Das Kiez, Herrschings Szenekneipe an der „Sonnenallee“ Seestraße, hat einen neuen Chef: Der streitbare Fritz Frömming hat den Nachtschwärmer-Treffpunkt an seinen Mitarbeiter Haris Chekerci abgegeben. Die Nachricht kam aus Griechenland, wo Frömming Urlaub in seinem Ferienhaus macht. Der Herrschinger macht kein Geheimnis daraus, dass er sich aus Frust über die gemeindliche Unterstützung und den Rüffel aus dem Landratsamt zurückgezogen hat.
Frömming hatte beantragt, dass er sein Etablissement am Wochenende bis 24 Uhr betreiben darf. Um seinem Antrag die nötige Unterstützung zu geben, hatte er sogar eine Online-Petition gestartet. Auch herrsching.online hatte seine Leser gefragt, ob sie eine längere Öffnungszeit befürworten würden. Ergebnis: 71,83 Prozent der weit über 300 Stimmen sprachen sich für eine spätere Sperrstunde aus. Frömming hatte sich damals darüber empört, dass es seine Petition im Gemeinderat nicht einmal auf die Tagesordnung geschafft hatte. Hauptamtsleiter Finster begründete das damit, dass die Gemeinde Herrsching nicht für die Öffnungszeiten der Gastronomie zuständig sei.
Wie lange eine Kneipe bewirten darf, entscheidet nach Gesetzeslage das Landratsamt. Fritz Frömming drückte seine Enttäuschung auch gegenüber einer Gemeinderätin aus, die sich zu dem Antrag – wie ihre 22 anderen Kolleginnen und Kollegen – nicht geäußert hatte. Nur Gemeinderat Alexander Keim meldete sich in der Sitzung zu Wort und erinnerte an die Biergartenrevolution, in der das Volk die Regierung motiviert hatte, die Biergärten vor ruinösen Sperrzeiten zu schützen. Frömming griff auch Bürgermeister Schiller an, der ja ein Bürgermeister für alle sein wolle. herrsching.online-Leser Karl Karlsson hatte übrigens einen kreativen Lösungsvorschlag zu diesem Thema. „Man könnte im Kiez ja versuchen, den Außenbereich zum Biergarten „umzugestalten“ und damit von längeren Öffnungszeiten im Außenbereich zu profitieren. Dann natürlich auch mit dem Recht, eigene Speisen mitbringen zu dürfen.“
Im Kiez soll sich, so Frömming, auch unter dem neuen Betreiber Haris Chekerci nicht viel ändern. Ob er mit der früheren Sperrstunde im Außenbereich leben kann, ist noch nicht bekannt.




