Herrschings Wohnungsnot schlägt auf den Personalstand der beiden Feuerwehren durch: Wie der Kommandant der Herrschinger Feuerwehr, Peter Bauer, im Gemeinderat berichtete, verliert er jedes Jahr zwei aktive Feuerwehrleute, weil sie in anderen Gemeinden eine Wohnung gefunden haben.

Zudem, so Bauer, werde es immer schwieriger, den Nachwuchs der Jugendfeuerwehr für den aktiven Dienst zu gewinnen. Der Grund: die anstehende Berufsausbildung oder das Studium zwingen junge Leute oft zum Wohnortwechsel. Der Breitbrunner Kommandant Florian Kleber bestätigte in seinem Statement im Gemeindrat, dass es nicht leicht sei, Mitglieder für die Feuerwehr zu werben – trotzdem sei der Personalstand im letzten Jahr angestiegen.

Die Breitbrunner Wehr zählte Ende des Jahres 57 Aktive bei der Jugend und in der Mannschaft – für ein 1800-Einwohnerdorf eine stolze Zahl. Davon sind sechs Jugendliche, leider fünf weniger als 2022. Dafür füllte sich der Personalstand im aktiven Dienst gewaltig auf – von 41 im Jahre 2022 auf 51 Frauen und Männer. Aus der Jugend in die Mannschaft wechselten im letzten Jahr Magdalena Steger und Moritz Breitenberger. In der Altersstruktur liegen die 25- bis 35-Jährigen weit vorne, in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen gibt es übrigens mehr Frauen als Männer.
Glücklich zeigten sich beide Kommandanten, dass die beiden Wehren weniger Einsätze leisten mussten. In Herrsching gliederten sich die Einsätze so:
337 Einsätze insgesamt, davon waren: 7 ABC-Einsätze, 49 Brandeinsätze. 95 technische Hilfeleistungen, 186 First Responder-Einsätze. Das ergibt für die 67 Aktiven und 15 Jugendlichen im Jahr 1839 Einsatzstunden.
In Breitbrunn musste die Feuerwehr für Notarzteinsätze im First-Responder-Dienst 53 Mal ausrücken, wegen technischer Hilfeleistung waren die Frauen und Männer zehn Mal unterwegs, und fünf Mal galt es, einen Brand zu löschen. Dem Feuer zu wehren, ist also nicht mehr der Hauptjob der Feuerwehren. In Herrsching leisten die hauptamtlichen Gerätewarte 48 Prozent der Einsatzzeiten ab, weil viele Aktive nicht immer ihren Arbeitsplatz verlassen können, wenn der Piepser ertönt.
Die Gemeinde, so Bürgermeister Schiller in seinen Dankesworten, revanchiert sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch bei der Wohnungszuteilung für aktive Feuerleute in den Gemeindewohnungen am Mitterweg.



