In einer von 3 Bodenluftproben fanden sich Methangase am unteren Rand der Explosionsgefahr

Wieviel Methan schlummert in Hauskellern?

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Für eine kommerzielle Ausbeutung reicht’s nicht – aber für reichlich Aufregung: Das Gutachten zur ehemaligen Mülldeponie in Breitbrunn berichtet über Methan-Funde in drei Bodenluftproben. herrsching.online hat ausführlich darüber berichtet. Jetzt hat Bürgermeister Schiller in der Gemeinderatssitzung Auszüge aus dem Untersuchungsbericht verteilt. Wichtigster Satz: „ Eine Gefährdung kann aufgrund der Nähe zum nächsten Wohnhaus nicht sicher ausgeschlossen werden.” Dies könne …in schlecht oder nicht belüfteten unterirdischen Bauwerken zu gefährlichen Gasanreicherungen führen.

Deshalb, so heißt es in dem Papier „Umwelt, Energie und Klimaschutz” aus dem Landratsamt Starnberg, sollte in umliegenden Gebäuden eine Untersuchung der Innenraumluft erfolgen. Auch die Unbedenklichkeit des Obstes auf der Biotop-ähnlichen Wiese wird nun von der Gemeinde Herrsching untersucht.

In dem Papier, das im wissenschaftlich-behördlichen Stil geschrieben und deshalb für den Laien eher schwer zu verstehen ist, heißt es wörtlich:

„Methan konnte an drei der Sondierungspunkte nachgewiesen werden. Methan ist gesundheitlich unproblematisch, jedoch sicherheitstechnisch relevant, da Methan mit der Luft explosive Gemische (Explosionsgrenze: 4,4 – 16 Volumen-Prozent) bilden und die Brandgefahr fördern kann. Die untere Explosionsgrenze wurde an einem Sondierungspunkt mit 4,4 Volumen-Prozent erreicht. In den beiden weiteren Punkten wurde mit 0,34 Volumenprozent und 0,15 Volumen-Prozent die Methangas-Konzentration unter der Explosionsgrenze nachgewiesen. In den weiteren Bodenluftsondierungen war Methan nicht nachweisbar.

Deponiegase und aus anderen Bodenverunreinigungen sich entwickelndes Methan können infolge eines sich ausbildenden Überdrucks über erhebliche Distanzen hinweg in den angrenzenden Untergrund gelangen und in schlecht oder nicht belüfteten unterirdischen Bauwerken (Kellern; Red.) zu gefährlichen Gasanreicherungen führen.

Vom Gutachter wird eine Be- und Entlüftung von Kellern und Kellerschächten …empfohlen. Diese angeratene Durchführung einer Raumluftmessung zur Prüfung des Vorhandenseins von Methan in Erdgeschossräumen und – sofern vorhanden – auch in Kelleräumen wird durch die Untere Bodenschutzbehörde von der Gemeinde Herrsching gefordert.”

Der Bereich der Obstbäume wurde nicht untersucht. Der Gutachter empfiehlt, Oberbodenproben zu untersuchen.

Bürgermeister Schiller verkündete, dass die Gemeinde der Aufforderung nachkomme und die geforderten Untersuchungen veranlassen werde. Bis zum Jahresende wisse man mehr.

1 Comment

  1. Ein Gas „schlummert“ ja normalerweise nicht, sondern es sucht die Freiheit, wo es nur kann. Es sei denn, es wird massiv unter Druck gesetzt….
    Wer hat denn schon einen so hermetisch abgeschlossenen Keller, in dem sich so viel Methan ansammelt, dass es zur Explosion kommen kann? Wie oft ist so etwas schon passiert auf der Welt?
    Ich halte das Ganze für Panikmache.

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