Neueste Wendung in Herrschings Bankenposse: Die Gemeinde, so war aus bestens unterrichteten Kreisen zu hören, hat nun angekündigt, die offizielle, gemeindlich autorisierte Bank an der Mühlfelder Straße zu etablieren. Damit hätte die „Partisanen-Bank“, die pfiffige Bürger in der Freinacht an das Bäumchen nahe des Geschäftes „Fünfseenland Hörgeräte“ gekettet hatten, ihren Zweck erfüllt. Die Idee für das „Rentner-Bankerl“ sei, so war im Ort zu hören, von einer kreativen Stammtischrunde in der „Post“ entwickelt worden.
Wie berichtet, hatte der Gemeinderat die Parkbank im Zuge der neuen Gehweggestaltung spendiert. Das Fußgängerweg ist nun längst auf Boulevardgröße angewachsen, doch die versprochene Bank kam und kam nicht. Spötter hatten schon vermutet, die Gemeinde suche einen Spender für die Raststätte.
Damit nun die ruhebedürftigen Passanten nicht so lange auf das idyllische Verweilmöbel warten müssen, haben die Stammtischler schon mal eine Bank gebastet und dazu noch eine stylische Stehlampe mit Batterieset platziert.
Damit Fußgänger einen kürzeren Weg über die Straße haben, wurde der Gehweg letztes Jahr deutlich verbreitert. Das neue Passanten-Refugium hat übrigens 31 000 Euro gekostet, in das Pflaster hat sich ein kümmerliches Bäumchen verirrt, das mutmaßlich zu wenig Regenwasser abbekommt. Bald kann man dem Pflänzchen auf einer Bank bei den Wachstumsstörungnen zugucken. Die Bank, so der Bürgermeister, lade Seniorinnen und Behinderte zum Ausruhen ein. Spannend am Ausblick dürfte sein, wie sich Lastwagen durch die Engstelle schieben. Wenn’s einen Außenspiegelklatscher gibt, gibt’s auch einen Augenzeugen auf der Bank.
Wegen der Bank gab’s bereits eine bürgerliche Humorattacke. Ein Herrschinger berichtete, dass ein bayerischer Bürgermeister auf so einer Bank Bürgersprechstunden abhalte – niederschwellig, sozusagen. Er riet dem Herrschinger Bürgermeister, die Bank an der Mühlfelder als Rathausfiliale zu nutzen. Dieser Rat kam im Rathaus nicht so gut an.




Hat denn schon einmal jemand darüber nachgedacht, das diese Freinachtbank etwas mit Ironie zu tun haben könnte?! In einer Zeit wo man jeden Christkindlamarkt, jedes Volksfest oder andere Veranstaltungen durch LKW’s, Poller oder andere Gegenstände sichern muss, finde ich es ziemlich absurd eine Bank zum Ruhen oder Verweilen an dieser Stelle zu platzieren. Ich bin zusätzlich gespannt ab wann man den „Gehweg“ wegen der Wurzeln des in meinen Augen (nicht) perfekt platzierten Baum reparieren muss.
Das ist ja ein herrlicher Ausgang für die Herrschinger „Bankenposse“! Da haben die Stammtisch-Strategen aus der „Post“ ganze Arbeit geleistet.
Hier ist ein Entwurf für eine augenzwinkernde Anfrage der (noch) anonymen Bankaufsteller, die den Ball flach hält, aber den Humor der Aktion unterstreicht:
Betreff: Dringende Wartungsfrage zur „Übergangslösung“ Mühlfelder Straße
Servus beinand im Rathaus,
mit großer Freude (und einer Träne im Knopfloch) haben wir vernommen, dass unser bürgerschaftliches Engagement an der Mühlfelder Straße bald durch ein amtlich beglaubigtes, gemeindliches Sitzmöbel geadelt wird.
Da wir als „Partisanen-Möbelpacker“ natürlich stets um den Komfort der Herrschinger Senioren besorgt sind, drängt sich uns eine logistische Frage auf:
„Lohnt sich bei der Lampe an unserer Bank eigentlich noch ein Batteriewechsel, oder schafft das aktuelle Lichtlein den Sprung ins offizielle Rentenalter der neuen Bank gerade noch so mit dem letzten ‚Saft‘?“
Nicht, dass den Bürgern auf den letzten Metern zur neuen Raststätte noch das Licht ausgeht! Gebt uns kurz Bescheid, sonst rücken wir in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nochmal mit dem Schraubenzieher an.
Hochachtungsvoll (und bereits im Ruhestand planend),
Die anonyme Stammtisch-Baukolonne
Dann lasst uns doch den armen Baum mit einer vollen Gießkanne besuchen und auf‘m Bankal entspannen!
Auch in Breitbrunn haben wir neben den Verpflegungsautomaten am Feuerwehrparkplatz seit der Rauhnacht eine originelle Ruhebank bekommen. Dagegen ist nichts zu sagen! Ein wenig ist das wie der “ american was of life“ im Dorf. Eigentlich sagt aber der Arzt, dass es gesünder ist, sich viel zu bewegen und kein Fastfood zu essen. Vielleicht sollten wir Breitbrunner doch lieber joggen oder spazieren gehen.
Spot oder Spott – das wäre doch erstmal zu klären, bevor hier weiter gespottet wird … 😉
23. Oktober 2025 um 17:19 Uhr
…Bürgermeister Schiller sucht das unkomplizierte Gespräch mit den Bürgern auf einer Bank an einer der verkehrsreichsten Stellen in Herrsching.
Hin und wieder wird sich der parteilose „Bürgermeister für Alle“ drauf setzen.
Bürgermeister Schiller freut sich dann über Gesellschaft und interessante Gespräche….
Im Anschluss an diese zitierte Idee mit leichten Abwandlungen fiel dem Bürgermeister nichts flotteres ein, als den Herausgeber dieser Online-Zeitung nach meiner IP-Adresse zu fragen.
So geschehen 😂 … großartig, dass die Bank „einfach“ aufgestellt wurde. Und ggf. nimmt der Bürgermeister noch ganz entspannt Platz?
Wenn das mit der IP-Adresse tatsächlich stimmt, verwechselt Schiller Herrsching mit einer Autokratie.
Was der Gemeinde Herrsching samt Bürgermeister nicht gelang, diese langersehnte Bank an diesem schönen Platz aufzustellen mussten jetzt engagierte Herrschinger Bürger in der Freinacht in die Hand nehmen. Bin sehr gespannt wie dieses wunderschöne Bankerl von den Bürgern angenommen wird.