Brand auf Elektroboot – wie gefährlich sind die E-Motoren in Schiffen?

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Immer wieder berichtet die Polizei von Bränden auf Elektrobooten. Besonders tückisch: Das Feuer breitet sich rasend schnell aus. Foto: Symbolbild

Die Horrorvorstellung jedes Seemanns: Auf dem Schiff bricht ein Feuer aus. Dieses Szenario erlebten vier Frauen auf dem Wörthsee in einem Elektro-Mietboot. Die Frauen hatten sich bei einem örtlichen Bootsverleiher ein E-Boot ausgeliehen und waren dann auf dem See herumgetuckert. Plötzlich aber stieg in dem Boot Rauch auf, und damit wahrscheinlich auch Panik bei den Passagieren. Gottseidank war das Ufer nicht weit entfernt, die Frauen stürzten sich ins Wasser und retteten sich an Land. Kurz darauf, so berichtet die Polizeiinspektion Herrsching, geriet das Boot in Brand. Das Feuer zerstörte das Boot vollständig. Ob es unterging, teilte die Polizei nicht mit. Verletzt wurde niemand. Zur Brandbekämpfung waren die Freiwilligen Feuerwehren Steinebach, Hechendorf und Herrsching im Einsatz. Wie hoch der Schaden ist, ließ sich noch nicht ermitteln.

Vor St. Alban geriet ein E-Boot beim Laden in Brand

Brände in E-Boote kommen immer wieder vor. So brannte 2023 in St. Alban am Ammersee ein Elektroboot während des Aufladens am Steg aus – der Akku war in Brand geraten. Das Feuer hatte sich in Sekundenschnelle auf das ganze Boot ausgebreitet, es stand vollkommen in Flammen. Die Feuerwehr in Dießen versuchte, den Brand zu ersticken, konnte das Feuer aber nicht eindämmen. Deshalb wurde das havarierte Boot aufs Wasser geschleppt und dann in Utting an Land gezogen. Dort gelang es dann, den Brand endgültig zu löschen. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Am Boot entstand Totalschaden. Die Polizei bezifferte den Zeitwert auf etwa 50 000 Euro.

Boote müssen integrierte Systeme haben – für Einzelteile gibt’s keinen Versicherungsschutz

Ob eine Versicherung solche Brandschäden bezahlt, gilt als nicht sicher. So schließt der größte Schiffsversicherer Pantaeninus bestimmte Arten elektrischer Antrieben von der Haftung aus. Das liege, so ein Experte des Versicherers im Interview mit der Fachzeitschrift MotorBoot Magazin, an der verheerenden Schadenquote. Die Boote mit mehr als 40 kW haben 5 Mal mehr Geld bei den Schadenregulierungen verschlungen, als sie an Prämien eingebracht haben. Deshalb achtet der Spezialversicherer darauf, dass die Hersteller der E-Boote integrierte Systeme verwenden, in denen Akku, Batterie-Management, Fahrtregelanlagen, Ladegerät, Motor, Antriebswelle und Propeller aufeinander abgestimmt sind. In Bootsmarken, bei denen lauter Einzelteile verbaut sind, wird deshalb oft das „Eigenfeuer“ ausgeschlossen. Der Versicherer fordert auch ein Batterie-Management-System, das Ladezustand, Temperatur und den Zustand der Zellen kontrolliert und dem Bootsführer rechtzeitig Gefahren signalisiert.

Außenborder, sogenannte Flautenschieber, machen nach Angaben des Versicherers keine Probleme.

Keine Analogien zu Elektroautos

Analogien zu Elektroautos sind völlig abwegig. In Booten sorgen Kriechwasser und schlechte Isolierungen an den Leitungen für Probleme – in E-Autos fallen solche Risiken vollständig weg. So hat beispielsweise der VW ID.3 beim Crashtest der Euro NCAP die Höchstbewertung mit 5 Sternen bekommen. Das US-amerikanische Unternehmen AutoinsuranceEZ, das die Häufigkeit von Auto-Bränden relativ zu der Zahl der Autoverkäufe von 2021 untersucht hat, kommt zum Ergebnis: Statistisch gesehen brennen Hybrid-Autos am häufigsten. So fielen rund 3,5 Prozent aller 2021 verkaufen Hybrid-Autos einem Brand zum Opfer. Bei reinen Verbrennern waren es 1,5 Prozent, und bei Elektroautos fingen nur rund 0,03 Prozent Feuer. Das bedeutet, dass das Risiko für einen Autobrand bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen am höchsten ist.

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