Bürgerwünsche für den Bahnhof

/
4 mins read

herrsching.online befragt Besucher des Wochenmarktes: Lieber ein chices Restaurant oder Marktstände und Kultur im neugestalteten Bahnhof?///

Wird aus dem Bahnhof die gute Stube Herrschings? Oder soll ein Investor das denkmalgeschützte Bauwerk unter seine Fittiche nehmen? Die Architekten Welsch und Steller haben ihre kreativen Gedankenspiele zur Zukunft des Bahnhofs vorgestellt. Im Kern geht es um die Frage, ob die Bahnhofshalle einen Markt mit mobilen Ständen aufnimmt oder ob ein Restaurant große Teile der Hallenfläche „eindeckt”. In den Entwürfen der beiden Herrschinger Planer stecken viele Ideen, die aus dem Bahnrelikt den „Bauch von Herrsching” machen könnten. Die Gemeinde kann den Umbau aber nicht aus eigenen Mitteln stemmen. Wenn der Gemeinde kein Geldgeber zur Seite springt und einen Teil der Rechnung übernimmt, wird in den nächsten 10 Jahren wohl nichts aus Herrschings neuem Ortsmittelpunkt. 

Die Kernideen der beiden Planer: Es soll ein 

• Restaurant einziehen, das keine Großküche bietet, aber eine Fläche X in der jetzigen Wartehalle beansprucht

• Im südlichen oder nördlichen Kopf des Zwillingsgebäudes werden Läden entstehen

• Auf der Außenfläche Richtung evangelische Kirche (wo jetzt Leihfahrräder der Bahn stehen) lädt eine Art Piazza zum Aperol Spritz ein 

• Der Kienbach soll teilweise wieder sicht- und erlebbar werden. Die Überbauung südlich des Bahnhofs wird weggerissen. Zur Lounge Musik im Open-Air-Cafe hört man das Plätschern des Baches 

• Die Toiletten, die jetzt noch mit ihrem Mief die Bahnhofshalle fluten, sollen ausgelagert werden und in der Nähe als „robuste Fertig- oder Containerlösungen” stehen

• Auf den alten Abstellgleisen westlich des Bahnhofs, die schon überwachsen sind, könnte ein Museumszug mit alter Dampflok Eisenbahn-Nostalgie verbreiten

• Im Obergeschoss werden Wohnungen von 45 bis 95 Quadratmeter für Herrschinger saniert werden

In der A-Variante wird der ehemalige Wartesaal als öffentliche Markthalle mit vielseitiger Nutzung geplant. Vereine und Organisationen könnten die Halle mieten. Außerdem könnten (demontierbare) Marktstände für Eisdiele, Kioske, Bücher, Blumen und Kleingeschäfte entstehen. Diese Stände könnte man ins Freie schieben, wenn kulturelle Veranstaltungen im Innenraum geplant sind (Ausstellungen, Bühnenveranstaltungen, Lesungen und Vorträge). Als Organisator bringen die Planer den Kulturverein ins Spiel. Im Südflügel würden 2 größere Läden entstehen. Die Raumaufteilung könnte beibehalten werden. Diese Geschäfte würden einen Zugang zur Markthalle bieten. Der nördliche Kopfbau könnte als Tagesbar oder Cafe mit kleiner Küche genutzt werden. Der Raum, in dem sich jetzt noch die Toiletten befinden, wird dem Cafe zugeschlagen.

In der B-Variante wird aus dem ehemaligen Wartesaal ein Gastraum. Damit eröffnet sich auch für Gastronomen die Möglichkeit, ein größeres Restaurant zu betreiben. Bei diesem Konzept könnte die Gemeinde den Pächter vertraglich verpflichten, die Räume auch für kulturelle Events zu öffnen. Am geöffneten Kienbachufer würde – immer vorausgesetzt, der Grundstückseigentümer Bahn spielt mit – ein Freiluftcafe eröffnen. Im südlichen Kopfbau würden Küche, Personalräume und Technik untergebracht werden. Im nördlichen Bau wäre Platz für Läden (Wein, Obst, Fahrkarten). Sie würden über einen öffentlichen Durchgang erreichbar sein. Auch bei dieser Lösung müssten die Toiletten weichen und würden dann in einer Art Container in Bahnhofsnähe liegen. Sollte diese Lösung nicht möglich sein, müssten die Toiletten im südlichen Teil untergebracht werden.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Aktuellste Meldungen

Hitliste der Umwelt-Ausreden

Psychologie-Professor Thomas Brudermann über die Kunst der Ausreden/Herrschinger Gespräche mit Faltsch Wagoni und vielen Pointen/Angst, Bequemlichkeit,

Geschenkt

Konrad Herz’ satirischer Rückblick auf die letzte Gemeinderatssitzung// War das ein Parforceritt am Montag durch den

Bau trifft Baum

Die Grünen trauten dem Braten nicht, den sie selbst bestellt hatten: Eine neue Baumschutzverordnung sollte nach

Großputz im Hause Sperling

Frühjahrsputz im Hause Spatz und Piepmatz: Eine Nachbarsgruppe um die Breitbrunnerin Kathrin Greimel-Moog organisierte vor Beginn

Anzeige