Alle reden über Energie, wir nun auch: Der neue Energiebericht des Landratsamtes Starnberg berichtet von einem rasanten Anstieg der Photovoltaik-Stromerzeugung seit 2024. 2026 produzieren im Landkreis 9520 Anlagen sauberen Strom für Haus, Auto, Gewerbe und fürs allgemeine Netz. Davon kommen 72 Prozent des erzeugten Stroms von Dachanlagen, und immerhin schon 1,2 Prozent tragen inzwischen auch die Balkonkraftwerke bei. Im Ranking der Stromerzeuger-Gemeinden steht Herrsching einmal mehr an letzter Stelle: Nur 11 Prozent des in Herrsching konsumierten Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen. Spitzenreiter in der Sauberstrom-Tabelle ist wie immer Berg mit seinen Windrädern. Dort wird zwölf Prozent mehr Strom erzeugt als verbraucht.

In einer Grafik stellt das Landratsamt ein „optimistisches Szenario“ für den Bau geplanter Windkraftanlagen vor: Geplant sind nach dieser Darstellung zwei neue Windräder in Gilching und drei in Wörthsee mit einer Gesamtleistung von 29 Megawatt. Außerdem sind sieben Photovoltaik-Freiflächen mit einer erwarteten Leistung von 30 Megawatt-Spitzenleistung in der Planung. Die Energieexperten erwarten eine Verdoppelung der Dachanlagen – die sollen einmal 120 Megawatt-Spitzenleistung bringen. Immerhin, so das Landratsamt zufrieden, stammen 73 Prozent des aktuell verbrauchten Stroms im Landkreis aus erneuerbaren Quellen.
Auch Herrsching hat aufgerüstet und die gemeindeeigenen Dächer auf dem Rathaus, auf den Feuerwehrhäusern in Herrsching und Breitbrunn mit Panelen bestückt oder die bestehenden Anlagen ausgebaut. Dies geschah auf Antrag des grünen Gemeinderates Gerd Mulert. Aber auch andere Gemeinden haben natürlich nicht geschlafen und kräftig Sonnenfänger aufs Dach montiert. Insgesamt wurde der PV-Anteil im Landkreis um 28 Prozent gesteigert – in Herrsching waren es 2025 magere 1,9 Prozent. Gilching steigerte den PV-Strom um satte 41,4 Prozent, Seefeld um 32,8 Prozent und Gauting und Tutzing um rund 25 Prozent.

Das beflügelt natürlich auch den Kauf von Elektroautos – denn nirgends tankt man billiger als vom eigenen Dach (wenn man die Investitionskosten mal außer Acht lässt): Im Landkreis gibt es seit Jahresanfang 15 149 Elektro – und Hybridfahrzeuge. Knapp die Hälfte sind reine E-Autos. Was die Statistik mit „E-Fahrzeugen mit kombiniertem Betrieb“ meint, bleibt unklar – möglicherweise sind damit Mildhybride gemeint, die man nicht extern aufladen kann. Dann allerdings wäre die Statistik eine Mogelpackung.




