Altes Haus soll neuen Wohnungen weichen

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So ähnlich könnte die neue Bebauung im Breitbrunner Straßenknick aussehen. Das linke Haus soll allerdings nordsüdlich ausgerichtet sein (anders als in der Collage). Der Bauherr würde auch Grund abgeben für einen neuen Gehweg. Foto: Collage/GK/ChatGPT

Diese Kurve kennt jeder Herrschinger. Sie ist so etwas wie eine Verkehrsthrombose in der Breitbrunner Hauptstraße. Wieviele Flüche haben wohl Fahrer von vielachsigen Dreißigtonnern, von MVV-Busfahrern und Wohnwagen-Gespannen an dieser Stelle ausgetoßen? Die Staatsstraße knickt am Übergang von der Haupt- in die Herrschinger Straße im rechten Winkel ab. Im Kurveninneren liegt ein ehemals landwirtschaftliches Anwesen mit Scheune, für einen Gehweg gibt es keinen Platz mehr. Ausgerechnet an dieser „idyllischen“ Stelle will nun ein unbekannter Investor zwei Häuser bauen und der Gemeinde Platz für einen neuen Gehweg anbieten.

Er hat nun in einer Bauvoranfrage dem Bauausschuss sieben Fragen vorgelegt. So will er wissen, ob sich die Gemeinde an dieser Stelle

• Wohnhäuser

• Ladenflächen

• ein Boardinghouse

• ein Seniorenheim

vorstellen könne. Ergebnis im Bauausschuss: Nur ein sogenanntes Boardinghouse (Beherbungsbetrieb für Langzeitwohnen zwischen einer Woche und mehreren Monaten, meist für Zeitarbeitskräfte) können sich die Räte nicht vorstellen. Alles andere fände die Zustimmung der Gemeinde.

An die Stelle des ehemaligen Landwirtschaftsanwesens sollen zwei Häuser kommen. Das kleinere Haus mit West-Ost-Ausrichtung solle 161 Qaudratmeter Grundfläche im Erd- und im Obergeschoss bieten und eine Firsthöhe von 12 Metern haben. Das zweite Haus soll – anders als in der Collage oben – in Nord-Südausrichtung gebaut werden und deutlich größer ausfallen. Die Grundfläche soll 277 Quadratmeter betragen, dieses Haus würde 10 Meter hoch werden. Da in diesem Gebiet kein Bebauungsplan gilt, beschloss der Bauausschuss, das Vorhaben nach dem Nachbarschafts-Paragrafen 34 zu genehmigen.

Schön für Passanten, dass der derzeitige Grundstückseigentümer versprochen hat, für einen Gehweg im Kurvenbereich die nötigen Flächen abzutreten.

Um der Stellplatzsatzung Genüge zu tun, ist eine Tiefgarage geplant.

Das Gesicht der innerörtlichen Haupt- und Herrschinger Straße könnte sich also in den nächsten Jahren deutlich verändern, wenn ein weiterer Bauherr seinen Neubau an der Stelle der alten Volksbank errichten würde.

So sieht die Bebauung im Breitbrunner Knick zur Zeit aus.

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