Herrsching hat eine neue Volks-Bank: Wie bei Banken üblich viel gediegenes Holz, kunstvolle Verzierungen und ein Bäumchen als Greenwashing im Zentrum. Platz haben sechs Bank-Genossen. Damit sie nicht allzuviel miteinander reden müssen, zeigt jede der sechs Teilbanken in eine andere Richtung. Die Bank hat nach Informationen aus dem Rathaus die Gemeinde aufgestellt. Eine offizielle Einweihung scheint nicht geplant zu sein – der Bürgermeister weilt in Urlaub, und der Landrat kann sich eine Dienstreise nach Herrsching nicht mehr leisten. Behaupten gehässige Lästermäuler.
Zu verdanken haben die Bürger den Altersruhesitz dem Seniorenbeirat, der nicht nur einen Rastplatz vorschlug, sondern auch die Vergrößerung des Gehwegs zu einer kleinen Piazza anregte. Wie herrsching.online ausführlich, manchmal auch mit einem ironischen Zungenschlag berichtete, stand seit der Freinacht zum 1. Mai eine „Partisanenbank“ vor dem Geschäft „Fünfseenland Hörgeräte“. Pfiffige Bürger hatten sie eigenhändig zusammengeschraubt, an den grünen Stängel gekettet und eine Stehlampe daneben gestellt. Die Idee für das „Rentner-Bankerl“ sei, so war im Ort zu hören, von einer kreativen Stammtischrunde in der „Post“ entwickelt worden.
Wie berichtet, hatte der Gemeinderat die Parkbank im Zuge der neuen Gehweggestaltung spendiert. Der Fußgängerweg war längst auf Boulevardgröße angewachsen, doch die versprochene Bank kam und kam nicht. Spötter hatten schon vermutet, die Gemeinde suche einen Spender für die Raststätte.
Damit Fußgänger einen kürzeren Weg über die Straße haben, wurde der Gehweg letztes Jahr deutlich verbreitert. Das neue Passanten-Refugium hat übrigens 31 000 Euro gekostet, in das Pflaster hat sich ein Bäumchen verirrt, das vom Bauhof regelmäßig bewässert wird.
Die Bank, so der Bürgermeister, lade Seniorinnen und Behinderte zum Ausruhen ein. Spannend am Ausblick dürfte sein, wie sich Lastwagen durch die Engstelle schieben. Wenn’s einen Außenspiegelklatscher gibt, gibt’s auch einen Augenzeugen auf der Bank.





Das ist wieder typisch! Die Nörgler und Besserwisser melden sich wieder einmal zu Wort. Manchen, meist immer wieder den selben Personen, kann man es offensichtlich nie Recht machen.
Die Bank sieht edel aus und ist gegen Diebstahl gut gesichert. Das Bäumchen schaut noch etwas mickrig aus und bietet wohl für die naechsten Hitzesommer wenig Schatten. Für das Gehoer und die Lunge ist der Standort auch nicht zu empfehlen. Trotzdem… Vielleicht setzen sich einige einsame Herrschinger auf die Bank und hoffen darauf, dass sie angesprochen werden. In Breitbrunn gibt es eine neue Bank neben den Essautomaten bei der Feuerwehr. Auch sie lädt zum Verweilen ein. Leider war es aber heuer so heiß, dass sie nur selten benutzt wurde. Vielleicht ist die Sache mit den Gemeinde baenke ein neues Zukunftsprojekt in Herrsching und wir stehen erst am Anfang.
In ein paar Jahren werden wir froh sein, dass dieser Baum heuer gepflanzt worden ist. Bäume, die schon groß sind, kann man halt schlecht verpflanzen.
Und ja, ich werde es mir nicht nehmen lassen, gegen die Negativität hier anzuschreiben. Seit Monaten arbeiten wir uns an diesem Platz, der Gehwegverbreiterung, der Beschaffenheit und Zukunft des gepflanzten Bäumchens und der geplanten Aufstellung einer Bank ab. Irgendwann muss auch mal gut sein.
Auch wenn die jetzt aufgestellte Bank vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft – das ganze Ensemble verleiht dem Ortsinneren auf jeden Fall ein freundlicheres Gesicht.
Liebe Frau Böckelmann, mir geht es bei dem Ruheeck nicht um Geschmack, sondern um Beschattung. Als 75 jährige Breitbrunnerin benötige auch ich beim Einkaufen mal eine Pause. Die Bank ist nicht das Thema. Der Baum so meine ich, wurde falsch gepflanzt. Die Baumscheibe ist viel zu klein. Mein konstruktiver Vorschlag waere: bitte einige Versiegelungssteine entfernen! In Breitbrunn dörrt inzwischen der neu gepflanzte Baum am Automatenparkplatz ab. Ohne Pflege werden offensichtlich keine Neupflanzungen im Ortsbereich überleben. Da geht viel Geld verloren. Die Hitze verändert auch den Aufgabenbereich des Bauhofes…oder?
Liebe Frau Körner, nach meinem Eindruck schaut das Bäumchen bis jetzt ganz gut aus, trotz der Trockenheit in den letzten Wochen.
Die Grünen sind gerade dabei, sich Gedanken zu machen, wie die Einwohner Herrschings selbst zum Erhalt frisch gepflanzter Bäume beitragen können. Der Bauhof hat jedenfalls in diesen Zeiten eine Menge damit zu tun, die verschiedenen Pflanzen am Leben zu erhalten, da kann er Unterstützung sicherlich gebrauchen.
Außerdem traue ich dessen Mitarbeitern zu, dass sie das Problem der zu kleinen Baumscheibe schon selbst erkannt haben und rechtzeitig Abhilfe schaffen werden.
Die Standortwahl verrät planerisches Feingefühl. Wer als Senior oder Mensch mit Behinderung ohnehin schon eingeschränkt mobil ist, kann sich ab sofort zusätzlich die Lunge mit Stickoxiden fluten lassen. Bequem im Sitzen, mit Stau-Panorama inklusive. Ein Wellness-Konzept, auf das man erst kommen muss. Man fragt sich, ob der Seniorenbeirat eigentlich um eine Sitzbank oder versehentlich um eine menschliche Umweltmessstation gebeten hat.
Noch schlimmer ist, dass die Gemeinde einen solchen Unfug mitmacht. Dafür scheint immer noch Geld da zu sein.
Hoffentlich hört das Gemecker über die Neugestaltung dieses Platzes bald mal auf.
Wer es dennoch nicht lassen kann, nenne mir bitte eine besser geeignete Stelle.
Zumindest optisch finde ich die Umgestaltung jedenfalls gelungen, und es ist ja auch nicht durchgehend Verkehrsstau, sodass sich der eine oder die andere in ruhigeren Stunden sicher gerne mal dort niederlassen wird.