So stellten sich die Architekten die neue vereinigte Klinik Herrsching-Seefeld vor. Da sich aber abzeichnet, dass Häuser mit nur 200 Betten keine Zukunft haben, soll ein Gutachten die Kliniklandschaft im Kreis neu ordnen. Da Herrsching an der Seefelder Straße noch Erweiterungsflächen bietet, könnte hier – theoretisch – eine größere Klinik entstehen.

Landrat bemüht sich um weitere Grundstücke für größere Klinik in Herrsching

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In Zeiten der Ungewissheit weiß niemand, welche Klinik im Landkreis überlebt oder am ökonomischen Infarkt stirbt. Landrat Stefan Frey berichtete in der Breitbrunner Bürgerversammlung von großen Umbrüchen in der bayerischen Krankenhaus-Landschaft. Für Herrschinger Bürger, die an ihrer Schindlbeckklinik hängen, war besonders ein Satz spannend: In Herrsching gebe es noch Erweiterungsflächen für eine zentralisierte Großklinik. Frey deutete an, dass er sich weiter um zusätzliche Grundstücke bemühe. Der Zeithorizont für einen Klinikneubau ist allerdings weit: Krankenhausplaner gehen inzwischen von 10 Jahren zwischen Planung und Realisierung aus. Eine Gewissheit aber scheint es zu geben: Ein Krankenhaus unter 400 bis 500 Betten hat keine Zukunft. Eine vereinigte Klinik Schindlbeck und Seefeld hätte nur 200 Betten.

Landrat Frey in der Breitbrunner Bürgerversammlung: Den Menschen reinen Wein einschenken

Die Kliniken im Besitz des Landkreises beschäftigen zur Zeit 2000 Mitarbeiter: Wo diese Menschen in 10 Jahren arbeiten, das wissen weder sie selbst noch ihr oberster Chef, der Landrat: „Die Krankenhäuser in Deutschland sind zur Zeit dramatisch unterfinanziert”, klagte Frey, „viele Kliniken sind akut von einer Insolvenz bedroht.” Für die kreiseigenen Kliniken in Starnberg, Penzberg, Seefeld und Starnberg „haben wir Millionenbeträge in den Kreis-Haushalt eingestellt”, berichtete Frey in Breitbrunn. Die werden auf Dauer die Schindlbeck-Klinik an der Seestraße nicht retten – Häuser mit weniger als 500 Betten werden die Gesundheitsreform vermutlich nicht überleben.

Um für die Reformen gut aufgestellt zu sein, bemühen sich die Starnberger Kliniken um große Fachkompetenz und hohe Fallzahlen. So lasse man sich zum Beispiel als Darmkrebszentrum zertifizieren. Und für Herrschings Schindlbeck-Klinik hatte Starnbergs Klinikmangager Dr. Weiler im Januar eine neue Abteilung angekündigt. Sie wird Akut-Geriatrie heißen und „ein Zwischending zwischen Reha und Akutmedizin sein. „In den 5 Tagen, die einem die Fallpauschale Zeit lässt, bekommt man ältere Patienten nach einem Sturz nicht fit. In dieser neuen Abteilung, die anfangs 18 Betten bekommt und als Ausbauziel 30 Patienten aufnehmen kann, hat man 14 Tage Zeit, Patienten wieder für den Alltag zu Hause fit zu machen”, sagte Weiler bei einem Pressegespräch in Herrsching.

Eine vorläufige Überlebensgarantie für die Kliniken Herrsching und Seefeld bietet auch die gesetzlich vorgeschriebene Generalsanierung dar Starnberger Klinik. Dafür müssen während der Runderneuerung 100 der 312 Starnberger Betten zeitweise stillgelegt werden. Wenn nun Herrsching vorher abgeschaltet würde, entstünde eine große Versorgungslücke.

Sparmaßnahmen, daran ließ Landrat Frey in Breitbrunn keinen Zweifel, wird es auch bei den Kreiskrankenhäusern geben: „ Vier Notfallaufnahmen im Kreis werden nicht mehr möglich sein”, kündigte er an. Das bedeutet für den Akut-Patienten längere Anfahrtwege.

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