HERRSCHINGER KÖPFE
In lockerer Folge stellen wir in dieser Serie Menschen vor, die unseren Ort geprägt haben, über besondere Talente verfügen, sich für andere einsetzen, einfach ein bisschen anders ticken und uns vielleicht auch einmal zum Nachdenken anregen. Den Anfang macht zum Auftakt der Volleyball-Bundesliga-Saison 2026/27 Maximilian Hauser, der Erfinder des Geilsten Clubs der Welt.
„Nach 20 Jahren Leistungssport habe ich damit aufgehört, große Ziele zu verfolgen“, sagt der 42-Jährige, „das mag für einen Trainer komisch klingen, aber ich persönlich stecke mir in dem Sinne keine Ziele mehr.“ Vielmehr versuche er Tag für Tag, Training für Training effektiv und gut zu arbeiten, erklärt er herrsching.online bei einem Mittagessen am See. Er findet: „Wenn die Spieler während einer Trainingseinheit eine neue Sache erlernt haben, dann war ich erfolgreich.“
Hauser, seit 2023 Geschäftsführer und Co-Trainer der WWK Volleys Herrsching, erzählt das so überzeugend, dass man’s ihm fast glauben mag. Doch wie passt dieses offensichtliche Understatement zu der irren Leistung, als Spielertrainer die erste Herrenmannschaft aus der Landesliga (2007) in nur sieben Jahren in die Bundesliga geführt zu haben und das Herrschinger Team seit zwölf Jahren, zehn davon als Cheftrainer, eben hier an der Spitze des deutschen Volleyballs zu halten?
„Die Geilsten” sind fest etabliert im „Home of Respect“
Dazu kommt, dass Maximilian Hauser nicht nur einem, eben erst in die Bayernliga aufgestiegenen Team nach einer schwindelerregenden Aufstiegsserie einen festen Platz im „Home of Respect“ sichern konnte. So nennt sich die Volleyball Bundesliga. Hauser hat außerdem die rotzfreche Marke „geilsterClubderWelt“ etabliert – ein bisschen aus Versehen. Unter diesem Label können die Ammersee-Volleys jedenfalls in ihren Lederhosen-Trikots mit der nötigen Mia-san-Mia-Chuzpe in allen großen Hallen Deutschlands aufschlagen. „Wir haben nach ein paar Drinks einfach mal gegoogelt, ob die Domain noch frei war. War sie!“, berichtet Hauser, „und die heute legendären, schwarzen T-Shirts mit dem Schriftzug „geilsterClubderWelt“ waren eigentlich nur als Gag zur Motivation einer Jugendmannschaft gedacht. Dass sie so einschlagen würden, war nicht absehbar.“
Dass Herrsching, ein zuvor in der Welt des Pritschens und Baggerns völlig unbedeutender Ort aus der bayerischen Provinz zum viel zitierten „gallischen Dorf des Volleyballs“ geworden ist, geht damit zwar nicht ausschließlich, aber maßgeblich aufs Konto des Trainertalents, Sportfanatikers und Lifestyle-Markenerfinders Max Hauser, der seit drei Jahren GCDW-Geschäftsführer ist, unterstützt von den Gesellschaftern Jonas Kaminski und Andreas Kugler.

Max sportliche Wurzeln
„Mit sechs Jahren bin ich in den Tennisclub Herrsching gekommen und gleichzeitig in die Volleyballabteilung des TSV. Aber ich habe auch viel Basketball und Fußball gespielt. Alles, was mit einem Ball zu tun hat, fasziniert mich“, sagt der 42-Jährige. Volleyball sei indes anfangs nur der Ausgleichssport zum Tennis gewesen, erklärt Max weiter, der es einst unter die Top 10 der bayerischen Kinderprofis im Tennis gebracht hat. „Gegen Philipp Kohlschneider (2012 Weltranglistenplatz 16, Anm. der Redaktion) habe ich noch eine positive Bilanz offen“, erklärt Hauser und muss sich das Lachen verkneifen, „gut, wir waren damals zwölf.“
Mit 16, 17 Jahren begann der Herrschinger, den Volleyball-Nachwuchs seines Heimatortes zu trainieren. „2005 sind wir mit der C-Jugend Bayerischer Meister geworden. Da war mir klar, Trainer kann ich wohl ganz gut“, sagt der 1,88 Meter große Mann, der mit Stolz das WWK-Volley-Cappy trägt und es nur zum Essen abnimmt. Der endgültige Switch vom Tennis, bzw. vom Multisport zum Volleyball sei über den „Umweg“ Beachvolleyball erfolgt.
„2004 bin ich irgendwie auf dem Nürnberger Stadtmarkt gelandet, den sie für die Bayerische Beachvolleyball-Meisterschaft mit Sand aufgeschüttet hatten. Da bin ich mit Glück letzter geworden“, sagt Hauser mit diesem, im Dreitagebart versteckten Grinsen. Aus dieser sang- und klanglosen Niederlage entwickelte Hauser den Ehrgeiz, nichts weniger als Bayerischer Meister im Beachvolleyball zu werden. Mit zarten 20 hat sich der Sportler also doch noch persönliche Ziel gesetzt. Und zwar eins, das „völlig unrealistisch“ gewesen sei.
Erreicht hat es der ehrgeizige Sportler nach vier Jahren harten Trainings („Ich war mein eigenes Trainingsexperiment“). Auf den ersten Sieg 2008 mit Florian „Joschi“ Schöberl folgte 2009 ein weiterer, wieder mit Joschi. Auch 2011 und 2013 hieß der Bayerische Meister im Beachvolleyball Maximilian Hauser – mit seinem neuen Partner Benedikt Doranth aus Inning. Mit eben diesem Doranth als Kapitän sollte 2024/2015 der Aufstieg der geilsten Hallenvolleyballer in die Bundesliga gelingen.
Zwischen Erfolg und Demut
Max Hauser könnte noch viel über Erfolg sprechen. Uns erzählt er lieber von der Demut, die er im Sport, spätestens im Sportstudium an der TU München entdeckt habe. „Wenn du dich für einen großen Sportler hältst, und plötzlichen überrunden dich die Frauen im Schwimmbecken, oder du trainierst mit jungen, gelenkigen Mädchen die Kippe beim Geräteturnen, da lernst du, was Demut ist.“ In dieser Erfahrung mag oben genanntes Understatement wurzeln.
Heute hat Hauser mit seiner Frau Anna zwei Töchter im Grundschulalter. „Die Große hat im Sommer ihre ersten Beachvolleyball-Turniere gespielt und ist total angefixt“, freut sich der Vater, für den die Faszination des (Beach-)Volleyballs nach all den Jahren noch immer in seiner Explosivität liegt. „Hier gibt’s keine mittlere Geschwindigkeit. Du gibst 100 Prozent in eine kurze Aktion, dann sind ein paar Sekunden Pause und dann wieder 100 Prozent!“
Auch, um mit seinen Mädels mehr Zeit verbringen zu können, ist Hauser vor drei Jahren als Chef-Trainer zurückgetreten und arbeitet heute „nur“ noch als Bundesliga-Co-Trainer und Jugendtrainer. „Trainer ist der schönste Job der Welt“, schwärmt Hauser, „aber auch der zeitfressendste. Du arbeitest den ganzen Tag, jeden Tag.“ Natürlich ist dem Herzblutsportler klar: Nur mit dieser eisernen Disziplin kannst du Deutscher Meister werden. Und diesen Titel, für den die WWK Volleys Herrsching in Fusion mit dem TSV Unterhaching als WWK Volleys München am 21. Oktober in die Saison 2026/2027 starten werden, will Hauser binnen fünf Jahren an den Ammersee holen. Für jemanden, der keine großen Ziele mehr verfolgt, klingt das nach einem ehrgeizigen Plan. Möge er gelingen.
Susanne Böllert





Wahnsinnige Liebe zum Sport, unzählige fleissige (ehrenamtliche) Helfer, ein außerordentliches Talent zu ermutigen, zu fördern und da zu sein für die, die gut Volleyballspielen (lernen) wollen 24/7 365 mit unermüdlicher Unterstützung einer sportbegeisterten Familie und schon hat Herrsching die Geilste Volleyball Community, die man sich vorstellen kann :)) und es werden immer mehr, was für ein Geschenk! Viel Glück, für die neue Saison!