Selbst über diesen Kompromissvorschlag von Gerd Mulert konnte sich der Gemeinderat nicht verständigen. Mulert hatte vorgeschlagen, den neuen Namen Keramikstraße über die alte Bezeichnung zu montieren. So wären die historischen Fakten in Erinnerung geblieben.

„Mit einer Straßenumbenennung wird ja niemand bestraft. Es fällt nur eine Ehrung weg.“

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Kleiner hätte der Sitzungssaal nicht sein dürfen: Die Zuschauerränge voll besetzt, fast alle Gemeinderäte zum großen Auftritt versammelt, eine Spannung im Raum, dass es fast knisterte: Es ging um die finale Behandlung eines Dauerbrenners: die Straßenumbenennungen für die Madeleine-Ruoff-Straße und die Holthaus-Straße. Kaum ein anderes Thema hat die Bürgerschaft emotional so angezündet wie die Umbenennung einer Verbindungsstraße und einer unbedeutenden Stichstraße. Die Umbenennung der Ploetzstraße hatte die Gemeindeverwaltung ja schon mit dem Hinweis auf eine Sitzung aus dem Jahre 2002 abgeräumt. So lange reicht das Gedächtnis des Rathauses.

Das Ergebnis der Sitzung in Kurzfassung: Es wird in Herrsching keine Straßenumbenennungen geben. CSU, SPD, FDP und Bürgermeister haben sich gegen die Stimmen der Grünen und der Bürgergemeinschaft Herrsching durchgesetzt. Als Grund für die Kehrtwende gaben Bürgermeister und CSU-Fraktionssprecher Bader an, die Anwohner hätten sich mehrheitlich gegen eine Umbenennung ausgesprochen. Hier die Zusammenfassung der Diskussion im Gemeinderat:

Bürgermeister Schiller eröffnete die Diskussion mit dem Hinweis, dass das Thema schon seit 2022 in Herrsching diskutiert werde. (Anmerkung: Die Forderung einer Umbenennung hatte die Bürgergemeinschaft Herrsching seit langem offensiv gefordert). Schiller informierte darüber, dass alle Anlieger der beiden Straßen angeschrieben und um ihre Meinung gebeten worden seien. Von den 300 Anliegern hätten sich rund 200 zu Wort gemeldet. Von den Angeschriebenen der M-R-Straße waren 36 mit einer Umbenennung einverstanden, 111 dagegen. Die Kermanik-Straßen-Anlieger lehnten eine Umnummerierung ihrer Häuser mit 6 zu 1 ab.

Auch die Anlieger der Erich-Holthaus-Straße waren mehrheitlich gegen eine Umbenennung (24 zu 5). Zu Wort gemeldet hatte sich auch die Familie Zauscher, die wohl Nachfahren von Madeleine Ruoff sind. Diese Stellungnahme lag der Presse aber aus unbekannten Gründen nicht vor. Schiller deutete an, dass bei einer Umbenennung ein Prozessrisiko bestehe (Anmerkung der Redaktion: Die Rechtsprechung ist hier unzweideutig: Einsprüche dieser Art haben nur eine minimale bis gar keine Chance).

Schiller deutete das Umfrageergebnis als „eindeutig“. Der Gemeinderat könne nun sagen, dass ihn die Stellungnahmen der Bürger nicht interessierten. Er räumte ein, dass er in der Sitzung vom 29. September letzten Jahres für eine Umbenennung gestimmt habe (damals waren 17 Räte dafür, nur zwei dagegen). Er aber wolle nicht über das Bürgervotum hinweggehen. Dann verwies er noch auf Pöcking, das die Hindenburgstraße bis heute nicht umbenannt habe.

In der anschließenden Debatte durften weder mitdiskutieren noch mitabstimmen: die Gemeinderäte Sigl, Welsch und Wolfgang Darchinger sowie die Gemeinderätin Hannelore Doch, weil sie in den betreffenden Straßen wohnen beziehungsweise arbeiten.

Rainer Guggenberger eröffnete die Diskussion mit einer Frage, die wahrscheinlich jedem Zuhörer auf der Zunge lag: „Warum stimmen wir eigentlich über die Umbenennung noch einmal ab, obwohl der Grundsatzgeschluss doch bereits gefallen ist?“

Am 29. September 2025 hatte der Gemeinderat beschlossen: „Der Gemeinderat beabsichtigt, die Madeleine-Ruoff-Straße in Keramikstraße umzubenennen. Die Verwaltung wird beauftragt, die Anhörung der Beteiligten…durchzuführen.“ 17 Gemeinderäte waren damals dafür, zwei dagegen. Noch klarer war das Votum für die Erich-Holthaus-Straße: 20 waren für eine Umbenennung in Gachenaustraße, zwei dagegen.

Es wurde damals sogar über eine Entschädigung für Privathaushalte und Gewerbetreibende gesprochen (Firmen sollten entschädigt werden).

Nun gab es einen nicht aufgelösten Widerspruch: Der Beschluss aus dem Jahre 2002, die Alfred-Ploetz-Straße in Ploetzstraße umzubenennen, darf nicht noch einmal aufgeschnürt werden, der Beschluss vom September letzten Jahres aber stand zur Disposition, obwohl es keinen neuen Sachverhalt gab (das Ergebnis einer Anhörung ist für den Gemeinderat nicht verbindlich).

Der FDP-Gemeinderat Alexander Keim, der sich in allen Debatten strikt gegen Umbenennungen ausgesprochen hatte, gab zu Protokoll: „Wir (von der FDP) gehen da nur mit, wenn auch über die Schenkungen der Madeleine Ruoff an die Gemeinde gesprochen wird.“ Den Zusammenhang von einer historischen Schuld und einer großherzigen Grundstücksspende erläuterte er nicht.

Susanne Hänel (BGH) meldete sich dann mit einem klaren Statement zu Wort: „Eine Straßenumbenennung ist eine politische Entscheidung des Gemeinderates. Und ich bin für eine Umbenennung.“

Gerd Mulert (Grüne) stimmte ihr zu: „Ich habe mir die Mühe gemacht, alle Stellungnahmen der Bürger zu lesen (Anm. der Redaktion: Die Bürgerkommentare lagen den Presseunterlagen nicht bei – angeblich aus Datenschutzgründen). Und mir sind keine neuen Aspekte in den Papieren aufgefallen.“

Wolfgang Schneider (SPD), machte sich die Argumentation der Umbenennungsgegner zu eigen, dass Straßennamen ein historisches Erinnerungszeichen seien. „Wenn wir jetzt die Madeleine-Ruoff-Straße umbenennen, weiß in drei Jahren niemand mehr, warum.“ Er plädierte für ein Erinnerungstool wie beispielsweise den QR-Code, der zu den Forschungen der Gemeindearchivarin Dr. Friederike Hellerer führt.

Thomas Bader (CSU) sagte, dass der Bürger ein klares Votum an den Gemeinderat gesendet habe. „Wir können die Namen so lassen, wie sie sind.“

Rainer Guggenberger (BGH) verwies in der Entgegnung auf die Münchner Meiserstraße, die der Stadtrat 2010 in Katharina-von-Bora-Straße umbenannte, weil der evangelische Bischof Meiser in der NS-Zeit antisemitische Hetze betrieben hatte. Eine Klage eines Meiser-Verwandten hatte der bayerische Verwaltungsgerichtshof abgewiesen, weil keine Herabwürdigung des Toten vorliege. Guggenberger brachte die Diskussion auf die Formel: „Mit einer Umbenennung wird ja niemand bestraft. Es fällt nur eine Ehrung weg.“ Dass die betroffenen Bürger Umbenennungen ablehnten, sei ja klar, dabei sei der Aufwand, die neue Adresse zu kommunizieren, mininmal. Zusammenfassend sagte er: „Wir feiern im Sommer das 1250. Gründungsjubiläum von Herrsching. Wir sollten deshalb endlich einen Schlussstrich unter die Sache ziehen.“

Hans-Hermann Weinen (SPD) sprang seinem Fraktionskollegen Schneider bei und bekundete in einem gewundenen Statement, dass er sich „schwer tut mit einer Namensänderung.“ Weinen ist Diakon der evangelischen Kirche, die an der Madeleine-Ruoff-Straße liegt. Streng genommen müsste er auch als befangen gelten.

Jan Grunwald (Grüne) stellte die Diskussion wieder vom Kopf auf die Füße: „Wenn eine Straße nach einem Bürger benannt wird, ist das eine Ehre, keinesfalls aber ein „Mahnmal“.

Johannes Puntsch (FDP) regte eine längere Übergangsfrist für die alten Straßennamen an.

Gerd Mulert (Grüne) griff die versöhnliche Geste von Puntsch auf und schlug vor, den alten Namen nicht verschwinden zu lassen, sondern den neuen Namen über die alte Bezeichnung zu montieren, so wie es im Foto oben zu sehen ist.

Der Gemeinderats-Senior Hans-Jürgen Böckelmann meldete sich dann mit einem energischen und klaren Bekenntnis zu Wort: „Wenn Anwohner politisch so unempfindlich sind, dann kann ich das nicht akzeptieren.“ Er kritisierte noch einmal – emotional angefasst – den Gemeinderatsbeschluss von 2002, die Alfred-Ploetz-Straße einfach in Ploetzstraße umzubenennen: „Das war ein fauler Kompromiss.“

Bürgermeister Schiller verwies noch einmal auf das klare Votum der Anlieger, ging aber nicht auf eine frühere Befragung auch unbeteiligter Bürger ein, die einen klaren Trend zur Umbenennung ergab: Von 127 Einsendungen sprachen sich 79 (mit Partner/in 86) für neue Straßennamen aus. Das sind 62 beziehungsweise 67 Prozent).

Das Ergebnis der Abstimmung (nach Leo Grubers Forderung mit namentlicher Erfassung) war dann auch keine Überraschung mehr: Der Block aus CSU (sechs Stimmen, weil sich Hannelore Doch enthalten musste), FDP, SPD und Bürgermeister ergab eine Mehrheit von 11 Stimmen gegen eine Umbenennung. Sieben Rätinnen und Räte stimmten für eine Umbenennung: Alle Grünen, (Darchinger musste sich enthalten) und alle drei BGH-Vertreter (Gruber war in Urlaub) traten geschlossen auf. Bei der Abstimmung über die Erich-Holthaus-Straße lautete das Abstimmungsergebnis 8 zu 12 (hier durfte nur Doch nicht mitstimmen).

Historische Anmerkung: Die Umbenennung der Keramischen Straße in „Madeleine-Ruoff-Straße“ geschah während der zweiten Amtszeit Ludwig Schertels als Bürgermeister der Gemeinde Herrsching. Schertel war schon in den Jahren 1937 bis 1945 Bürgermeister gewesen und hatte einen guten Kontakt zu Madeleine Ruoff gepflegt. Er hatte auch die Verleihung der neugeschaffenen Bürgermedaille an sie initiiert. Dieser Link führt zu den Forschungen der Gemeindearchivarin Dr. Friederike Hellerer:

https://herrsching.online2023/10/21/strassennamen-unter-ns-verdacht/



22 Comments

  1. Es ist wie ein Treppenwitz wenn es nicht zum Weinen wäre. Jetzt kommt ein Denkmal für die Opfer derer, die wir in unseren Straßen ehren. Bravo. Das ist nicht nur bundesweit einmalig.

  2. Auch wenn ein Prozessrisiko bestünde, wie Herr Schiller behauptet, sollte man sich diesem stellen, wenn man nur eine Spur von Rückgrat hätte.
    Genau dieses geschichtsvergessene Verhalten und das Ergebnis der letzten Abstimmung im Gemeinderat ebnet dem Antisemitismus heute wieder den Weg.

    • Ich gehe davon aus, dass Herr Schiller zum Prozessrisiko bewusst die Unwahrheit sagt um den Gemeinderat zu beeinflussen. Nach der Rechtsprechung besteht kein Prozessrisiko.

    • Ich gehe davon aus, dass Herr Schiller zum Prozessrisiko bewusst die Unwahrheit sagte um den Gemeinderat zu beeinflussen. Nach der Rechtsprechung besteht kein Prozessrisiko.

  3. Liebe Frau Schirmer, auch ich bin negativ überrascht von dem jahrelangen Taktieren des
    amtierenden Bürgermeisters und Teilen des Gemeinderates.
    Aber ich bleibe optimistisch. Die Lehrer und Lehrerinnen werden sicher weiterhin mit Frau Hellerer Unterrichtsprojekte machen. Die Schüler und Schülerinnen der verschiedenen Schularten in Herrsching können dann vor Ort diese verbrecherischen Jahre der deutschen Geschichte am Beispiel ihres Wohnortes erfahren und die psychologischen und politischen Probleme der Aufarbeitung bewerten. Ich selbst wurde in meiner Heimat (Landkreis Günzburg) als Kind mit den Taten des KZ Arztes Mengele konfrontiert und hatte Eltern, die mit mir über ihre Erfahrungen im 3. Reich gesprochen haben. Sie haben nichts beschönigt, nichts verschwiegen und nichts entschuldigt, aber sie haben auch nichts dagegen unternommen und sich an die Diktatur angepasst. Sie wussten schon, dass die Behinderten in Ursberg (das war das Nqchbardorf) im Autobus in den Tod transportiert wurden, denn sie kannten deren Eltern. Es war nicht ehrenvoll da nichts dagegen zu machen, aber sie hatten Angst um das eigene Wohlbefinden und bewunderten die Macht des Gauleiters und Bürgermeisters. Sie waren Mitläufer, keine Täter aber auch sie spürten, dass rechtsradikales und menschenverachtendes politisches Handeln an unseren Schwächsten Mitbürgerj nie mehr geehrt werden darf.

  4. Liebe Frau Schirmer, auch ich bin negativ überrascht von dem jahrelangen Taktieren des
    amtierenden Bürgermeisters und Teilen des Gemeinderates.
    Aber ich bleibe optimistisch. Die Lehrer und Lehrerinnen werden sicher weiterhin mit Frau Hellerer Unterrichtsprojekte machen. Die Schüler und Schülerinnen der verschiedenen Schularten in Herrsching können dann vor Ort diese verbrecherischen Jahre der deutschen Geschichte am Beispiel ihres Wohnortes erfahren und die psychologischen und politischen Probleme der Aufarbeitung bewerten. Ich selbst wurde in meiner Heimat (Landkreis Günzburg) als Kind mit den Taten des KZ Arztes Mengele konfrontiert und hatte Eltern, die mit mir über ihre Erfahrungen im 3. Reich gesprochen haben. Sie haben nichts beschönigt, nichts verschwiegen und nichts entschuldigt, aber sie haben auch nichts dagegen unternommen und sich an die Diktatur angepasst. Sie wussten schon, dass die Behinderten in Ursberg (das war das Nqchbardorf) im Autobus in den Tod transportiert wurden, denn sie kannten deren Eltern. Es war nicht ehrenvoll da nichts dagegen zu machen, aber sie hatten Angst um das eigene Wohlbefinden und bewunderten die Macht des Gauleiters und Bürgermeisters. Sie waren Mitläufer, keine Täter aber auch sie spürten, dass rechtsradikales und menschenverachtendes politisches Handeln an unseren Schwächsten Mitbürgerj nie mehr geehrt werden darf.

  5. Kann es sein, dass Hr. Schiller einfach solange abstimmen lässt, bis ihm das Ergebnis passt? Das ist ist nun in Herrsching Demokratie!
    Und ich frage mich, ob dies nur eine für die Anwohner*innen wichtige Entscheidung ist? Nein, es betrifft das Ansehen der ganzen Herrschinger Bevölkerung!!!!

  6. Ich kann mich über die mangelnde Sensibilität der Anwohner-Mehrheit nur wundern.
    Ich jedenfalls bin heilfroh, dass ich nicht in einer dieser Straßen wohne und nicht ständig durch die Verwendung meiner eigenen Adresse an diese wenig vorbildhaften Personen erinnert werde.

  7. Es kann doch nicht sein, daß sich Anwohner aus Bequemlichkeit – doch hoffentlich nicht aus Bekenntnis zu Haltungen und Taten der Namensgeber ihrer Straße gegen eine Umbenennung stemmen. Opfer werden so verhöhnt, Unrecht weitergetragen und der Wille einer Mehrheit der Stellung nehmenden Bürger wird ignoriert. Hier kann man keine Meinung haben, hier ist nur eines geboten:HALTUNG

  8. Was für ein Trauerspiel für ganz Herrsching. Die Wahlen sind vorbei und trotzdem traut sich der Gemeinderat nicht, die Straßen umzubenennen. Das Thema betrifft bei weitem nicht nur die direkten Anwohner!

  9. Wie erwartet, ein moralischer Totalschaden herbeigeführt durch CSU, SPD, FDP und Bürgermeister. Und zusammen mit der Kalenderblatt-Farce (Rudi Schurike statt Fritz Reinhardt, google it) ein wunderbares Sittenbild des Stillstands in Herrsching.

  10. Einfach völlig unverständlich diese Doppelmoral!
    Die eigentlich schon beschlossene Umbennenung rückgängig zu machen ist mehr als eine Blamage.
    Alle anderen Gemeinden gehen damit zeitgemäß um. Anschließend beschließt der Gemeinderat einheitlich für eine Gedenktafel der Opfer.
    Ich wäre für eine Tafel in der ehemaligen Alfred Ploesch Straße. Die ganzen Informationen von Dr. Frederike Hellerer sollten hier verewigt werden.
    Diese Gemeinde Herrsching ist mit der Aufarbeitung mit der Vergangenheit der Schade der Nationasozialisten nicht bereit.

    • Liebe Frau Wolf, als Sonderschullehrerin für Sprach-und Hörbehinderte und Nachbarin des Dominikus Ringeisenwerkes in Breitbrunn, würde ich eine grosse Gedenktafel in der Plötzstrasse aktiv unterstützen. Die Ursberger Schwestern sind sicher nicht dagegen, wenn zu der Tötung ihrer Behinderten m 3. Reich genauer informiert wird.

      • Wäre doch wichtig sich zu diesem Thema zu treffen um herauszufinden, wie eine solche Tafel der Erinnerung umgesetzt werden kann. Hätten Sie Interesse dies zu übernehmen?
        Lg Patricia Wolf

        • Gerne. Wo kann man sich in Herrsching zu einem Erstgespräch am besten treffen und könnten Sie Frau Hellerer zu einem unverbindlichen Informationsgespräch dazu bitten?

      • Nachtrag. Frage an Herrn Gemeinderat Weinen.
        Wenn Ihnen eine Strassenumbenennung der NS belasteten Strassennamen so grosse Probleme bereitet, waeren Sie mit einem „Stolperstein“ in der Ploetzstrasse einverstanden? Der QR Code ist auf jedem Marmeladenglas und wird sicher nicht zu einer Recherche der Menschen auf der Straße führen.

  11. Die Aufarbeitung der NS Zeit ist und war in der Gemeinde Herrsching ein langwieriger und schmerzhafter Prozess. Der Beitrag von unserer Archivarin Frau Dr. Hellerer zur Erinnerungskuktur, wir feiern heuer 1250 Jahre, prägt auch in Zukunft diesen Prozess. Vergangenheitsbewältigung ist immer zukunftsgerichtet und prägt die Politik.

    • Liebe Frau Körner,
      Da sagen sie etwas ganz wichtiges!
      Und dennoch frage ich mich und alle anderen Eltern was geben wir unseren Kindern mit auf den Lebensweg wenn wir bei solch einer Abstimmung schon versagen? Haben wir nichts aus der Vergangenheit gelernt?
      Wo ist das Herz und der logische Menschenverstand geblieben….selbst in Zeiten wie diesen.
      Was werden die Lehrer im neuen Gymnasium Herrschings ihren Schülern der 9. Klassen mit dem Thema Nationalsozialismus als Erklärung geben?
      Ich bin bestürzt darüber wie sorglos eine neue Entscheidung getroffen wird gleichwohl die Antwort mehrheitlich abgestimmt worden ist. Dr. Hellerer hat uns allen ein anschauliches und wertvolles Bild erarbeitet. Wie kann es mit solch einem Wissen zu dem Gemeinderatsbeschluss in Herrsching kommen?

  12. Es ist beschämend, wie Dr. Hellerers Recherche und gesunder Menschenverstand baden gehen – feige und unverständlich!

    Umfrage März 2024: 67 % (86/127) dafür – entgegen Schillers Sitzungsaussage. Maßstäbe bei NS-Namen (BayVGH):
    – Verletzen „heutige Wertvorstellungen“ / öffentliche Ordnung (Distanz zum NS).
    – Personen mit aktiver NS-Unterstützung müssen weg.

    Bei Ruoff, Holthaus, Ploetz nachgewiesen: Ideologie-Schaden, Eugenik, Profiteure.

    Erben-Drohungen? Quark – keine Rechte gegen Umbenennung (BayVGH).

    Herrschings alte und mehr oder weniger neue CSU/SPD/FDP-Ratsmehrheit scheitert an NS-Distanzierung. Peinlich!…

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