Abstimmung: Herrschinger Bürger sind gegen einen Bahnhofsverkauf

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Das muss jeder Investor akzeptieren: Den Bahnhof gibt es nicht ohne Hansgeorg Vetter, Herrschings Mr. Ticket. Er ist in der Seegemeinde zu einer Institution geworden Foto: Gerd Kloos

Da sind sich Bürger und Bürgermeister einig: Der Bahnhof soll nicht an einen Investor verhökert werden. Bei einer herrsching-online-Abstimmung sprachen sich 59 Prozent der Teilnehmer dagegen aus, das denkmalgeschützte 123 Jahre alte Ensemble aus dem Kaiserreich den kommerziellen Plänen eines Immobilienentwicklers zu überlassen. An der herrsching-online-Abstimmung haben 300 Leserinnen und Leser teilgenommen. Wie berichtet, hatte Bürgermeister Schiller einen Antrag im Gemeinderat eingebracht, das marode Gebäude vorläufig nicht zu verkaufen, sondern in Erbpacht an einen Investor zu verpachten. Der Gemeinderat hatte daraufhin (fast einstimmig) beschlossen, das Gebäude bis zum 31. Dezember zur Erbpacht auszuschreiben.  Erst nach Ablauf dieser Frist von eineinhalb Jahren soll der sanierungsbedürftige Bahnhof – falls sich kein geeigneter Vertragspartner findet – auf „dem freien Immobilienmarkt zum Verkauf“ angeboten werden. 

Immobilieninvestoren fordern allerdings maximale Beinfreiheit bei der Neugestaltung eines Objektes. Dabei hatte sich der Gemeinderat schon vor drei Jahren auf einen ganzen Strauß von Wünschen und Forderungen für einen neuen Bahnhof festgelegt. Gemeinderätin Christiane Gruber (BGH): „Es gibt ein Konzept für den Bahnhof, das der Gemeinderat bereits beschlossen hat. Dieses Konzept enthält eine Nutzung mit Gastronomie und als Kulturraum. Daneben sehen die Pläne auch kleine Geschäfte und einen Fahrkartenschalter vor. Ein Investor, der sich jetzt bewirbt, muss wissen, dass der Bahnhof für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben muss. Diese Vorgaben erleichtern natürlich ein Engagement nicht.  Dazu kommen noch als weitere Erschwernisse: die statische Ertüchtigung, der Denkmalschutz und bestehende Mietverträge. Außerdem gehören ja die hinteren Flächen immer noch der Bahn. Das könnte die Attraktivität des Objekts bei Investoren beeinträchtigen. Dass der Bahnhof aber öffentlich genutzt werden kann, ist bei allen Fraktionen bis zum Bürgermeister Konsens.“

So könnte sich die Suche nach einem Erbpächter schwierig gestalten, zumal der Investor, wie der Bürgermeister formulierte, „viel, sehr viel Geld mitbringen muss“.

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