Ein mächtiger Apparat an der Decke sorgt zuverlässig für frische Luft im Klassenzimmer. Die Abluft wird nach außen geleitet, frische, virenfreie Luft wird angesaugt. Die Wärme in der Abluft bleibt dank eines Wärmetauschers weitgehend erhalten

Saubere Luft im Klassenzimmer

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Das Klassenzimmer als Luftkurort: In 13 Unterrichtsräumen der Christian-Morgenstern-Schule surren jetzt Lüftungsanlagen, die das verhasste Fensteröffnen weitgehend überflüssig machen. „Die Kinder müssen jetzt nicht mehr im Wintermantel rumsitzen”, freut sich eine Lehrerin über die Frischluftanlage. Das Gerät schaltet sich automatisch ein und tauscht die Luft aus, wenn der CO2-Gehalt im Raum zu hoch wird. Der Lärm, den die Anlage verursacht, sei erträglich, meinte die Lehrerin. Allerdings spüre man einen leisen Luftzug im Klassenzimmer.

Die 13 Anlagen haben 330 000 Euro gekostet,263 000 Euro davon übernimmt der Freistaat Bayern. Das Ingenieurbüro Linsmeier hatte in einem Gutachten festgestellt, dass in 16 Klassenräumen in der Christian-Morgenstern-Grund- und Mittelschule eine virologisch sinnvolle Stoßlüftung nicht in ausreichendem Maße möglich sei – sprich, die Fenster lassen sich in diesen Räumen nur einen Spalt weit öffnen. Daraufhin hatte der Gemeinderat beschlossen, diese Räume mit sogenannten „raumlufttechnischen Anlagen” auszustatten. Bei diesen „dezentralen” Geräten wird die Luft in den Klassenzimmern bis zu 6 Mal vollständig ausgetauscht – verbrauchte Luft verfrachtet die Anlage nach draußen und saugt frische, unverbrauchte und Corona-Viren-freie Außenluft an. Lehrerinnen, Lehrer und Kinder werden also automatisch und ohne Fensteröffnung „an die frische Luft gesetzt”.

Ein Messgerät im Zimmer zeigt den Kohlendioxidgehalt im Raum an

Die Anlagen sorgen nicht nur für kontinuierlichen Luftaustausch, sondern retten auch einen Teil der Wärme in der Abluft: Gemeinderat Florian Lübeck, der vom Gemeinderat als Kümmerer für dieses Projekt eingesetzt wurde, lobte den Energiespar-Effekt: „Durch einen Wärmetausch werden bis zu 90 Prozent der Energie erhalten.”

In einer Untersuchung hatten Wissenschaftler ermittelt, dass in Räumen mit diesen Luftaustausch-Anlagen die CO2-Grenzwerte nur um 4,6 Prozent der Unterrichtstage überschritten worden seien.

Über die Ausstattung der Gemeinde-eigenen Schule wurde im Gemeinderat erbittert gestritten. Jetzt blickt die Schulleitung dank dieser Investitionen einer möglichen Corona-Welle im Herbst und Winter entspannter entgegen.

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