• Direkt neben der Straße brach ein Stück des Abhangs im Kiental ab. Der Abschnitt wurde deshalb sogar für Fußgänger gesperrt. Fotos: Gerd Kloos
  • Hier endet der „Bierweg" mit dem Satz: „Fußweg nach Andechs wegen Überflutung gesperrt". Der Hinweis steht allerdings talabwärts - da hätten die Fußgänger den größten Teil des Weges schon zurückgelegt.
  • Am Montag gab es auch nach weiteren Regenfällen genug „Luft" unter den Brücken. Der Bürgermeister berichtete, dass zum Zeitpunkt des höchsten Wasserpegels im Kienbach nur noch 20 Zentimeter Distanz zwischen Bach und Brücken bestanden hätten.

Starkregen-Lage am Montag: Im Ortszentrum macht das Grundwasser Sorgen

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Gemeinde Herrsching bildet Krisenstab/Feuerwehr befüllt Tausende von Sandsäcke auch zur privaten Vorsorge/Pegel des Ammersees steigt noch leicht an/Katastrophenpegel von 1999 wird sehr wahrscheinlich nicht erreicht///

Haben die Fachbehörden den Starkregen doch unterschätzt? Bürgermeister Schiller deutete in der Bauausschuss-Sitzung am Montagabend an, dass die Lage dramatischer sei, als sie vom Wasserwirtschaftsamt prognostiziert worden ist. Am Freitag hatte das Landratsamt gemeldet, dass die Wasserexperten in Weilheim nicht mit Hochwassermeldestufen rechnen. Inzwischen ist die Meldestufe 1 für den Ammersee längst erreicht – der aktuelle Pegelstand lag am Montag um 21 Uhr bei 533,86. Er ist damit seit Montagmittag noch einmal um 11 Zentimeter gestiegen. Bei 534 Meter wäre dann Meldestufe 3 erreicht. Damit läge der Pegel aber immer noch 98 Zentimeter unter dem Allzeithoch von 534,98 im Mai 1999.

Auch im Kiental hat der Starkregen seine Spuren bereits hinterlassen: Nach der Hausnummer 52 brach eine Hangkante ab, der Rand der Teerstraße liegt nun gefährlich nahe am Abhang. Der Straßenabschnitt ist deshalb für Autos, Radler und Fußgänger gesperrt. Der schriftliche Hinweis, dass die Straße nach Andechs wegen Überflutung gesperrt sei, geriet dann doch etwas zu alarmistisch. Der Bürgermeister wies in seinem Lagebericht allerdings darauf hin, dass die steilen Hänge des Kientals Muren-gefährdet seien und deshalb eine Gefahr für Fußgänger darstellen könnten. Auf Andechser Flur hätten Erdrutsche Spalten bis zu 50 Zentimetern aufgerissen.

Im Kienbach findet keine pflegerische Forstwirtschaft statt, totes Gehölz bleibt zur Förderung der Biodiversität im Bachbett liegen. Diese Hölzer könnten, so Schiller, bei einem Hochwasser ins Tal geschwemmt werden und sich dort unter den Brücken verkeilen. Die Pläne des Wasserwirtschaftsamtes sehen deshalb im Zuge der Sanierungsarbeiten auch einen Rückhalte-Damm im Wald vor.

Weil die Behörden befürchten, dass durch den hohen Grundwasserspiegel in bestimmten Siedlungsgebieten kritische Infrastruktur wie die Schindlbeckklinik gefährdet sein könnten, wurde ein kommunaler Krisenstab gebildet. Im Herrschinger Feuerwehrhaus werden vorbeugend Tausende von Sandsäcken befüllt. Schiller deutete an, dass auch Privatleute bei entsprechender Gefährdungslage mit Sandsäcken versorgt werden könnten – solange der Vorrat reicht. Betroffene Gebiete sind nach Angaben des Landratsamtes das Mühlfeld, möglicherweise auch die Baustelle des Gymnasiums, die Seepromenade und die Keramikstraße. Erfahrene Herrschinger Bürger rechnen aber auch Lochschwab zu Gebieten mit gesättigten Böden.

1 Comment

  1. Klimawandel und Flutkatastrophen gehören zusammen. Jetzt haben wir schon mehrere Hochwasser im Jahr. Technische Vorsorge wird immer mehr nötig sein , natürliche Rueckhaltebecken ebenso und weniger Bauen und Versiegeln im gefährdeten Siedlungsgebiet an Seen und Flüssen ebenso. Gut, dass seit heute wieder etwas Entwarnung ist und wir in Breitbrunn “nur” Hochwasser am unverbauten Seeufer haben.

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