Wo jetzt nur noch Stümpfe aus dem See ragen, soll im Hoch- bis Spätsommer ein nagelneuer Steg ins Wasser führen. Die Gemeinde hat den Auftrag an eine Seefelder Spezialfirma vergeben. Foto: Gerd Kloos

Der Steg ist auf dem Weg

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Den Auftrag für den Zentralsteg am Seewinkel und die Badeplattform am alten Sportplatz hat die Gemeindeverwaltung an die Zimmerei Preiniger, Seefeld, vergeben. Der „Holzweg” mit den beiden Querflächen wird etwa 220 Quadratmeter Fläche bieten. Damit künftige Stürme die neue Pracht nicht gleich wieder in Trümmer legen, soll die hölzerne Lauffläche um 50 Zentimeter angehoben werden. Der Steg am Seewinkel kostet rund 113 000 Euro, die Badeinsel am alten Sportplatz 70 000 Euro. Inzwischen sind 41 000 Euro an Bürgerspenden eingegangen, davon 5000 von der Handballabteilung des TSV und 800 aus dem Boning-Vortrag im Kurparkschlösschen. Die größten Spender werden wohl mit einer Tafel am Steg geehrt.

Der neue Steg am Seewinkel ragt wie in großes F in den See. Er wird mit den Auslegern etwa 220 Quadratmeter Geh- und Liegefläche bieten. Entwurf: Gemeinde Herrsching

Der Steg steht wie bisher auf Pfählen, die in den Seegrund gerammt werden. Auf eine nach Norden abknickende L-Form wurde verzichtet, um den Wellen weniger Angriffsfläche zu bieten. Die Gemeinde hatte in jedem Haushalt 60 000 Euro für die Reparatur von Stegen im Gemeindegebiet eingeplant. Die Steg-Unterhaltung kostet also in 4 Jahren mehr als der Neubau.

Als Alternative zu einem Steg, der auf festen Füßen steht, hätte sich deshalb auch ein Schwimmsteg angeboten. Dabei werden für den Auftrieb wasserfeste Hartschaumplatten verwendet, die zwischen den Kanthölzern eingebaut werden, aber von außen nicht sichtbar sind.

Eine schwimmende Badeinsel ohne Pfähle. Der Vorteil dieser Konstruktion ist ein niedriger Freibord – Schwimmer und Bootsfahrer können die Insel einfach entern. Foto: Hochstöger

Die Platten werden mit Bodengewichten am Seegrund verankert. Die Verbindung von Steg und Pfählen wird mit Ketten hergestellt. Die Aufbauhöhe beträgt in dieser Konstruktion etwa 33 Zentimeter, sie liegt wegen der Eintauchtiefe von etwa 11 Zentimetern 22 Zentimeter über dem Wasser. Das System, so versichert etwa der österreichische Anbieter Hochstöger aus Altmelon, trage etwa 140 Kilogramm pro Quadratmeter. Die Lauffläche besteht aus Lärchenholz. Dieses Stegsystem würde etwa 114 000 Euro kosten, also ähnlich viel wie ein Steg mit Pfählen.

Welche Wellenhöhe und Windstärken diese Konstruktion aushält, hat die Firma nicht erwähnt. Badeinseln mit geringer Bordhöhe haben allerdings den Vorteil, dass Schwimmer, SUP-Paddler und Kajakfahrer die Insel leicht entern können.

Die Gemeinde hat für die Ausschreibung der beiden Stege im sogenannten beschränkten Verfahren 3 Firmen, die eine Zulassung für Wassereinbauten besitzen, um Angebote gebeten. 2 Firmen haben sich daraufhin mit Angeboten um den Auftrag beworben. Beide Angebote differierten nur um wenige 1000 Euro.

Am anderen Ufer hat man für eine Badeinsel einen anderen Weg gewählt: In Dießen wird ein schwimmender Ponton ohne Pfahlverankerung die Wassernixen tragen. Allerdings verlangte die staatliche Schlösser- und Seenverwaltung eine Holzverkleidung, weil die gestrengen Herren kein sichtbares Plastik im Wasser dulden – Schiffe und Paddelbretter ausgenommen. Dafür muss die Konstruktion vom TÜV noch einmal abgenommen werden, damit sich Füße und Finger nicht verklemmen können.

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