Strom für die Krise: Feuerwehrkommandant Peter Saur führt das mobile Notstromaggregat der Gemeinde vor. Bürgermeister Schiller versichert, dass die beiden Gemeindefeuerwehren auf einen Blackout vorbereitet sind. Foto: Gerd Kloos

Ein Minikraftwerk für den Blackout

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Was wäre, wenn in Herrsching auch mal die Lichter ausgingen? Der Bürgermeister würde jedenfalls nicht Tennis spielen beim Blackout, versicherte er im Gespräch mit herrsching.online. Ein Blackout, also ein großflächiger und länger andauernder Stromausfall, der lebenswichtige Infrastrukturen wie Kommunikation, Verkehr, Wasserversorgung und medizinische Einrichtungen lahm legt, würde natürlich auch im Kreis Starnberg eine veritable Krise auslösen. Das Landratsamt hat solche Fälle schon geprobt und die Abläufe überprüft: Der Krisenstab tritt zusammen, die Katastrophenschutz-Leuchttürme werden errichtet, alle Feuerwehrhäuser sind besetzt und werden mit Notstrom aus den Dieselaggregaten versorgt. Auch die Dreifachturnhallen in Herrsching (Nikolaushalle, Realschule und Gymnasium) sind dank der Elektrizität aus den Aggregaten als Notunterkünfte verfügbar. Auch das Rathaus als Kommandozentrale hängt an einem Notstromaggregat.

Das Notstromaggregat der Herrschinger Feuerwehr, das schon zweimal den Christkindlmarkt mit (preiswerter) Energie versorgt hat, kostete 130 000 Euro und ist seit zwei Jahre in Dienst. Es könnte zwölf Stunden lang mit seinem 130 PS starken Diesel lang Strom liefern, 80 000 Watt stehen zur Verfügung. Der Tank fasst 200 Liter Diesel, und wenn die nicht reichen, kann die Feuerwehr auf die Eiserne Reserve des Bauhofs zurückgreifen. Dank der Anhänger-Vorrichtung ist das Gerät mobil und kann an jeden Punkt mit Straßenanbindung transportiert werden.

Natürlich ist ein solches Aggregat nicht in der Lage, ganze Straßenzüge mit Strom zu versorgen, bei einem Blackout wären auch die Herrschinger auf Kerzen, Campingkocher und Kaminofen angewiesen.

Terrorakte nach Berliner Vorbild können auch im Landkreis nicht ausgeschlossen werden können, sagte Schiller, schließlich stehen Transformatoren und Umspannwerke in der freien Landschaft und sind unbewacht. Aber wenn’s dann wirklich mal zappenduster werden sollte, hätten die Bürgerinnen und Bürger zumindesten die Gewissheit, dass die Herrschinger und die Breitbrunner Feuerwehr auf solche Fälle vorbereitet sind.

Und wie sieht’s mit sehr vulnerablen Einrichtungen wie Krankenhaus und Altersheimen aus? Die Klinik hat eine sogenannte USV-Anlage mit Generator, der in weniger als zehn Sekunden anspringt. Ob die Altersheime Notstromaggregate vorhalten, ist nicht bekannt.

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