Der Schulleiter der Herrschinger Musik Lehrer Vereinigung, Karl Rellensmann, geht in Ruhestand. Der Musiklehrer hatte seit über 30 Jahren die Geschäftsleitung der Schule betreut. Nachfolger wird Johannes Bauer. Zusammen mit Rellensmann geht auch seine „geschätzte Assistenz“ Christiane Gruber von Bord.
Rellensmann hat in einem Interview mit herrsching.online seine Karriere in Herrschings Musikszene so beschreiben: „1983 bin ich mit meiner Frau nach Herrsching gezogen. Damals habe ich Musikpädagogik studiert. Ich hatte Kurse an der Volkshochschule Dachau, habe dann Kurse an der VHS Herrsching gegeben, 89 hatte ich schon sieben Kurse. Es kam das Bestreben, etwas Musikschulartiges über die Volkshochschule in Herrsching zu organisieren.
Dann kamen andere Lehrer hinzu, die Klavier oder Blockflöte angeboten haben. Und irgendwann gab’s auch Einzelunterricht. 1992 hatten wir schon 80 Musikschüler über die Volkshochschule, bei einem Ort, der 10 000 Einwohner hatte, war klar, dass eine Musikschule ein Erfolg werden musste. Ich hatte den Fachbereich Musikunterricht geleitet.
Die VHS besann dann nach einem Vorstandswechsel und meinte überraschend, dass sie ja Erwachsenenbildung betreibe und keinen Musikunterricht für Kinder und Heranwachsende. Dahinter standen wohl arbeitsrechtliche Bedenken wegen Scheinselbstständigkeit.
Deshalb war Schluss mit dem Unterricht an der VHS, ein Team von insgesamt 13 Lehrern gründete dann 1994 einen eigenen Verein mit dem etwas sperrigen Namen Musiklehrervereinigung Herrsching e. V. Dieses Konstrukt war am schnellsten zu verwirklichen. Ein Trägerverein über die Eltern war uns zu kompliziert. Das Problem waren nun die Räume in der Christian-Morgenstern-Schule, die die VHS nicht so gerne hergeben wollte. Vor Gericht gab’s dann einen Vergleich, mit dem sich die MLVH weiterhin Räume in der Schule sichern konnte.
Inzwischen nutzen wir 11 Räume, seit drei Jahren haben wir sogar sogar – der Grundschule sei Dank – einen eigenen Musikraum, in dem wir unsere eigenen Instrumente aufbewahren. Ich war die ersten 25 Jahre Erster Vorstand und habe später auch die Schulleitungsfunktion, später gegen ein geringes Honorar, übernommen. Vor vier Jahren habe ich den Posten des Ersten Vorstandes abgegeben, weil es eigentlich ganz gut ist, beide Funktionen zu trennen. Als Schulleiter war ich angestellt. Paradoxerweise, seit ich in Rente gegangen bin vor vier Jahren.“ Das Interview wurde vor zwei Jahren geführt.




