Torpedos und Tollpatsche

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Manche meinten es ernst mit dem Gewinnen. Fitnessstudio-designte Sportkörper waren auch zu besichtigen. Alle Fotos: Gerd Kloos
Und da legte sich der Kahn auf die Seite wie die Costa Concordia. Der Wiedereinstieg war die größte Kunst, die Besatzung musste on bord zurückkehren.
Strömungstechnisch noch optimierungsfähig, dieses Schnellboot.
Nach einer Havarie wieder an Bord zu kommen, war höchst anspruchsvoll.
Das Schicksal der Zubristen war mitunter erbarmungslos. Nass als Verlierer durch die Zuschauer zu gehen, war kein schöner Gang.

Das Sautrogrennen, trotz heftiger Lobbyarbeit der Herrschinger noch keine olympische Disziplin, wurde in diesem Jahr wieder von der Sonne verwöhnt. Das Rennen, wenn man das wilde Einschlagen aufs Wasser als Wettbewerb gelten lassen will, war jedenfalls wieder einer der Höhepunkte des Herrschinger Schlossgartenfestes. Zum ambulanten Baden in einem Zuber hatten sich in diesem Jahr 13 Tandems angemeldet. Das Ziel war so schlicht wie nass: 20 Meter zu einer Boje paddeln und die gleiche Strecke wieder on bord zurücklegen. Dabei half, wenn die Besatzung samt Zuber etwas weniger wog als das Wasser, das von der seltsamen Holzkiste verdrängt wird (Physiklehrer hätten dabei das Archimedische Prinzip anschaulich erklären können). Nicht immer haben die Zubristen auch beherzigt, dass der schwerere Mann hinten knien sollte, damit das Schnellboot strömungsgünstiger im Wasser liegt. Wenn sich ein Zuber auf die Seite legte wie die Costa Concordia, war jedenfalls der Jubel an Land groß – nicht einmal der Ammersee ist reiner als die Schadenfreude. Dass es sich um eine international angesehene Meisterschaft handelte, wie „Stadionsprecher“ Alex Tropschug behauptete, merkte man an Teams aus Rosenheim, Wien, Weilheim und Wörthsee.

Und hier die Sieger und Besiegten

1. Platz
Grunzelczek & Ferkelzek (Brüder Niko und Tino Malleczek) aus Wien
Titelverteidiger gewesen. Tino hat extra seine Triathlon-Karriere an den Nagel gehängt, um in Bestform für dieses Rennen zu sein. Niko (noch aktiver Triathlet) hat dieses Jahr bewusst mehr Zeit im Fitnessstudio verbracht (vor allem für die Oberarme) und zusätzlich ins Schwimmtraining investiert. Hatte extrem ruhige perfekte horizontale Lage im Trog.

2. Platz:
Die Dachsbuben (Robin Pixner/Ben Kotulla) beide 17 Jahre aus Weilheim
Deren Motto war: Volles Risiko, null Erfahrung.

3. Platz:
Trink, sonst Feigling (Pauline Tropschug / Lion Sikezdy) Tropschugs Tochter aus Herrsching, der andere ist Tropschugs Neffe aus Obermenzing). Beim letzten Mal (also 2024 schon Vierter). Trainingslager und Outfit gesponsort von „Kleiner Feigling“.
Im Rennen um Platz 3. haben sie ein anderes Mixed Team „Wasserskiclub Rosenheim mit Uri und Michael Jaiser (Ehepaar aus Rosenheim, die Frau Herrschingerin) geschlagen.

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