Aus is und goar is und schad is, dass wahr is!

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Ein halbes Jahr Vorbereitung und vierzehn Tage Arbeit fast rund um die Uhr: Die beiden Vorstände Alexander Tropschug (rechts) und Jörg Ellinger mussten auf der Ehrenrunde im Riesenrad einmal nicht selbst rotieren. Foto: Gerd Kloos

Vierzehn Tage Ausnahmezustand in Herrsching: 25 000 Menschen haben das Jubiläumsfest auf der Festwiese besucht, 15 000 Liter Bier flossen in durstige Kehlen, 20 Veranstaltungen hat das Festzelt erlebt, und ein paar Leute sind nun sehr glücklich und sehr, sehr müde: herrsching.online hat zum Abschluss mit dem Orga-Co-Chef Alexander Tropschug und dem Schatzmeister Jörg Ellinger eine Ehrenrunde im Riesenrad gedreht. Die beiden haben vierzehn Mal einen 18 Stundentag absolviert. 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben mit Hand angelegt: Das Fest zum 1250. „Geburtstag“ von Herrsching wird bald mit dem Attribut „legendär“ ausgezeichnet werden. Nur die Zusammenarbeit mit den Behörden war nicht immer spannungsfrei. So wollte die Bayerische Seen- und Schlösserverwaltung Pachtgebühren von einem ehrenamtlichen Verein eintreiben. Und der Betreiber des Riesenrades war kurz davor, wieder abzuziehen, weil die Auflagen des Landratsamtes nur schwer erfüllbar waren. Aber Schwamm drüber – Herrsching hat sich ein Jahrhundertfest geschenkt.

herrsching.online: Wir schweben gerade auf 38 Meter Höhe überm Festgelände. War dieses Fest ein Höhepunkt in der Herrschinger Geschichte?

Tropschug: Ein geiles Fest, das von den Herrschingern und der Umgebung mit Begeisterung angenommen wurde. Viele konnten sich nicht vorstellen, dass so etwas mit dieser Struktur funktioniert. Wir haben bewiesen, dass Herrsching lebt…

herrsching.online: … und nicht nur ein Rückzugsort für alternde Millionäre ist…

Tropschug: Genau. Allein die Anzahl der Helferinnen und Helfer hat das bewiesen. In den zwei Festwochen sind die Kritiker, neudeutsch auch Hater, komplett verstummt.  Deshalb auch ein großes Dankeschön an die Helfer, aber auch an die Bevölkerung, die das Fest so wunderbar angenommen hat.  Wir glauben, dass jede Herrschingerin, jeder Herrschinger mindestens einmal auf der Festwiese war.

herrsching.online: Wieviele Besucher, glauben Sie, haben das Fest in den 14 Tagen besucht?

Tropschug: 22 385…

herrsching.online:… Komma vier.

Tropschug: Wir haben die Besucherzahlen einmal anhand der Umsätze, des Bierkonsum und der Tickets geschätzt und sind auf rund 25 000 Besucher gekommen. Wir haben natürlich keine Videoüberwachung wie auf dem Oktoberfest.

herrsching.online: Wieviel Mass Bier wurden konsumiert?

Ellinger: Wir wissen das natürlich noch nicht genau, aber wir schätzen, dass 15 000 Liter Bier getrunken wurden.

herrsching.online: Herr Schatzmeister, dann ist ja das Gespenst einer Vereinsinsolvenz gebannt, von dem Sie in einem Interview gesprochen haben?

Ellinger:  Ja, trotz der ersten Woche, die ja wettertechnisch eine Katastrophe war.  Genau kennen wir die Zahlen erst in zwei Wochen, wenn die ganzen Künstlerabrechnungen, die Nebenkosten und andere Kosten bekannt sind.

herrsching.online: In einer Periode, in der sich die klamme Gemeinde eine Haushaltssperre auferlegt hat, ist so ein Riesenfest eine echte Mutprobe und zugleich ein Festakt für das Ehrenamt?

Ellinger: Ja, aber die Herrschinger haben uns auch wunderbar unterstützt. Viele waren jeden Tag auf der Festwiese, das gehörte schon zum täglichen Ritual.  Ich denke, dass wir einigermaßen gut rauskommen. Und zum Gelingen gehört auch das Riesenrad, in dem wir gerade sitzen.  Auch der Verkauf des Maskottchens Herrschi hat funktioniert. Da kam zum Beispiel eine ältere Dame extra aus Starnberg mit dem Bus, um unsere kleine kuschelige Herrschi-Möve zu kaufen.

Tropschug: Und die Pins müssen noch erwähnt werden, die supergeilen Anstecknadeln.

herrsching.online: Wieviele Stunden haben Sie als Vorstände in dieses Unternehmen gesteckt?

Tropschug:  Lebenszeit? Gefühlt zehn Jahre…

herrsching.online Sieht man Ihnen nicht an…

Tropschug: Seit Januar sind wir jeden Montag in Dreierteams zusammengesessen und haben Hausaufgaben verteilt.  Das war insgesamt ein Fulltime-Job. Allein die Auflagen der Behörden waren herausfordernd. 

herrsching.online: Wie war die Zusammenarbeit mit den Behörden?

Ellinger: Am Anfang etwas kritisch. Es gab Entscheidungen, die wir nicht nachvollziehen konnten. Mit dem Riesenrad hatten wir anfangs unheimliche Probleme. Und die Bayerische Seen- und Schlösserverwaltung wollte für ein Fest, das Ehrenamtliche auf die Beine stellen, Pachtgebühren haben. Zwischendrin haben sich manche schon mal gefragt: Willst Du das noch einmal machen? Wir hätten insgesamt schon eine bessere Zusammenarbeit erwartet.  

Tropschug: Wir hoffen, dass die Behörden, das Landratsamt oder auch die Gemeinde, aus diesem Fest etwas lernen. Zum Beispiel beim Thema Lärmschutz (dazu auch der separate Artikel: So geht Lärmschutz).

herrsching.online: Aber wir fassen zusammen: ein unvergessliches Fest.

Beide: Ein Fest, das immer in Erinnerung bleibt.  

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