Shitboards gegen Vogelmist. Damit die Vögel am Bahnhof nicht auf die Straße machen, fangen Mistbretter die Hinterlassenschaften auf. Eine Bürgerin hat nun angeboten, die Bretter zu reinigen. Foto: Böllert.

So ein Mist

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Ramadama – Mitmacher für ein sauberes Herrsching gesucht/Saustall Bahngleis: Wer darf dort räumen?/Vogelplage im Bahnhof: Wie vergrämt man Tauben?///

Von Susanne Böllert

Während der Corona-Pandemie, als besonders viele Menschen am See picknickten und ihren Müll liegen ließen, habe sie ihr persönliches Ramada gestartet, erzählte die Herrschinger Bürgerin Ute Piper in der Bürgerversammlung: „Mit Renate Stahl bin ich im Ortsgebiet unterwegs gewesen, um die Hinterlassenschaften aufzusammeln. Besonders die Summerstraße ist arg verschmutzt“. Ihr Wunsch sei es, Menschen zu finden, denen es ähnlich gehe und die sich an herumliegenden, aufgeweichten Taschentüchern, Parkzettelchen, Windeln und vollen Hundekottüten ebenso sehr störten wie sie.

Eine besonders schlimme Müllhalde ist das Gleis 1 am Herrschinger S-Bahnhof. Ute Piper:  „Da liegt ein unglaublicher Müll bis vor zur Schranke. Grauenvoll. Wie kann die Gemeinde eine solche Verschmutzung zulassen an einer Stelle, an der die Touristen in unseren Ort kommen?“, wollte Piper wissen. Christian Schiller pflichtete bei: „Das ist ein trauriges Thema. Aber bitte nicht auf die Gleise gehen! Auch der Bauhof darf da nicht rein. Wir geben die Bitte um Säuberung regelmäßig an eine der vielen DB-Töchter weiter.“

Alexandra Bauer sprach ein anderes Problem an: die Vogeldreck-Schicht am Bahnhof. „Das ließe sich ändern, indem man die Brutschalen abmontiert, die man damals auf der Westseite des Gebäudes unterm Dach angebracht hat, damit hier die Rauschwalben brüten“, erklärte Bauer. Vor einigen Jahren hatte die Gemeinde auf Rat des ehemaligen, Grünen-Gemeinderates und Ornithologen Herbert Biebach diese Brutschalen genutzt, um die unter Naturschutz stehenden Schwalben sowie ihren Kot aus der Bahnhofshalle herauszubekommen. „Diese von der Oberen Naturschutzbehörde genehmigte Umsiedlungsaktion war einzigartig in Deutschland“, erinnerte Christian Schiller nicht ohne Stolz.

 „Was die Rauchschwalben angeht, ist das Projekt gescheitert“, befand Bauer jedoch: „Sie sind nicht mehr zurückgekehrt und jetzt nisten in ihren Brutscheiben Tauben. Die legen acht Mal im Jahr zwei Eier, und wir müssen uns fragen, wollen wir am Bahnhof wirklich Tauben züchten?“

Auf der Ostseits, also zur Straßenseite, sei das Projekt aus ornithologischer Sicht aber geglückt, betonte Alexandra Bauer. „Die Mehlschwalben kommen immer wieder. Allerdings gehören die Kotbretter ergänzt und gepflegt, also jeden Herbst gereinigt, damit sie ihren Sinn erfüllen und der Vogelkot nicht herunterfällt“, fand sie. Alexandra Bauer bot an, gemeinsam mit Dr. Biebach die Entfernung der Brutschalen zu organisieren. Schiller willigte ein, einen dementsprechenden Antrag bei der Oberen Naturschutzbehörde zu stellen.

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