Guck mal, ist ja noch da: Die Künstlerin Elke Hack an ihrem Objekt, zusammen mit einem kunstsinnigen Besucher

Guck mal, was da fehlt…

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50 Schilder sollten im Herrschinger Kurpark „stutzig machen, zum Innehalten, zum Nachdenken oder zum Schmunzeln anregen”, wünschte sich Susanne Flesche. Was die Vorsitzende des Kulturkreises vergaß: Sie sollten nicht zu Klau, Kaputtmachen und Kunstschändung animieren. Die Ausstellung „guck mal”, noch nicht einmal 2 Wochen alt, ist bereits um 5 Objekte ärmer.

Es fing schon vor Ausstellungsbeginn mit dem Kunstraub an. Das Schild „Sie betreten das Wohnzimmer von Herrsching: Bitte nur mit sauberen Schuhen!” mit Fußabstreifer, installiert von der Künstlerin Marianne Schweigler, war schon weg, als Gemeinde und Kulturkreis 50 Schilder präsentieren wollten. Da waren’s nur noch 49.

Das erste Objekt, das Diebe oder Kulturbanausen entfernten, stammt von Marianne Schweigler

Wer die Arbeit, die deutschen Sauberkeitswahn auf die Schippe nimmt, entfernt hat, ist umstritten. Eine Zeugin will beobachtet haben, wie Männer vom Bauhof, die Sauber-Männer der Gemeinde das Schild entfernt hätten. Der Bauhof aber dementiert heftig, dass seine Leute nach dem Motto „Ist das Kunst, oder kann das weg” Kunstfrevel begangen haben. Also doch Vandalen, Spießer oder selbsternannte Parkwächter, die Kunst nur im goldenen Rahmen mit röhrendem Hirsch dulden?

Aber die „Bereinigung” ging weiter. Nun sind 4 weitere Schilder Opfer von Dieben, Frevlern oder Betrunkenen geworden: Die Objetke „Zu dir oder zu mir”, „Biber go home”, „Knutschzone” und das Piktogramm mit der Baum-Umarmung sind weg oder beschädigt worden.

Großen ökonomischen Wert haben die Objekte (noch) nicht – man kann sie für 50 Euro erwerben.

Die erste Störung, damals noch bei der Eröffnung durch Susanne Flesche: Ein Kurparkbesucher läuft während der Rede vor der Bühne durch und telefoniert lautstark. Dazu hatte der Mann natürlich alles Recht der Welt – der Park ist öffentlich, auch wenn er Kunst enthält.

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