Bis raus zum Pilsensee hätte sich zeitweise der Verkehr gestaut sowie im halben Ort, berichtet Bürgermeister Christian Schiller. Wegen einer miserablen Schaltung der Behelfsampeln sei sogar schon die Polizei eingesprungen, um mit zwei Mann den Verkehr zu regeln. Anwohner sprechen vom „totalen Horror“, von Schulbussen, die zu spät kämen, und von nicht mehr tolerierbaren Zuständen. Der Baustellenleiter appelliert seinerseits an den gesunden Menschenverstand der Beschwerdeführer. Was die Gemüter so erregt, ist die Baustelle in der Luitpoldstraße, die vor zwei Wochen eingerichtet wurde. Hier sowie in der Kientalstraße lässt der Verteilnetzbetreiber Bayernwerk AG derzeit neue Stromkabel verlegen. Die alten reichen vor allem für die auf dem alten Heine-Optotechnik-Gelände entstehenden Wohnungen nicht mehr aus.
Mehr noch als die Baustelle an sich sind es aber die Baustellenfahrzeuge, die auch an arbeitsfreien Tagen die ortsauswärts gesehen rechte Fahrbahn blockieren. Diese unnötige Verkehrsbehinderung ließe sich doch vermeiden, indem die Bagger und sonstigen Fahrzeuge der von Bayernwerk beauftragten Firma Schmid Gala Bau aus Passau woanders parkten. Zumindest außerhalb der Arbeitszeiten, die an sich schon recht übersichtlich ausfielen. Diesen Vorschlag hat ein aufgebrachter herrsching.online-Leser der Redaktion sowie dem Bürgermeister unterbreitet. Beschwert hat sich aber allem Anschein nach nicht nur dieser Bewohner des Dekan-Wenzl-Wegs, sondern noch weitere, genervte Autofahrer, die zu Stoßzeiten in der Luitpoldstraße feststeckten.
„Wir sind auch genervt“, macht Schiller sich jedenfalls Luft, „in der Gemeindeverwaltung laufen alle Beschwerden ein. Dabei ist das gar nicht unsere Baustelle!“ Die verkehrsrechtliche Genehmigung für eine Baustelle mit halbseitiger Fahrbahnsperrung und Behelfsampeln hat tatsächlich das für Staatsstraßen zuständige Landratsamt erteilt. Und zwar für vier Wochen. Darauf pocht auch der Baustellenleiter, der mit seinem Mitarbeiter derzeit bereits in der Kientalstraße tätig ist. Dennoch ließen sich die Fahrzeuge nicht einfach umparken. Schließlich seien sie ständig im Gebrauch und des Weiteren sei im näheren Umkreis der Baustelle auch überhaupt kein Platz. „Wir hoffen, Mitte nächster Woche fertig zu sein, wenn nichts dazwischen kommt. Sonst Ende der Woche“, erklärt er aber. Und dass man die Baustelle, die auf 50 Meter genehmigt sei, bereits deutlich reduziert habe, sobald dies möglich gewesen sei.
Auch das Landratsamt ist optimistisch, dass die Störungen bald ein Ende finden werden. Die Pressestelle schreibt: „Die ausführende Firma hat mitgeteilt, dass die Arbeiten fast beendet sind und die Baustellenampel im Laufe des morgigen Tages abgebaut wird. Danach sind der Gehweg und die Fahrbahn in beiden Fahrtrichtungen der Luitpoldstraße wieder frei und ohne jegliche Beeinträchtigung zu nutzen.“ Ob auch die Baustellenfahrzeuge entfernt werden, war der Mitteilung indes nicht zu entnehmen.
Weiter teilt das Landratsamt mit: „Die restlichen Arbeiten finden in den gemeindlichen Nebenstraßen statt, dies ist direkt von der Gemeinde Herrsching so genehmigt. Größere Beeinträchtigungen dürften sich dadurch nicht mehr ergeben.“ Auch Schiller findet versöhnliche Worte: „Wir müssen ja froh sein, wenn sich etwas rührt. Die Bereitstellung von Infrastruktur erfordert eben Baustellen.“





Das temporäre Halteverbot sollte vor der Luitpoldstr. 31 sollte man beibehalten. Dann fließt der Verkehr auch nach der Baustelle flüssig.