21 Minuten Lockdown an den Schranken

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Einige grüne Gemeinderäte halten das Projekt für „unterirdisch“, und genau darauf scheint es hinauszulaufen: Die Unterführung unter den Bahngleisen wird im Straßenbauamt Weilheim immer intensiver diskutiert. Bürgermeister Christian Schiller berichtete im Bauausschuss, dass die Schranken nach der Zugtakt-Erhöhung stündlich 21 Minuten geschlossen wären. Grund: Nach der Fertigstellung der zweiten Stammstrecke würde alle 10 bis 15 Minuten eine S-Bahn die Straße queren. Die Entscheidung über den Bau des Minitunnels aber liege, so Schiller, nicht bei der Gemeinde, sondern beim Straßenbauamt, sprich dem Freistaat, und bei der Bahn, sprich dem Bund.

Erste Planungen sprechen von 15 Millionen Euro Baukosten, die Bauzeit würde etwa 2 Jahre dauern. Während der Bauzeit müsste die Staatsstraße die Gleise auf einer Ausweichroute queren. Diese Umleitung würde wahrscheinlich über das gemeindeeigene Bofrost-Gelände führen. Damit wäre immerhin die Madeleine-Ruoff-Straße entlastet.

Die Schranken, so Schiller, würden der angestrebten Verkehrsberuhigung schaden. Gemeinderat Christoph Welsch (Grüne) konterte mit dem Argument, dass eine geschlossene Schranke die beste Verkehrsberuhigung sei. Das lässt Schiller allerdings nicht gelten: An verkehrsreichen Wochenendtagen im Sommer reiche der Rückstau bis zur Polizei beziehunsweise bis zur Kirche. Eine Unterführung sei für keine Gemeinde ein Schmuckstück. Man müsse aber bedenken, dass in diesem Stau auch Krankenwagen auf dem Weg zur neuen Klinik stecken bleiben würden.

Wenn Rettungswagen im Notfalleinsatz die neue Klinik an der Seefelder Straße ansteuern, könnte der Dauerstau an der Schranke zum lebensbedrohenden Problem werden

Die Kosten für Herrsching wären überschaubar: Die Gemeinde, so Schiller müsse nur die Zuleitungen zu den Fuß- und Radwegen bezahlen.

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