Mitterweg: Funkenflug setzt Holzfassade in Brand

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  • Die extreme Rauchentwicklung hatte viele Herrschinger alarmiert. Zum Glück brannten nur Holz und Holzwolle und keine Chemikalien. Foto. Schiller
  • Brand in Haus 3 Bezahlbares Wohnen Mitterweg
    Bis zu 85 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren auf die Baustelle geeilt, nachdem um 8.21 Uhr der Notruf eingegangen war. Foto: Böllert
  • Die Fassade muss komplett zurück gebaut werden. Foto: Susanne Böllert
  • Komplett zerstört. Von der Ostfassade des Neubaus war nichts mehr zu retten. Foto: Böllert

Von Susanne Böllert

Eine hohe, dunkle Rauchsäule in der Ortsmitte hat heute Morgen die Herrschinger alarmiert. Tatsächlich hat bei Schneidearbeiten im zweiten Obergeschoss eines Rohbaus ein Funke die bereits fertiggestellte Holzfassade auf der Ostseite des Gebäudes in Brand gesetzt. Es handelt sich um Haus 3 des Projektes „Bezahlbarer Wohnraum Mitterweg“, das sich derzeit noch in Bau befindet. Nachdem die Holzwolledämmung Feuer gefangen hatte, dauerte es nur Augenblicke, bis die Fassade, in die sogar schon die Fenster eingesetzt waren, in Flammen stand. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen.

Glücklicherweise befindet sich das Gerätehaus der Herrschinger Feuerwehr direkt gegenüber der Baustelle, so dass die Einsatzkräfte in kürzester Zeit vor Ort waren. Eingegangen war der Notruf um 8.21 Uhr, wie Feuerwehrkommandant Peter Saur herrsching.online erklärte.

Umgehend setzte der Einsatzleiter zwei Atemschutztrupps ein, um das Feuer an der Außenfassade zu bekämpfen, das sich schnell von oben nach unten über die gesamte östliche Hauswand ausgebreitet hatte. Allerdings konnte sich der Brand unter der Holzverschalung weiter ausbreiten und die damit einhergehende Rauchentwicklung war äußerst stark, weshalb Saur weitere Einsatzkräfte anforderte. Rund 20 mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Feuerwehrlern gelang es unter hoher körperlicher Anstrengung im letzten Moment zu verhindern, dass der Brand auch auf den Dachstuhl übergreifen konnte. Gegen 11 Uhr war das Feuer fast in Gänze gelöscht.

Die Nachlöscharbeiten mit Kräften aus Herrsching, Breitbrunn und Hechendorf zogen sich allerdings bis in den Mittag hinein. Um alle Glutnester ablöschen zu können, musste man sogar zur Motorsäge greifen und die „Holzverkleidung umfangreich öffnen“, wie die Kreisbrandinspektion Starnberg am Nachmittag mitteilte. Und noch einmal Glück im Unglück: Denn Haus 3 war ja noch eingerüstet. So konnten sich die Einsatzkräfte auf dem Baugerüst über die gesamte Ostseite des fast fertiggestellten Wohnhauses entlang arbeiten.

Insgesamt waren laut Pressemitteilung knapp 100 Feuerwehrleute aus Herrsching, Breitbrunn Hechendorf, Pöcking, Söcking, Aschering sowie der Einsatzleitung und der Kreisbrandinspektion vor Ort, unterstützt von knapp zehn Kräften des Rettungsdienstes.

Nach Angaben von Bürgermeister Schiller geht Architekt Markus Schneider von einem mittleren sechsstelligen Schadensbetrag aus.

Im Mitterweg entstehen derzeit insgesamt 26 geförderte Wohnungen. Wie nötig die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum ist, zeigt die hohe Zahl von Bewerbern: 176 Personen hatten ihr Interesse an einer solchen Wohnung bekundet. Seit August informiert die Gemeinde sukzessive diejenigen, die das Glückslos getroffen hat.

Die Wohnungen sollten planmäßig im Herbst 2027 bezugsfertig sein. Ob der Brand an dem Fertigstellungstermin etwas ändert, ist im Moment nicht absehbar. Die Fassade muss jedenfalls komplett zurückgebaut und neu errichtet werden.

Aktualisierte Fassung von 17.17 Uhr.

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