Plötzliche Heiterkeit im Bauausschuss. Die Zweite Bürgermeisterin Christina Reich berichtete auf Nachfrage von Gemeinderat Roland Lübeck, dass sie von einer besorgten Bürgerin im Rathaus angerufen worden sei. Die Herrschingerin fragte irritiert, ob auf dem Friedhof kein Platz mehr frei und ob auf der Wiese am Bauhof ein Grab angelegt worden sei. Reich konnte die Bürgerin beruhigen: Das sei kein Grab, sondern ein Blumenbeet, das der Bauhof in Eigeninitiative angelegt habe. „Und Eigeninitiativen sollte man nicht bremsen“, meinte Reich. Geplant ist auf der Wiese zwischen Rieder Straße und Bauhofgebäude eine Blumenwiese für Insekten. Vielleicht wollten die Bauhof-Gärtner einen Wettstreit zwischen Blumenpracht der konventionellen Art und Magerwiesen-Blumen entfachen?
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Über die anhaltende Verschönerung des Ortsbildes kann jeder trefflich verschiedener Auffassung sein. Und das Menschen sich zu Lebzeiten mit unser aller Geld Denkmale errichten (Flughäfen, Gymnasien, Krankenhäuser etc.) ist mittlerweile im Kleinen und im Großen der üblichen Gang unserer Steuergelder.
Was bei der hohen Kunst dieser Gartengestaltung jedoch speziell ist, ist die Vermischung von sogenannter „Eigeninitiative“ und Bauhofmitarbeiter.
Da wird zunächst wie bei einer Großbaustelle mit schwerem LKW und Gerät auf den vorhandenen Baumwurzeln herumgefahren, obwohl der LKW mit Ladekran den Arbeitsbereich genauso gut von Gehweg aus erreichen kann.
Die gleichen Bauhofmitarbeiter sägen dann in einigen Jahren die Bäume ab auf dessen Wurzeln sie stundenlang rumfahren. Die verantwortlichen Mitarbeiter der Gemeinde werden es dann wortreich bedauern. Aber die Aufsichtspflicht aus Zeitmangel nicht wahrnehmen und Herr Bürgermeister lamentiert, dass die Baumpflege wieder Zigtausende verschlungen hat. Früher hieß das ABM.
Nicht, dass jetzt riesige Überraschung deswegen aufkommt, aber zu erwarten wäre doch gewesen, dass die Verwaltung Ihre Bauhofmitarbeiter dafür sensibilisiert, dass die hauseigenen Bäume aus dem Kataster pfleglicher als bisher behandelt werden.
Immerhin versprechen sich einige Gemeinderäte/-Innen davon eine Kohlenstoffspeicherung, die es u.a. ermöglicht soll, die gesteckten Ziele zur Klimaneutralität weniger deutlich zu verfehlen.
Bestimmt ist der Aufwand der Erstellung mit LKW und Baumaschinen in der kolportierten CO2-Bilanz gleich auf die Soll-Seite gebucht worden – wie sich das für eine ordentliche (von uns allen steuerfinanzierte Bilanz) gehört?
An der Erstellung des kleinen Beets wird deutlich, wie groß das Vermögen an Baumschutz beim hiesigen Bauhof ist. Oder ist das Ignoranz? Nome est Omen. Gibts da eigentlich einen Gärtner?
Was am allermeisten begeistert, ist die „…Eigeninitiative…“! An Frau Reichs Stelle hätte ich die Jungs zwar gebremst, weil es sinnvollere Aufgaben gäbe … aber ansonsten „Chapeau!“
Wie kommen die Mitarbeiter des Bauhofs nur auf die geniale Idee, während Ihrer eigentlichen Arbeitszeit ein so tolles Beet anzulegen? Da muss die Identifikation mit der Gemeinde und dem Arbeitgeber riesig sein. Toll die Jungs!!
Oder war das etwas Arbeitszeit und Material und Gerätekosten etc. aus unserer aller Steuer-Portemonnaie?
Auch cool … quasi sich selbst beauftragt und Geld bei uns allen abgebucht.
Da lob ich mir die EIGENINITIATIVE von den Damen und Herren der Tafel, die sich zu Recht auf die Schulter klopfen dürfen.
„Und Eigeninitiativen sollte man nicht bremsen” – Ein bemerkenswerter Satz, den man sich für die Zukunft merken sollte. Wenn nun Herrschinger Bürgerinnen und Bürger die gleiche Begeisterung entwickeln wie die Bauhof-Gärtner und in Eigeninitiative beginnen, gemeindeeigene Flächen gärtnerisch zu gestalten, dann sollten Herrschings Verantwortliche (Bürgermeister, Stellvertreter*in, Gemeinderat, Bauverwaltung) auch hier nicht als Bremser auftreten. Oder gilt für Bauhof-Gärtner ein anderer Maßstab?
Na dann viel Erfolg…und wenn der Bauhof jetzt mehr vor der eigenen Haustüre mäht, dann haben die Blumenwiesen in Breitbrunn auch wieder Zeit ihre Pracht zu entfalten.