Gewerbe ist das Gewebe eines Ortes: Der neue Vorstand des Vereins WIR von links, erste Reihe: Vorsitzender Michael Darchinger, Arzu Caydas, Steffi Leonhardt; zweite Reihe der Zweite Vorsitzende Claudius Möller und Gabi Huber, dahinter Bürgermeister Schiller und André Conrad.

„Ohne Gewerbe zerfällt ein Ort“

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Jedes Jahr ziehen 800 Menschen nach Herrsching – und jeder Neubürger ist ein neuer Kunde. Der Gewerbeverein WIR hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Verbraucher mit der Herrschinger Geschäftswelt bekannt zu machen: Wie heißt der örtliche Schreiner, welches Geschäft liefert die Ware nach Hause, wer macht Fußpflege und wo gibt’s die Muttertagsblumen? (herrsching.online hat dafür ein Branchenbuch eingerichtet). Und so konnte sich der Vereinsvorsitzende Michael Darchinger bei der Hauptversammlung ein Lob vom Bürgermeister abholen: „Ihr seid ein lebendiger Verein, und das war nicht immer so. Hier läuft alles wie geschmiert.“ Wie geschmiert soll auch bald ein Lieferservice funktionieren, den der Verein unterstützt.

Dass das Lob des Bürgermeisters keine Wahlkampfrede war, sondern seine Berechtigung hat, beweist der Verein wieder mit seinem Programm: Auch in diesem Jahr zündet er Herrschings Straßen mit dem legendären „Feuer & Flamme“-Tag am 10. Juli an. Verkaufsoffene Sonntage am 12. April und 4. Oktober und als neue Herausforderung eine professionelle Modenschau während der 1250-Jahre-Jubelwoche am 10. Juni im Festzelt sind weitere Höhepunkt auf dem Terminkalender: Für den 10. Juni stellt Gabi Huber („Women’s Fashion“) zusammen mit einer Profi-Agentur eine Fashion Show auf die Beine, die professionellen Ansprüchen genügen soll – der Verein glaubt, dass er sogar 12.50 Euro Eintritt verlangen kann (dafür gibt’s aber auch ein Gratisgetränk). Der Bürgermeister bat darum, dass auch männliche Models auf den Catwalk gehen. Darauf schlagfertig Gabi Hube: „Dann stell Dich doch als Model zur Verfügung.“

Der Verein hat 84 Mitglieder, eigentlich eine stolze Zahl. Trotzdem ist der Vorsitzende Michael Darchinger mit dem Engagement der Herrschinger Gewerbetreibenden und Unternehmer nicht ganz zufrieden. Er fordert von der Herrschinger Geschäftswelt mehr Engagement. „Das Gewerbe in einer Gemeinde ist nicht nur wegen der Gewerbesteuer wichtig. Wenn sich das Gewerbe zurückzieht, zerfällt die Infrastruktur, dann leiden die Sportvereine und die Kultur im Ort.“ Deshalb bat Darchinger, sich im Gewerbeverein zu engagieren. Der Beitrag kostet knapp 100 Euro im Jahr. Dafür steht den Mitgliedern ein Netzwerk zur Verfügung, es gibt Hilfe bei der Personalakquisition, und wertvolle Informationen machen unternehmerische Entscheidungen leichter. Außerdem ist der Verein ein wichtiger Player in der Kommunalpolitik – zum Beispiel bei der Verkehrsplanung im Ort.

Die Kassenlage der Gemeinde macht die Vereinsarbeit allerdings auch nicht leichter, berichtete die Kassiererin Arzu Caydas. So musste die Gemeinde den jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro um die Hälfte kürzen, und die Sperrung der Straßen während der „Feuer & Flamme“-Festivität schlug mit 3 500 Euro zu Buche. Profitiert haben alle Geschäfte im Ort, bezahlt haben den Zauber aber die Vereinsmitglieder.

Die Wahlen zum neuen Vorstand leitete Bürgermeister Schiller. Der Erste Vorsitzende Michael Darchinger war ohnehin gesetzt, beim Stellvertreter tat sich der Wahlleiter schwer. Schließlich ließ sich der Immobilienmakler Claudius Möller breitschlagen. Kassierin Arzu Caydas und Schriftführerin Gabi Huber gehören ohnehin zum harten Kern des Vereins. Als Beisitzer erhielten das einstimmige Votum: André Conrad von Quickprint, Tanja Wienheim (Modemosaik) und Steffi Leonhardt (Kaffeerösterei).

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