Wie politisch ist eigentlich eine Ausstellung über einen kleinen Bach? Diese Frage wurde am Montagabend im Gemeinderat intensiv diskutiert. Anlass für diese mitunter befremdlich wirkende Debatte war ein Antrag von ProNatur, in der Bahnhofshalle eine „Impuls-Ausstellung zur Thematik des Kienbachs mit allen Aspekten der Ökologie, Gewässersicherheit, Artenvielfalt und Bedeutung fürs Klima“ veranstalten zu dürfen. Der Künstler Thomas Barnstein, Mitglied im Künstlerkreis Ammersee, wollte mit Bildern das Schicksal des Kienbachs darstellen. Doch daraus wird nichts: Die Gemeinderatsmehrheit lehnte die Ausstellung ab, weil sie einen politischen Charakter habe. Und politische Veranstaltungen sind nach einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates aus dem Jahre 2018 in gemeindlichen Liegenschaften nicht erlaubt.
Barnstein durfte im Gemeinderat sein Konzept vorstellen. Die Ausstellung sollte Fotomaterial, Zeichnungen, Karten und Infotafeln zeigen, in spielerischer und auch in wissenschaftlicher Weise. Das Thema, so Barnstein, könne durch Poetryslambeiträge unterhaltsam gestaltet werden. „Wenn wir in vielfältiger Weise Nutzen vom Kienbach haben, warum geben wir ihm auch nicht etwas zurück?“ fragte er.
Bürgermeister Schiller sah in der kleinen Vorstellung schon den Beweis einer politischen Veranstaltung, die damit gegen den Grundsatzbeschluss verstoße. Er kündigte an, dass er, sollte der Gemeinderat der Ausstellung zustimmen, den Beschluss überprüfen lasse.
Der Grünen-Gemeinderat Wolfgang Darchinger betonte, dass auch er unbedingt an dem Grundsatzbeschluss festhalten wolle und deshalb anbiete, die Ausstellung eventuell ins Möbelhaus Darchinger zu verlagern.
Der Gemeinderat lehnte mit Mehrheitsbeschluss die Ausstellung im Bahnhof ab.



