Dr. Pötzschs Ewigkeitskraut. Oder: Warum ein Garten glücklich macht

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In allen Gärten am See erwacht in diesen Tagen um Ostern die Natur. Wir blicken deshalb noch einmal in einen besonderen Garten, der unter einem höherem Schutz steht: Über Dutzenden von Kräutern, knallroten Tomaten und prallen Gemüsen wacht das kleine Dorfkircherl von Breitbrunn. Claudia und Peter Pötzsch bräuchten nicht einmal eine Uhr auf ihrer Terrasse, ein Blick zum nahen Kirchturm sagt ihnen, was die Stunde geschlagen hat. Zum Kircherl passt auch das Ewigkeitskraut, das im Pötzsch-Garten wächst: Sie essen es mit einem ironischen Augenzwinkern.

Dr. Peter Pötzsch unterhielt lange Jahre eine Allgemeinarztpraxis in Seefeld-Hechendorf. Der Beruf als geschätzter Landarzt füllte ihn trotzdem nicht ganz aus – er absolvierte berufsbegleitend eine Ausbildung zum Psychotherapeuten. Für einen fordernden großen Garten blieb keine Zeit übrig. Erst als die Pötzschs 1987 mit ihren Kindern in das Haus des Breitbrunner Bootsbauers Herbert Glas umgezogen waren, konnte seine Frau Claudia ihre grüne Leidenschaft ausleben.

Hier ist die Kreativität zu Hause: Eingang zum Hause Pötzsch

Die ehemalige Lehrerin hatte die Liebe zum Gärtnern von ihrer Mutter geerbt, für die das Werkeln auf eigener Scholle „das Allerhöchste” war. Auch Peter Pötzsch bekam seine jugendliche Prägung zum Gärtnern: Sein Großvater nahm ihn als Jungen oft in seinen Schrebergarten mit.

Über Rosmarin, Thymian, Zucchini, Kartoffeln und Tomaten vergaßen die Pötzschs ihre soziale Verantwortung für den großen Rest der Welt nicht: 10 Jahre fuhren sie im Urlaub nach Albanien und behandelten in einer Missionsstation kranke Menschen. Claudia Pötzsch schmuggelte sogar in ihrer Kleidung Spendengelder ins Land, um die Missionsstation am Leben zu halten. Dr. Pötzsch brachte ein Ultraschallgerät mit, damit die Diagnostik in dem Provinzkrankenhaus Anschluss an die moderne Medizin bekam. Es war kein Wellness-Urlaub, den die beiden in dem abgehängten Land verbrachten.

Die Achtung vor dem Leben drückt sich auch im Garten aus. „Wir lassen vieles wachsen und schauen nur, wie sich das Kraut oder Gemüse mit der Nachbarschaft verträgt”, erzählt Claudia Pötzsch. „Ich rette auch manchmal Pflanzen”, erzählt sie mit einem Lächeln, „wenn ich im Supermarkt vertrocknete Pflanzen sehe, tun mir die einfach leid und ich kauf sie dann und päpple sie hoch.”

„Es ist”, sagt sie dankbar, „ein ganz großes Glück, dass man in so einem Garten seine Freizeit verbringen darf.”

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