„Handlungs-Spielräume bewusst aufgegeben“

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herrsching.online lässt als demokratisches Medium auch Bürgerinnen und Bürger prominent zu Wort kommen. Diese Kommentare geben ausdrücklich nur die Meinung der Schreiberinnen und Schreiber wieder und nicht die Ansichten der Redaktion. herrsching.online will mit Stellungnahmen an diesem prominenten Platz den Diskurs in der Gemeinde anregen. Die Schreiberin dieses Briefes, Ingeborg Donhauser, ist Mitglied im Vorstand des Ortsverbandes der Herrschinger SPD. Sie bezieht sich auf die Aufhebung des Bebauungsplans 48 „Nördlich der Pilsenseestraße und westlich des Seemoosweg“ im Bauausschuss.

„Mit immer erneutem Entsetzen müssen wir Neuwiddersberger seit Jahren hilflos zusehen und erleben, wie in dieser einst so idyllischen kleinen Waldsiedlung große Buchen, Eichen, Büsche und Blumenwiesen, sogar ein ganzes Buchenwäldchen vernichtet werden. Damit die frei gewordenen Flächen mit Maximalbebauungen, riesigen Garagen und Schottergärten zubetoniert werden können. Von profitgierigen fremden Investoren, die diese Neubauten dann für viel Geld an Reiche vermieten oder verkaufen.
„Da kann man ja eh nichts machen”, sagen resignierende Anwohner. Und sie haben leider recht.
Denn alle Verantwortlichen, die diese Neubauten seit Jahren genehmigen, wissen um die Naturzerstörung und die Versiegelung immer größerer Bodenflächen. Sie wissen, dass immer mehr Tiere ihre Heimat verlieren, die Artenvielfalt schwindet und die Landschaft immer weiter verschandelt wird.
Sie wissen auch, dass durch das ständig wachsende Verkehrsaufkommen die Lebenslage für die Bürger von Neuwiddersberg, besonders für ihre Kinder, immer gefährlicher wird. Da der Seemoosweg nur eine schmale und einspurig befahrbare Sackgasse ist, und die einzige enge, kurvige, steile Pilsenseestrasse, ohne Bürgersteig, unten senkrecht auf die mit 70 km befahrbare Seefelderstrasse mündet, und oben, auf einer schmalen Privatstrasse am Weiher vorbei, aus Neuwiddersberg heraus führt.
Auch wissen sie, dass die Grundstücke, Hecken, Zäune und Mäuerchen der alteingesessenen Neuwiddersberger seit Jahren, durch die, für die hiesigen Gegebenheiten, viel zu grossen Baufahrzeuge, immer wieder beschädigt werden. Und ihr Lärm, Gestank und die Abgase an Nerven und Gesundheit zehren.
Wir haben es ihnen oft genug berichtet!
Wanderer, die auf dem Weg nach Andechs vorbeikommen, wundern sich immer häufiger, wer wohl für so viel „Baufrevel”, verantwortlich ist.
Dafür gibt es dann immer wieder die erklärende Antwort aus dem Rathaus: “Die Baugesetze sind eben so” .
Das Kippen des letzten Bebauungsplans von Neuwiddersberg in der Bauausschusssitzung am Montag, 27.06.2022, mit anscheinend nur drei Gegenstimmen zeigt nun wieder einmal, dass viele Mitglieder der anderen Parteien samt Erstem Bürgermeister ihre Handlungsspielräume bewusst erneut aufgegeben haben. Obwohl sie das hier Geschilderte wussten. Ist schon krass, oder?

Ingeborg Donhauser

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