Parkplätze, Baum & Bank oder freie Sicht auf die Straße? Die Diskussion um die drei Schrägparkplätze an der Ecke Mühlfelder Kienbachstraße nimmt Fahrt auf: „Die Idee, einen Behindertenparkplatz in Nähe der Arztpraxen und Apotheke einzurichten, scheint mir deutlich hilfreicher als ein zusätzliches Sichthindernis durch einen mitten auf der Straße neu angepflanzten Baum“, kritisiert die herrsching.online-Leserin Ute Höffner.

Sie spielt damit auf eine Idee aus dem Gemeinderat an, an der Ecke vor der Thai-Massage statt dreier Schrägparkplätze einen Baum zu pflanzen und eine Sitzbank aufzustellen. „Ich würde es sehr begrüßen, wenn mehr an Mitbürger gedacht wird, die auf ihr Auto angewiesen sind, um noch im Ort am gemeinschaftlichen teilzunehmen“, begründet sie ihre Kritik.
Nun präsentiert der Landschaftsingenieur und Baumexperte Konrad Herz einen Vorschlag, der Baum und Autos Raum geben könnte. Neben dem Baum, so Herz, könnte man zwei Behindertenparkplätze ausweisen (in der Nähe gibt es einige Arztpraxen und eine Apotheke).

Eigentlich darf man Bewässerungsflächen rund um einen Baum (Fachdeutsch: Baumscheiben) nicht befahren, weil durch die Verdichtung das Wurzelwerk Schaden nehmen würde. Durch eine trickreiche gärtnerische Technik aber könnten Autos doch nahe am Stamm parken. Landschaftsingenieur Herz: „Unter der Baumscheibe werden verschiedene Substrate eingebaut. Eines, das unter den Verkehrsflächen hochverdichtet werden kann und trotzdem gut pflanzenverfügbar ist und ein weniger verdichtungsfähiges Substrat unter der eigentlichen Baumscheibe.“ Rund um den Stamm schützt eine Art Rost mit Schlitzen für das Regenwasser und die Belüftung die Wurzeln des Baums. Diese schützende Abdeckung kann sogar so ausgelegt werden, dass sie den Schwerlastverkehr aushält.
Landschaftsingenieur Herz, übrigens auch gelernter Gärtner, ist sich sicher, dass man für diese „koexistenzielle“ Lösung von Baum und Auto nicht einmal einen Verkehrsexperten braucht. Geld gespart, Parkplätze erhalten und Schattenspender gepflanzt – klingt nach einem durchdachten Plan.
Und, so vernehmen wir aus der Bürgerschaft, gäbe es sogar einen Spender für den Baum.





Könnte man die Baumscheiben in der Bahnhofstraße nicht auch auf diese Art umgestalten: die Bäume hätten mehr Platz und Bewässerung und die Parkplätze könnten erhalten bleiben, wie die Gewerbetreibenden es sich wünschen.
Diese Idee hört sich nach einem guten Kompromiss an, Behinderten Parkplatz mit Baumschatten und hoffentlich immer noch ausreichender Sicht wäre schön.