Baum ohne Raum: Die Pflanzentröge in der Summerstraße sind inzwischen viel zu klein für die Mehlbeeren. Der Bauhof will sie im Herbst „auswildern".

Qualpflanzenhaltung

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Die Bäume in den Kübeln leben wie große Hunde in kleinen Käfigen. Den Pflanzen in der Summerstraße stünden nur 1,60 Kubikmeter Erde zur Verfügung, hat der Landschaftsingenieur Konrad Herz ausgerechnet. Er wandte sich an den Grünen-Gemeinderat Gerd Mulert, der die Baum-Raum-Not bei der Gemeinde zur Sprache brachte. In der Summerstraße wachsen Mehlbeeren, die bis zu 12 Meter hoch werden können. Das Gehölz wurzelt tief, bietet Vögeln attraktive Nahrung mit seinen Früchten, sollte aber nach 6 Jahren deutlich mehr Wurzelerde bekommen. Wie der Bürgermeister in der Gemeindratssitzung mitteilte, hat der Bauhof eine Umpflanzung für den Herbst eingeplant. Eine Bepflanzung der grünen Verkehrsberuhigungskisten sei nicht so einfach, weil niedrige Blumenbepflanzung die Sicht der Fußgänger einschränken könne.

Für die Neubepflanzung der vorhandenen Kübel empfiehlt Herz kleinwüchsige einheimische Laubgehölze, die dann für einen deutlich längeren Zeitraum in den Kübeln verbleiben können, und einheimische, niedrige Stauden, um den Pflegeaufwand für den Bauhof auf Dauer zu reduzieren. Die Stauden würden, so Herz, in das Cluster-Konzept der Grünflächenplanung passen.

Herrsching hatte die Pflanzentröge 2018 aufstellen lassen: Die 25 Behälter auf den Ortsstraßen sollten den Verkehr einbremsen. Das Echo auf die Maßnahme war damals geteilt: In der Freinacht 2018 haben selbsternannte Lausbuben Tröge mit Alufolie geschmückt und ein Schild mit der Aufschrift „Herrsching schillert” darin platziert. Der Bürgermeister verwies damals darauf, dass der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss im vergangenen Jahr einstimmig gefasst habe – nach zweijähriger Diskussion. Insgesamt waren damals 32 Kübel vorgesehen. Der damalige Gemeinderat Willi Welte bezeichnete die Aktion im Nachhinein als „rechten Blödsinn”. Man habe damals wohl gemeinsam einen Blackout gehabt. Und seine Fraktionskollegin Christina Reich soll gesagt haben, dass man „Mist gemacht habe”.

Wenn man den Kisten-Bäumen nun einen neuen Lebensraum gönne, sollte der mindestens 6 Quadratmeter offene Bodenfläche aufweisen und einen durchwurzelbaren Wurzelraum haben mit mindestens 3 Kubikmeter großen Baumgruben.

3 Comments

  1. und das hat vorher niemand gewusst??? jedes Kind weiß das Bäume Platz brauchen nur unser Bürgermeister und der Gemeinderat nicht🙈. kost ja a nix. mir hams ja.

    • und genau da, wo auf privatem Grund schon ein Baum steht, stelle ich noch zusätzlich einen weiteren, in einem zu kleinen Pflanztrog hin? In der Schule wäre das eine glatte “Themaverfehlung”. Setzen sechs.

  2. Der Gartenbauverein Breitbrunn hat inzwischen vier Pflanzkübel übernommen. Herr Schiller hat sie der Vorsitzenden Frau Mattern kostenfrei angeboten. Der Bauhof hat sie in Breitbrunn in Absprache aufgestellt und Richard Kaindl kostenfrei befüllt. Die Kindergruppe Dreckspatzen bepflanzte freiwillig mit Blumen und jetzt erfreue ich mich täglich an den Blumen. Vorher lag an dieser Stelle ein riesiger Felsen zum Schutz eines Verkehrsschildes.

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