Das 20. Fünf Seen Filmfestival [SB1] (fsff) in den Breitwandkinos in Starnberg, Gauting, Schloss Seefeld und am Spielort in Weßling macht den Kreis Starnberg wieder zum Cineasten-Gipfeltreffen. Dass es zu dieser Jubiläumsausgabe eines der wichtigsten Kinofestivals in Süddeutschland kommt, ist an sich schon eine Nachricht wert. Denn vergangenes Jahr hatte Breitwand-Besitzer und fsff-Leiter Matthias Helwig [SB2] ebenso häufig wie nachdrücklich gedroht, dies sei nun wirklich das letzte Jahr, dass er sich die ungemeine zeit- und kostenintensive Ausrichtung des Festivals zumuten würde.

Nun sind zwar weder mehr öffentliche Fördergelder geflossen noch ist ein Nachfolger gefunden. Dennoch eröffnet das „Mekka für Cineasten“ aus dem Kreis Starnberg und weit darüber hinaus auch morgen wieder unter der engagierten Leitung des 66-Jährigen und seines langjährigen Teams. Gezeigt werden bis 13. September mehr als 150 der besten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Deutschland, Österreich und Schweiz, aber auch aus anderen mitteleuropäischen Ländern sowie Israel, Taiwan und Japan.
Zwei Weltpremieren
Darunter sind auch zwei Weltpremieren. So präsentieren der Seeshaupter Filmemacher Walter Steffen und sein Filmteam am Sonntag, 6. September, um 20 Uhr in der Schlossberghalle Starnberg ihren neuen Dokumentarfilm „Cinema Utopia“. Erzählt wird die Geschichte der vier Legner-Geschwister, die in den 1970er Jahren in ihrem schwäbischen Dorf das Filmfestival Ballmertshofen gründeten, das noch heute existiert. Am Sonntag in Starnberg sowie am 11. September um 17.30 im Breitwandkino im Schloss Seefeld sowie um 20 Uhr in Gauting findet nach der Vorführung ein Filmgespräch mit Regisseur und Crew statt.
Bei der zweiten Weltpremiere handelt es sich um Matthias Lehmanns Spielfilm „Nur für Verrückte“. Ansehen dürfen sich die Geschichte von einem lebensmüden und einem todkranken Bruder natürlich auch nicht Verrückte. Gelegenheit dazu haben sie am Dienstag, 8. September, um 20 Uhr in Starnberg, am 9. September um 17 Uhr in Gauting und um 20 Uhr in Weßling.
Marcus H. Rosenmüller ist eine Werkschau gewidmet
Wie jedes Jahr haben Hellwig und Team es auch im Spätsommer 2026 geschafft, zahlreiche Größen aus dem Filmgeschäft ins Starnberger Fünf Seen Land zu locken. Als Ehrengäste erwartet werden unter anderem die international tätige Kostümbildnerin Monika Buttinger und der Münchner Regisseur Marcus H. Rosenmüller, dem im fsff-Jubiläumsjahr eine Werkschau gewidmet ist. Natürlich dürfen da weder „Wer früher stirbt ist länger tot“ fehlen, mit dem ihm 2006 der Durchbruch gelang, noch sein jüngstes Werk „Extrawurst“, in dem Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst und Fahri Yardim die political correctness ad absurdum führen. Von Ehrengast Christian Petzold, einem weiteren Hochkaräter der deutschen Regisseursriege, werden ebenfalls fünf Filmperlen zu sehen sein.
Luna Wedler erhält den Hannelore-Elsner-Preis
Ehrengast Luna Wedler indes erhält in diesem Jahr als nunmehr achte Schauspielerin in der Geschichte des Fünf Seen Filmfestivals den Hannelore-Elsner-Preis. Die gefeierte Schweizer Filmschauspielerin nimmt den mit 5000 Euro dotierten Preis, den erneut Susanne und Carsten Zehm gestiftet haben, am 4. September in der Schlossberghalle Starnberg entgegen. Luna Wedler folgt auf Barbara Auer, Nina Hoss, Birgit Minichmayr, Sandra Hüller, Paula Beer, Corinna Harfouch und Leonie Benesch. Gezeigt wird Nicolas Steiners Film „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“, in dem die junge Schauspielerin als lebensfrohe Studentin glänzt.
Mit den Filmemachern ins Gespräch kommen
Nachdem bereits das zweiwöchige Open Air Kino im Seebad Starnberg alle Erwartungen übertroffen hat (insgesamt kamen 5.500 Zuschauer, im Schnitt also mehr Besucher als in allen Jahren seit 2019), freuen sich Hellwig und seine Leute nun auf möglichst viele interessierte Besucher. Die sollen nicht nur das breite Angebot an Spiel- und Kurzfilmen sowie Dokumentationen nutzen, sondern auch die seltene Möglichkeit, mit den Filmemachern selbst ins Gespräch zu kommen – während der zahlreichen Publikumsgespräche zu den Filmvorführungen und nicht zuletzt auch beim beliebten Filmgespräch am See, auf dem am 13. September Regisseurin Margarethe von Trotta in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing zum Thema „Fragile Räume? Film und Filmfestival“ reden wird.

Die Highlights in der Schlossberghalle Starnberg noch einmal im Überblick:
Eröffnungsfeier des 20. Fünf Seen Filmfestivals: 3. September, 19.30 Uhr, Empfang ab 18.30 Uhr
Verleihung Hannelore-Elsner-Preis: 4. September, 20 Uhr, Empfang ab 19 Uhr
Abschlussfeier und Preisverleihung des 20. Fünf Seen Filmfestivals: 13. September, 20 Uhr, Empfang ab 19 Uhr.

Und wer am 7. September der Dampferfahrt auf dem Starnberger See beiwohnen möchte, erscheint ab 18 Uhr am Dampfersteg Starnberg.
Alle Infos zum Hauptwettbewerb „Fünf Seen Filmpreis“ sowie den sieben weiteren Kategorien gibt es auf www.fsff.de[SB3] Hier sind auch die Einzeltickets oder Festival-Pässe zu erstehen sowie Karten zu allen Sonderevents.




