmlischen Rendezvous: Einige hundert Himmelsgucker bevölkerten am Mittwochabend den Königsberg, der den schönsten Blick über den Ammersee und sein Westufer bietet. Es war generationenübergreifend alles da, was Sinn für astronomische Ausnahmesituationen hatte – vom rüstigen Rentner bis zum Kleinkind, dem es noch vergönnt sein wird (halt nicht mehr als Kleinkind), am 3. September 2081 im Südwesten Deutschlands die nächste Sonnenfinsternis zu beobachten. Viele Sonnengäste hatten tatsächlich keine SoFi-Brille mehr ergattert – ähnlich wie eine bildende Künstlerin aus Breitbrunn, die sich trotzdem perfekt schützte: Sie brachte ihre Schweißerbrille mit, die das himmlische Schauspiel perfekt darstellte. Vor 27 Jahren bei der letzten Sonnenfinsternis, so erzählte sie, habe eine Sekte auf dem Königsberg den Weltuntergang herbeigebetet. Weil der dann doch ausfiel, sah man am Mittwoch keine esoterischen Kulthandlungen mehr.

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