Auf diesem Grundstück an der Mühlfelder Straße will angeblich der Verein „Zukunft trotz Handicap" ein Haus für Menschen mit Behinderung bauen. Der Bauausschuss hatte nun in Aussicht gestellt, dass die Vorschriften des Bebauungsplans für dieses Projekt nicht gelten sollen. Wie sich nun herausstellte, kommt die Bauvoranfrage gar nicht von dem gemeinnützigen Verein.

Handicap-Projekt: Unter falscher Flagge gesegelt?

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Verwirrung um ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Herrsching. Im Bauausschuss des Gemeinderats fragte angeblich der Verein „Zukunft trotz Handicap e.V.“ an, ob für das Grundstück Mühlfelder Straße 53 der Bauturbo in Betracht kommen könne. Möglich, dass in dem Haus sogar noch Zimmer für Tagespflege-Patienten eingerichtet werden können, sagte der planende Architekt im Bauausschuss. Die Gemeinde zeigte sich grundsätzlich mit den Plänen einverstanden. Jetzt stellte sich heraus, dass die Vorsitzende des Vereins, Andrea Hanisch, mit dem Projekt gar nichts zu tun habe. Wie sie dem Merkur berichtete, habe jemand „einfach unseren Namen verwendet“. Der Grundstückseigentümer habe selbst vor, dieses Wohnheim an der Mühlfelder Straße zu realisieren. Möglicherweise wird das Auswirkungen auf die späteren Genehmigungsverfahren haben.

Das Konzept für das Haus soll in der nächsten Bauausschuss-Sitzung am 13. April vorgestellt werden. Gedacht ist an ein Heim mit Wohneinheiten von etwa 23 Quadratmetern. Der Grundstückseigentümer sei, so teilt die Gemeinde mit, bereit, einen städtebaulichen Vertrag mit dem Rathaus abzuschließen. In diesem Vertrag wäre dann die soziale Bindung des Anwesens geregelt. Auf dem Grundstück steht noch ein altes Haus, das dem Neubau weichen müsste. Geplant sei auch der Bau einer Tiefgarage.

Ein ähnliches Haus, so berichtete der Merkur aus dem Kreis Rosenheim, will der Verein ZTH in Nußdorf bauen. Das Projekt soll mit Unterstützung der Eltern finanziert werden. Die geschätzten Kosten für die Angehörigen beliefen sich auf rund 130 000 Euro – in Form eines zinslosen Darlehens. Verlässt ein Bewohner die Einrichtung wieder, bekämen die Angehörigen das Geld zurück. „Das ist kein Spekulationsobjekt. Wir müssen keine Gewinne erwirtschaften“, betonte die Vereinsvorsitzende Andrea Hanisch. „Unser Ziel ist, dort ein Leuchtturmprojekt zu verwirklichen“, sagt sie dem Merkur.

So sah die formlose Anfrage des Architekten an die Gemeinde aus. Als Antragsteller wird der Verein Zukunft trotz Handicap e.V. angegeben. Die persönlichen Daten des Antragstellers wurden vom Bauamt geschwärzt.

Und wie geht es nun weiter mit dem Projekt in der Mühlfelder Straße? Der Grundstückseigentümer, so meldet der Merkur, habe eine Stiftung mit dem Namen Daremanus (gebende Hand) gegründet. Über diese Stiftung wolle er Träger gewinnen, die ein elternfinanziertes Wohnen in Herrsching ermöglichen. Die Vorsitzende des Vereins Zukunft trotz Handicap will die Sache wohl nicht auf sich beruhen lassen. Sie kündigte im Merkur an, dass sie sich rechtliche Schritte vorbehalte.

3 Comments

  1. Muss der Bauausschuss nun auch seine signalisierte Zusage widerrufen oder kann die Gemeinde es als Irrtum des Grundstückeigners BURGERT so stehen lassen? Es war ja wohl nur eine formlose Anfrage.

  2. Herr Wirth hat Recht. Hier wurde missbräuchlich für die Bauvoranfrage in Herrsching der Name des Vereins „Zukunft trotz Handicap.e.V.“ verwendet, ohne jegliche Kenntnisse des Vereins.
    Herrsching – „Da hat jemand einfach unseren Namen verwendet“, empört sich Andrea Hanisch, Vorsitzende des Vereins Zukunft trotz Handicap in Höhenkirchen. Ihr Verein habe nicht vor, ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Herrsching voranzutreiben. „Unser Name wurde benutzt“, sagt sie, nachdem sie erfahren hatte, dass der Verein als Antragsteller für ein Bauvorhaben an der Mühlfelder Straße in Herrsching angegeben worden war (wir berichteten). Nicht nur sie staunte, auch die Mitarbeiter in der Bauverwaltung staunten, dass der Verein nicht Antragsteller ist. Wie sich herausstellte, hat der Grundstückseigentümer selbst vor, dieses Wohnheim dort zu realisieren. Wie berichtet, hatte der Bauausschuss am Montag eine formlose Anfrage gutgeheißen, auf dem etwas mehr als 800 Quadratmeter großen Grundstück Mühlfelder Straße 53 ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung zu errichten. Entstehen sollen dort Appartements mit einer Größe von 20 bis 23 Quadratmetern. Die Nutzung, so machte es der Bauausschuss zur Bedingung, müsste über einen städtebaulichen Vertrag festgeschrieben werden. Für diesen Fall wurde Zustimmung signalisiert. Hinter dem Bauvorhaben wähnten Bauamt und Bauausschuss den renommierten Verein aus Höhenkirchen.
    Die Vorsitzende hatte sich auf eine Anfrage von Dienstag erst gestern gemeldet. „Wir wissen von dem Vorhaben nichts. Im Gegenteil, das fügt uns Schaden zu“, sagt Andrea Hanisch, die gerade erst ein neues Wohnheim-Projekt in Nussdorf auf den Weg gebracht hat. Eingereicht worden war die formlose Anfrage im Auftrag des Grundstückseigentümers. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur sagte er: „Da ist etwas schiefgelaufen in der Kommunikation“ mit seinem Architekten, was zu dem Irrtum geführt habe. Andrea Hanisch ist der Name bekannt. Er ist Vater einer autistischen Tochter, die in dem Wohnheim von Zukunft trotz Handicap in Höhenkirchen lebt. Der Holzkirchener selbst ist Mitglied. Vor vier Jahren hat er zudem eine Stiftung mit Namen Daremanus gegründet, was so viel wie „gebende Hände“ bedeutet. Es sei eine Plattform für Menschen mit seelischen und autistischen Behinderungen und Menschen, die ihnen helfen wollen. Über diese Stiftung will er Träger gewinnen, die ein „elternfinanziertes Wohnen“ in Herrsching ermöglichen – so wie das in Höhenkirchen. „Der Bedarf ist groß“, sagt er. „Ein Wohnheim muss mindestens 25 Wohneinheiten haben, damit es vom Bezirk gefördert wird.“ Damit erklärt er die formlose Anfrage vorab. „Ist es zu klein, findet man keinen Träger“, sagt er. Daremanus ist in der Anfrage nicht erwähnt. Andrea Hanisch kennt ihn und kennt die Stiftung. Seine Pläne in Herrsching kannte sie nicht, dafür erkennt sie einen Missbrauch in der Verwendung des Namens ihres Vereins Zukunft trotz Handicap. „Wir behalten uns rechtliche Schritte vor“, sagt sie. Text zitiert von ANDREA GRÄPEL

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