Wo jetzt noch Autos parken, sollen in ein paar Jahren Herrschinger wohnen, die eine bezahlbare Wohnung brauchen

28 „bezahlbare” Wohnungen für Herrschinger

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Die Augsburger Architekten Thomas Glogger und Hubert Blasi (3+-Büro) brachten gute Nachrichten in die Bauausschuss-Sitzung mit: Aus ihren Planungen für drei Häuserblöcke am Mitterweg haben sie noch 2 Wohnungen zusätzlich „herausgekitzelt”: Das Gemeindeprojekt „Bezahlbares Wohnen” kann in ein paar Jahren also 28 statt 26 Wohnungen für Herrschinger anbieten, „die es nicht so dicke haben”. Zwei Wohnungen sind sogar Rollstuhl-gerecht. Alle Wohnungen erfüllen auch die Anforderungen an Barrierefreiheit. „Wer sich mal den Fuß bricht und 4 Wochen im Rollstuhl sitzt, wird sich in einer barrierefreien Wohnung zurechtfinden”, versprach Architekt Glogger in der Bauausschuss-Sitzung. Alle Gemeinderäte waren denn auch zufrieden mit dem überarbeiteten Entwurf der Augsburger. Die Tiefgarage-Einfahrt für die 44 Stellplätze liegt unter dem Block eins. Ebenerdig gibt es 3 Besucherparkplätze, die Gemeinderat Mulert schon für Carsharing-Autos mit Ladestation reservieren wollte.

Spannend wird’s aber erst in den nächsten Sitzungen: Dann entscheidet sich, wie die Ausstattung der Wohnungen aussieht, wie ökologisch die Energieversorgung wird und welche Kriterien bei der Wohnungsvergabe angelegt werden.

Eines scheint schon sicher zu sein: Bei Mieten von 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter wird Herrsching mit diesen 28 Wohnungen kein Geld verdienen. Die 3 Häuser werden nach einer groben Rechnung der Architekten mindestens 10 Millonen Euro kosten. Herrsching nimmt, ebenfalls grob gerechnet, in den nächsten 50 Jahren ungefähr 5,2 Millionen Euro an Mieten ein. In dieser Gegenüberstellung sind Instandhaltungskosten noch nicht mitgerechnet. Diese Rechnung zeigt schon, dass Wohnen in einem subventionierten Gemeindeobjekt ein Geschenk an Herrschinger ist, die keinen Vermögensberater brauchen.

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