An 2 Stellen hatte sich der Fahr- und Wanderweg um 25 Zentimeter abgesenkt. Der Weg blieb aber auch in diesen Passagen gefahrlos passierbar.
2200 Sandsäcke hatte die Herrschinger Feuerwehr vorsorglich befüllt – falls der Ammersee wider Erwarten doch über die Ufer schwappen sollte.
Bereits am Dienstag früh baggerte eine heimische Straßenbaufirma die feuchte Erde neben der Teerstraße aus und befestigte den Abbruch mit Steinen. Die Teerstraße war wohl nicht unmittelbar gefährdet.
Solche Totholz-Barrieren im Kienbach könnten nach amtlicher Einschätzung Verklausungen im Ortsbereich verursachen. Wie auf dem Foto zu sehen ist, halten die toten Stämme aber auch anderes Schwemmholz auf.

Weg durchs Kiental ist „passierbar” – und trotzdem gesperrt

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„Barbara, wenn’s gfährlich wird, dann dreh ma um?” rief eine Wanderin ihrer Freundin zu. „Unbedingt”, entgegnete die und setzte ihren Marsch durchs Kiental fort. Die Straßenarbeiter hatten ihr versichert, dass man nach Andechs wandern könne. Von Murenabgängen, gefährlichen Spalten und Verwerfungen war in Deutschlands beliebtestem Bierotop nichts zu sehen, nur an 2 Stellen hatte der Wanderweg nachgegeben und war auf Teilstücken um 25 Zentimeter eingebrochen. Scherzhaft meinte ein Einheimischer, dass der Weg noch nie so sicher gewesen sei, weil keine Vollgas-Mountainbiker unterwegs sind. Amtlich ist die Wanderroute allerdings gesperrt – wer den Verlockungen des Bockbiers nicht widerstehen kann, sollte lieber den Hörndlweg nehmen. Aber wie sagte Herrschings Bürgermeister in der Bauausschuss-Sitzung: „Wir können ja am Eingang zum Kiental keine Wächter aufstellen.”

Der Geländeabbruch neben der Kientalstraße (hinter der Hausnummer 52) wird von der Firma Strobl, mit der die Gemeinde einen Rahmenvertrag geschlossen hat, bereits wieder repariert. Die Abbruchstelle neben der Teerstraße soll mit Steinen befestigt werden. Dass ein „Citybagger” von der Straße aus die völlig durchweichte Erde abgräbt, zeigt allerdings: Eine akute Gefahr für die Fahrbahn gab es wohl nicht.

Der örtliche Krisenstab, den die Kreisbehörde im Feuerwehrhaus Herrsching eingerichtet hatte, tagte in großer Besetzung auch am Dienstag (siehe auch Foto). Kreisverwaltung, Feuerwehr, Polizei und der Herrschinger Bürgermeister berieten über die notwendigen Maßnahmen vor allem für die „kritische Infrastruktur” wie die Schindlbeckklinik und gefährdete Ortsgebiete wie das Mühlfeld, (möglicherweise auch die Baustelle des Gymnasiums), die Seepromenade und die Keramikstraße. Erfahrene Herrschinger Bürger rechnen aber auch Lochschwab zu Gebieten mit gesättigten Böden. 

2 Comments

  1. Dass wir durch die Klimaerhitzung mit deutlich häufigeren und stärkeren Extremwettern rechnen müssen, ist erwiesen. Stürme, Hitzeperioden und Starkregen.
    Darum ist es die Aufgabe jeder Gemeinde, durch adäquate Resilienzmaßnahmen eine klimaangepasste Infrastruktur zu schaffen.
    Vor 1 1/2 Jahren wurde der Bürgerantrag zum Starkregenmanagement nach Schwammstadtprinzipien für Herrsching gestellt, einstimmig vom Gemeinderat angenommen und zur Bearbeitung an den Grünplaner, Herrn Narr, in den AK Umwelt gegeben.
    Passiert ist bis heute nichts, außer dem Hin- und Hergeschiebe der unerledigten Aufgabe.
    Durch eine ganzheitliche Planung nach Schwammstadtprinzipien, die Wasser-, Landnutzungs- und Umweltaspekte integriert, haben europaweit Gemeinden und Städte ihr Hochwasserproblem in den Griff bekommen:
    Durchlässige Pflastersteine, Rückhaltebecken und Zisternen. Straßenbegleitgrün, Regenwassergärten, intensiv begrünte Dächer, … um nur ein paar der Schwammstadtprinzipien zu nennen, die in Hitzeperioden und bei Starkregenereignissen die Folgen mildert.
    Der Antrag der GRÜNEN / BGH Fraktionen zur Begrünung von Flachdächern und Garagen bei Neubauten, war ein kleiner Anfang.
    Mit einem zukunftsorientierten Management im Herrschinger Rathaus wäre auch in unserem Ort ein Strukturwandel möglich.
    In Sachen Klimaschutzmanagement ist der Handlungsbedarf groß!

  2. Der Landkreis Starnberg hat heute (Mittwoch) großes Hochwasser für die bebauten Gebiete. Das ist natürlich sehr schlecht und wirft die Frage auf, ob baulich zu viel nachverdichtet wird. Wir brauchen in Herrsching und den Ortsteilen viel mehr unversiegelte Flächen.

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