Ironman am Ammersee? Erst müssen Gemeinden ihre Hausaufgaben machen.

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© Alexander Koerner, Getty Images
Ob Jamie Riddle aus Südafrika, der hier vor der Kulisse von Frankfurt am Main in die Pedale tritt, auch mal durch die Ammersee-Region rasen wird? Viele Akteure hoffen es.

Von Frauke Vangierdegom

Herrsching/Starnberg. Die Planungen für einen Ironman am Ammersee gehen in die nächste Runde. Die beteiligten Gemeinden müssen noch ihre Zustimmung signalisieren, gleichzeitig läuft die Suche nach Sponsoren an. Geht alles nach Plan, könnte das internationale Triathlon-Event 2028 erstmals am Ammersee stattfinden.

Es ist ein bisschen wie beim Triathlon selbst: Erst einmal muss die erste Etappe geschafft werden, bevor es auf die nächste geht. Beim geplanten Ironman am Ammersee heißt das vor allem: Die beteiligten Gemeinden müssen ihre Hausaufgaben machen.

Nachdem der Herrschinger Gemeinderat wie berichtet im Juli mit 14:10 Stimmen grünes Licht für die weitere Prüfung gegeben hatte, ist das Projekt inzwischen eine Nummer größer geworden. Nicht nur Herrsching ist gefragt. Auch Andechs, Seefeld, Weßling, Starnberg, Wörthsee und Gilching müssen noch den Letter of Intent unterzeichnen – eine unverbindliche Absichtserklärung, mit der die Kommunen signalisieren, dass sie grundsätzlich bei einem solchen Großereignis mitmachen würden.

Einige Gemeinden müssen den Letter of Intent noch unterzeichnen

Eigentlich, sagt Werner Schmid von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg (gwt), hätten diese Beschlüsse bereits gefasst sein sollen. Doch nicht alle Gemeinden haben das bislang geschafft. Schmid rechnet damit, dass die notwendigen Entscheidungen im Laufe des Oktobers nachgeholt werden. Für die gwt ist das ein wichtiger Schritt. Sind die kommunalen Absichtserklärungen beisammen, kann die Gesellschaft selbst die nächste politische Hürde nehmen und die Beschlussfassung ihrer Gesellschafter weiter vorantreiben.

Damit wäre das Projekt allerdings noch nicht unter Dach und Fach. Denn neben den politischen Fragen ist vor allem eine andere entscheidend: Wer bezahlt das Ganze? „Wir sprechen hier von einer sechsstelligen Summe“, so Schmid. Genau hier dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, ob aus der Idee vom Ironman am Ammersee tatsächlich ein Rennen wird. Eines ist dabei nach den bisherigen Beschlüssen klar: Öffentliche Gelder sollen dafür nicht eingesetzt werden. Die Finanzierung soll stattdessen über Sponsoren sowie Sach- und Dienstleistungen organisiert werden. Für die gwt und die Gemeinde Herrsching bedeutet das: Es müssen jetzt Partner gefunden werden, die bereit sind, ein internationales Sportereignis dieser Größenordnung finanziell zu unterstützen.

Ohne Moos nix los – das würde auch für die Eisenmänner gelten

„Ohne die notwendigen Mittel wäre das Projekt bereits in der Prüfungsphase quasi gestorben“, macht Schmid deutlich. Gleichzeitig klingt er nicht so, als würde die gwt die Flinte ins Korn werfen. Im Gegenteil: Er sieht weiterhin eine realistische Chance, dass der Ironman 2028 am Ammersee gestartet werden kann. Das Sponsoring wird damit zu einer Art vierter Disziplin des Triathlons – und möglicherweise zur entscheidenden.

Nach den bisherigen Überlegungen soll Herrsching der zentrale Austragungsort werden. Die geschützte Herrschinger Bucht biete sich für das Schwimmen an, als Wechselzone stünden Flächen am See und an der Realschule im Raum. Von dort würden die Teilnehmer auf die Radstrecke gehen, die durch den Landkreis führen könnte. Der abschließende Lauf wäre nach den bisherigen Überlegungen am Ammersee-Ostufer denkbar.

Werner Schmid von der gwt Starnberg ist optimistisch

Dass ein Ironman bereits in knapp zwei Jahren am Ammersee stattfinden könnte, klingt ambitioniert. Doch genau so sieht es Werner Schmid. Spätestens Mitte 2027, sagt er, müsse allerdings alles in trockenen Tüchern sein. Dann müssten Finanzierung, Organisation, Streckenplanung und die weiteren Voraussetzungen so weit geklärt sein, dass der Veranstalter ausreichend Vorlauf für die konkrete Vorbereitung des Rennens hat.

Schmid ist optimistisch. In den Gesprächen mit den Bürgermeistern spüre er grundsätzlich den Wunsch, dass in der Region auch größere Veranstaltungen stattfinden. Ein internationales Sportereignis wie ein Ironman könne weit mehr sein als nur ein Wochenende mit vielen Radfahrern, Läufern und Zuschauern. Genau darin liegt für die Befürworter der Veranstaltung der eigentliche Reiz. Sie könnte Gäste in die Region bringen, Übernachtungen und Gastronomie beleben und dem Fünfseenland zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Auch im Herrschinger Gemeinderat war im Juli genau dieses Argument angeführt worden. Befürworter sahen in der Veranstaltung eine Chance für Tourismus und Wirtschaft, während Kritiker vor allem auf Verkehrsprobleme, den organisatorischen Aufwand und mögliche Belastungen für kommunale Mitarbeiter hinwiesen. Für Schmid überwiegen die Chancen. Gerade eine Region wie das Fünfseenland könne von einer Veranstaltung profitieren, die Menschen von außerhalb an den Ammersee lockt und international Aufmerksamkeit erzeugt.

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