Bahnunterführung rückt in weite Ferne: Gibt’s nun doch Platz für sozialen Wohnungsbau?

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Bahnunterführung – ein Feuchtbiotop und Millionen-Grab für Bahn und Land? Eine Machbarkeitsstudie sollte aufzeigen, ob eine Betonwanne in Seenähe technisch und finanziell möglich ist.

Wird die Unterführung der Rieder Straße unter den Bahngleisen ein Projekt fürs nächste Jahrhundert? Seit Jahren schon müsste eigentlich eine Machbarkeitsstudie zu dem Monsterprojekt vorliegen. Die Untersuchung sollte die Frage beantworten, ob es mit realistischem Aufwand möglich wäre, die Staatsstraße unter die Bahngleise zu legen. Jetzt teilte das Bauamt mit, dass die Machbarkeitsstudie „bis auf weiteres zurückgestellt wird.“ Der Grund: fehlende personelle Kapazitäten bei der Bahn und beim Bauamt.

Immerhin, so das Bauamt, liege ein Entwurf einer Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung der Studie vor. Das bedeutet, dass Bahn und Amt nun wissen, was sie von den Gutachtern wissen wollen.

Wie herrsching.online schon im Jahre 2022 berichtet hatte, konnte sich die Bahn lange nicht mit dem Projekt einer Absenkung der Rieder Straße am Bahnübergang anfreunden. „Die Bahn sagt, aus ihrer Sicht seien keine weiteren Maßnahmen notwendig“, berichtete uns damals Abteilungsleiterin Silke Schweigler.

In der Herrschinger Kommunalpolitik gilt eine Unterführung als alternativlos, wenn die S-Bahn dank der neuen Stammstrecke ihren Takt von 20 auf 15 oder gar 12 Minuten verändert. Dann, so das Argument, würden die Wartezeiten an den Bahnschranken zu lang werden. Allerdings verzögerte sich die Fertigstellung der zweiten Stammstrecke so dramatisch, so dass für eine Bahnunterführung in Herrsching kein Zeitdruck besteht.

Wenn nun schon die Machbarkeitsstudie in weite Ferne gerückt ist (die kostet ja auch einen sechsstelligen Betrag), dann ist ein Baubeginn für die schrankenlose Rieder Straße mutmaßlich ein Projekt für eine sehr ferne Zukunft. Wahrscheinlich würde auch die Gemeinde Herrsching einen bescheidenen Anteil der Kosten übernehmen müssen – in Zeiten der Haushaltssperre wäre das eher ausgeschlossen.

Damit taucht eine Idee der Bürgergemeinschaft Herrsching und der Grünen wieder auf, das Gelände der ehemaligen Bofrosthalle für den sozialen Wohnungsbau zu nutzen. Es gab in beiden Gruppierungen schon erste gedankliche Entwürfe, an den Bahngleisen schlichte, preiswerte Wohnungen für Menschen zu bauen, die sich keine marktübliche Miete leisten können. Der Verband Wohnen hatte allerdings schon signalisiert, dass er an dem Grundstück nicht interessiert sei.

Ein Wohnprojekt neben der Bahnschranke galt bisher als aussichtslos, weil das Grundstück beim Bau einer Unterführung als Materiallager benötigt werde.

Die ersten Probebohrungen vor zwei Jahren lassen allerdings nichts Gutes erwarten: Schon nach fünf Metern stießen die Bohrmeißel auf Grundwasser. Wegen des nahen Ammersees wäre vermutlich eine riesige, wasserdichte Betonwanne notwendig, in der die Rieder Straße dann unter den Bahngleisen durchtauchen würde. Über die Kosten eines solch gigantischen Projekts wagt kein Fachmann eine Schätzung.

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