Ein Leben für die Feuerwehr: 40 Jahre hat Thomas Bader die Uniform getragen, 18 Jahre war er als Erster Vorstand für die Funktionsfähigkeit der Breitbrunner Feuerwehr verantwortlich

Thomas Bader hinterlässt große Fußstapfen

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Der Steuermann geht von Bord: 40 Jahre lang war Thomas Bader bei der Breitbrunner Feuerwehr, 18 Jahre lang hatte er das Steuer in der Hand. Jetzt tritt Bader ins zweite Glied zurück und übergibt das Vorstandsamt an Stefan Feigl. Es waren Minuten großer Emotionalität, als Bader den Dank des Bürgermeisters, der Kreisbrandmeister und der Feuerwehr-Kameraden in der Hauptversammlung entgegennahm. Und alle 46 Mitglieder der Feuerwehr wirkten sichtlich froh, dass endlich wieder ein normales Vereinsleben möglich ist. Der erste Kommandant Florian Kleber formulierte es als Kampfansage an die Pandemie: „Aus dem Homeoffice können wir keine Häuser löschen.”

Zum Abschied gab’s nicht nur ein leises Servus, sondern auch einen Gutschein von Bürgermeister Schiller. Ex-Chef Bader konnte seine Rührung nur schwer verbergen

Im letzten Rechenschaftsbericht von Thomas Bader war viel vom Virus zu hören: Corona löste auch bei der Breitbrunner Feuerwehr eine Vollbremsung aus, weil alle Vorschriften penibel befolgt wurden. Bader: „Ich wollte schließlich nicht als Viren-Vervielfältiger auftreten.” Nicht mal die eingesammelten Christbäume sind die Männer der Feuerwehr losgeworden – ein örtlicher Unternehmer hat sie dann kollektiv entsorgt. Das Feuerwehrhaus durften die Firefighter während der rigiden Hygiene-Maßnahmen nur zu Einsätzen betreten. Auch nach Weihnachten 2021 sammelte die Feuerwehr wieder die Bäume ein, und die Bürger spendeten wieder ergiebig. „Trotzdem”, so Bader, „hat der Lockdown bei der Mannschaft etwas bewirkt. Eine Feuerwehr mit relativ wenigen Einsätzen braucht die Vereinsaktivitäten und Übungen, um den Zusammenhalt nicht zu verlieren.” Es werde eine wichtige Aufgabe des neuen Vorstandes sein, die Mannschaft wieder zu begeistern und mitzureißen.

Die nächsten Termine in der Pandemie-freien Zeit stehen nun auch fest: Vom 10. bis 12. Juni geht’s zum Maibaum-Aufstellen nach Ravina-Romagnano, am 25. Juni steigt das Sommerfest und dazwischen bereitet sich der Feuerwehr-Verein auf das Fest der Feste vor: Am 1. und 2. Juli 2023 feiert ganz Breitbrunn das 150. Jubiläum der Feuerwehr. Baders Dank galt den Vorstandskolleginnen und -kollegen Stephanie Koböck, Michaela Feigl, Florian Kleber und Stefan Feigl.

Der erste Kommandant Florian Kleber konnte von einer erfreulichen Mitgliederentwicklung berichten, der Corona offenkundig nicht geschadet hat. Nur ein Mann trat aus – weil er wegzog (Fernmitgliedschaft macht bei der Feuerwehr keinen Sinn). Die Zahl der Jugendmitglieder hat sich auf 9 erhöht, 37 Feuerwehr-Kräfte (Frauen und Männer) stehen im aktiven Dienst. In den aktiven Dienst sind Maria Dietz, Simon Hübler und Anton Demmel übernommen worden, in die Feuerwehr traten Dominik Bartenstein, Antonia Steger, Hannah Dixon und Moritz Breitenberger ein.

Ein bisschen Spaß muss sein: Kommandant Kleber (Mitte), der zweite Kommandant Müller (Treppe), der neue Vorstand Stefan Feigl,(Mitte links), Sepp Steger (Leiter First Responder) und Kreisbrandmeister Pain (rechts) freuen sich über den engagierten Einsatz der Fotoreporterin vom Starnberger Merkur

Trotz stattlicher Zahl an Aktiven hat Kommandant Kleber auch ein paar Sorgen. So sei die Einsatzbereitschaft tagsüber nicht immer gegeben. Insgesamt 7 Brandeinsätze hat die Breitbrunner Feuerwehr geleistet, mehr Einsätze hatten die Frauen und Männer von First Responder zu bewältigen.

Im Protokoll für die Einsatzjahre 20 und 22 stehen ein Brand nach einer Druckbehälterexplosion, die Beseitigung der Unwetterfolgen im Februar 2020, der Waldbrand im Rieder Wald im April 20, ein Einsatz wegen eines umgestürzten Gülleanhängers im August 20, eine Vermisstensuche im Ammersee im Juni 21, ein First Responder-Einsatz bei einem Verkehrsunfall im Oktober 21 und ein Zimmerbrand im Dezember 21.

297 Einsatzstunden hat die Breitbrunner Feuerwehr 2020 geleistet, 317 im letzten Jahr. Mit Ausbildung, Lehrgängen und Verwaltung kamen 2021 2 350 Stunden zusammen.

Immer wieder erstaunlich, dass es bei den Wahlen Kandidaten gibt, die bereit sind, zeitfressende Jobs im Vorstand der Feuerwehr zu übernehmen. Wie wichtig diese Arbeit ist, konnte man daran ablesen, dass Bürgermeister Schiller persönlich das Amt des Wahlleiters übernahm. Die Wahl des ersten Kommandanten war schnell erledigt – Florian Kleber stellte wieder zur Wahl und wurde eindruckvoll im Amt bestätigt. Mit einer klaren Zusage, das Amt zu übernehmen, überraschte der frühere Kommandant Rupert Müller. Er wurde als zweiter Kommandant gewählt.

Es gab reichlich Urkunden bei der Hauptversammlung: Philip Bittmann, Lucas Breitenberger, Simon Hirschvogel, Maximilian Lemberger, Wolfgang Nussbaum, Yannik Schandel, Florian Schumacher und Rainer Sedlmeier in der Galerie der Geehrten: Sie wurden entweder Oberfeuermänner oder hatten ihr 10. Dienstjubiläum

Im Vorstand war nach dem Rückzug von Thomas Bader also ein Job frei, und da traf es sich gut, dass der zweite Kommandant Stefan Feigl nach seiner Demission Zeit für eine neue Aufgabe hatte. Also wählten ihn die 33 wahlberechtigten Feuerwehrfrauen und -männer – zum neuen Vorstand. Feigl gab sich in seiner ersten Rede als Feuerwehr-Chef demütig: „Wenn ich das Amt nur halb so gut ausfülle wie Thomas Bader, dann bin ich ganz zufrieden.”

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