Gegenwind für den SPD-Granden und Dritten Bürgermeister Wolfgang Schneider: Er stimmte gegen eine Straßenumbenennung im Gemeinderat und in der SPD-Ortsversammlung.

SPD-Mitglieder fordern ihre Gemeinderäte auf: Stimmt für eine Straßenumbenennung

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Der SPD-Ortsverband spricht sich mit überwältigender Mehrheit für eine Umbenennung der Madeleine-Ruoff- und der Erich-Holthaus-Straße aus. 75 Prozent der Teilnehmern der Jahresversammlung votierten für neue Straßennamen und stellten sich damit klar gegen die SPD-Fraktion im Gemeinderat. In der Abstimmung stimmten dann auch konsequenterweise zwei Gemeinderäte gegen eine Umbenennung.

Das ehemalige SPD-Vorstandsmitglied Tom Hamaus beantragte in der Mitgliederversammlung, dass sich die SPD-Fraktion im Gemeinderat für eine Straßenumbenennung einsetzt. Der Antrag wurde angenommen.

Die Mitglieder der SPD Herrsching bekräftigen den bereits im Mai 2024 mehrheitlich gefassten Beschluss des Ortsvereins-Vorstands, die Madeleine-Ruoff- und die Erich-Holthaus-Straße in Herrsching umzunennen. Daran erinnerte der ehemalige Medienbeauftragte des Vorstands, Tom Hamaus, in seinem Bericht auf der SPD-Website. Eine Würdigung von Personen mit NS-Bezügen könne nicht hingenommen werden. Die SPD-Mitgliederversammlung bedauerte, dass die Umbenennung in der Gemeinderatsitzung vom 16. März 2026 gescheitert ist. Die Befragung der betroffenen Einwohner, so heißt es in dem Bericht weiter, hält der SPD-Ortsverband für nicht relevant und fordert die neue Gemeinderatsfraktion auf, sich in Zukunft für diese Umbenennung einzusetzen.

In der Mitgliederversammlung gab es zu diesem Thema außergewöhnlich viele Wortmeldungen. Lutz Götze erinnerte beispielsweise an die vielen sozialdemokratischen Widerstandskämpfer, die im „Dritten Reich“ wegen ihrer antifaschistischen Haltung im KZs waren und ermordet wurden. Der Kampf gegen den Faschismus gehöre zur DNA der SPD, sagte Götze. Veronika Schnell kritisierte, dass die Täter oft mit Straßennamen, geehrt werden, die Opfer des Faschismus aber anonym bleiben. Wolfgang Schneider schlug hingegen vor, die Straßennamen als Mahnmal beizubehalten und der Opfer mit zusätzlichen Erinnerungstafeln oder Stolpersteinen zu gedenken.

Der Antrag auf Umbenennung der beiden Herrschinger Straßen wurde am Ende mit großer Mehrheit (12 Ja-Stimmen) angenommen. Von den drei Nein-Stimmen kamen zwei von den betroffenen Gemeinderäten, ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Vorher hatten die Mitglieder einen neuen Vorstand gewählt. Als Erster Vorsitzender wurde wieder Werner Odemer einstimmig gewählt. Als Stellvertreterinnen und Stellvertreter wurden Gabriele Frey und Veronika Schnell mit je 16 Stimmen sowie Hans-Hermann Weinen mit 15 Stimmen bestätigt. Einstimmig bestätigt wurden auch Stefan Rauch als Kassier und Renate Mengen als Schriftführerin.

Der bisherige Pressereferent Tom Hamaus trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl an, ebenso die bisherige Beisitzerin Hildegard Wienholt. Die Funktion des Medienbeauftragten wird künftig der stellvertretende Vorsitzende Hans-Hermann Weinen wahrnehmen. Als neue Beisitzer erhielten Thomas Dalibor, Ingeborg Donhauser, Peter Günther und Andreas Weger je 16 Stimmen. Als Revisoren stehen künftig Fritz Voigtländer und Tom Hamaus zur Verfügung.

2 Comments

  1. Der Kampf gegen faschistisches, menschenverachtendões Denken, Sprechen und Handeln gehört zur ,,(DNA“ der SPD). Ich stimme Lutz Götze da zu. Wie kommt es, dass SPD Gemeinderäte sich da nicht grundsätzlich für eine Umbenennung einsetzen? Läuft da etwas schief und wie kann der Gemeinderat das noch in den Griff bekommen, ohne dass es vollkommen aus dem Ruder läuft? Gerd Mulert hat für die nächste Gemeinderatssitzung einen Antrag zum Thema Straßenschilder gestellt. Es macht Sinn als Bürger da zuzuhören.

  2. Der Artikel 18a der Gemeindeordnung bietet die Möglichkeit den GR-Beschluss vom 16.03.2026 zu kippen. Ein Bürgerentscheid kann durch die Gemeindebürger oder durch den Gemeinderat herbeigeführt werden.

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