Kommt Wind, kommt Verkehr: Kurz vor dem Ortsschild parken die Windsurfer, wenn auf Windfinder Starkwind angesagt ist. Die Wassersportler, die mit ihrem Equipment die Straße überqueren, werden durch unverantwortliche Raser bedroht

Macht endlich ein Tempolimit am Surferspot

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„Wollen wir warten, bis es Tote gibt?“ fragte Gemeinderat Christoph Welsch im Bauausschuss. Mit der Todeszone meint er den kurzen Abschnitt der Staatsstraße kurz vor dem nördlichen Ortseingang. In dieser Senke, die ungefähr 200 Meter weit  geradeaus führt, parken vor allem Windsurfer und neuerdings auch Standup-Paddler – die einen bei viel, die anderen bei wenig Wind. „Die Wassersportler laden am Straßenrand ihre Boards und sperrigen Riggs aus. Viele Autofahrer schießen trotzdem mit 100 Sachen an den Leuten vorbei.“ Welsch regt deshalb eine Geschwindigkeitsbeschränkung  für diesen kurzen Abschnitt an. Bürgermeister Schiller verwies auf die Zuständigkeit des Straßenbauamtes in Weilheim hin.

Gemeinderat Christoph Welsch

Das hatte sich mit einer Posse der besonderen Art  im letzten Jahr an dem Thema versucht. Das Amt hat mit Erdwällen links und rechts der Straße das Parken physikalisch zu verhindern versucht. Bis knapp nach Breitbrunn hatten Straßenbauarbeiter Erde aufgesammelt, um sie auf dem Surfer-Parkplätze zu Wällen aufzuschichten. Nach Schadstoff-Messungen stellte man fest, dass die Erde so stark durch Abgase und Reifenabrieb verseucht war, dass die Parkverhinderungs-Hügel wieder abgetragen werden mussten. Geschätzte Kosten: etwa 70 000 Euro.

Kiter und Windsurfer teilen sich den Seeufer-Abschnitt in Lochschwab friedlich: Die Kiter starten am Kreuz vom Uferweg aus, weil sie dort ihre Schirme aufbauen und anleinen können (die Leinen sind etwa 24 Meter lang). Dort kommt bei Südwest-Windlagen der Wind sideshore von der Seite, was Kiter besonders lieben.

Die Windsurfer starten ein paar 100 Meter weiter nördlich und parken ihre Autos auf dem Seitenstreifen. Dort behindern sie meist den fließenden Verkehr nicht – auch Busse und Lastwagen kommen ohne Verrenkungen vorbei.  Problematisch wird’s nur, wenn die Wassersportler mit ihrem Equipment über die Straße laufen.

Vor vielen Ortseingangsschildern, zum Beispiel kurz vor Breitbrunn, steht ein Tempo-70-Schild, um die Autofahrer schon mal etwas einzubremsen. Warum, so fragen sich besorgte Bürger, ist das kurz vor dem Surferspot auf der Staatsstraße 2067 in Lochschwab nicht möglich?

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