Alle 4 Fenster am Breitbrunner Kircherl St. Johannes der Täufer wurden mit Steinen beschädigt

Nemed dem Haftrichter vorgeführt

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„Nemed aus Kurdistan“ wird jetzt wohl für eine Zeitlang auf sein selbstgewähltes Kirchenasyl verzichten zu müssen: Der Asylbewerber hatte im März und April im Eingangsbereich des Breitbrunner Kircherls St. Johannes der Täufer genächtigt, weil er aus der Breitbrunner Flüchtlings-Unterkunft geflogen war. Am letzten Freitag war der nach eigenen Angaben aus Kurdistan stammende Mann dem Haftrichter vorgeführt worden, weil er dem Vernehmen nach 4 Kirchenfenster mit Steinen beschädigt hatte.

Der Leiter der Herrschinger Polizeiinspektion, Erster Polizeihauptkommissar Winfried Naßl, teilte herrsching.online mit, dass aus polizeitaktischen Gründen keine Berichterstattung über den Vorgang erfolgt sei. Naßl: „Durch die wiederholte Tatbegehung des Täters wurden weitere Folgemaßnahmen durchgeführt, die letztendlich zur Festnahme des Täters mit anschließender Haftbefehlsbeantragung und Inhaftierung führten.“

Ein beschädigtes Butzenscheiben-Fenster an der Nordseite der Kirche

Wie herrsching.online bei der Besichtigung des Schadens feststellte, sind alle 4 Fenster kleinflächlich beschädigt worden. Bei den Butzenscheiben sieht man mehrere Einschläge. Vermutlich lassen sich die einzelnen Segmente aber wieder einzeln herstellen. Die Steine stammen aus einer Nische im Eingangsbereich.

Der etwa 31 Jahre alte ehemalige Landarbeiter war im Asylbewerber-Heim in Breitbrunn rausgeflogen, weil er sich, so sagten es Breitbrunner Asylhelferinnen, „einiges zu Schulden hatte kommen lassen“. Er sollte dann nach Wolfratshausen verlegt werden. Nemed büchste aus und schlug sein Nachtlager im Eingang der Kirche aus dem 13. Jahrhundert auf. Seine Wäsche wusch er im Friedhofstrog und hängte sie, so empörte Breitbrunner, über die Grabsteine zum Trocknen aus. Breitbrunner Bürger brachten ihm in Sorge um sein Wohlergehen sogar Essen vorbei. Das allerdings lehnte er ab, vielleicht aus Stolz, vielleicht aus Misstrauen. Man wolle ihn vergiften, teilte er Breitbrunnern Bürgern mit. Als die Nächte dann bitterlich kalt wurden und das Thermometer bei 5 Grad Minus eingefroren war, machten sich Einwohner Sorgen um Nemed. Er wurde in den Wohnwürfel neben der Kirche einquartiert und irgendwann von der Polizei nach Wolfratshausen gebracht.

Großen Wert legte Nemed darauf, dass er kein Moslem sei. Der Mann irrte oft im Dorf umher, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Diese Auftritte lösten zwar bei manchen Dorfbewohnern dunkle Ängste aus, aber der Asylbewerber trat bisher niemals aggressiv auf oder gab Anlass zu Sorgen. Dass er nun das Kircherl – aus diffusen Rachegelüsten heraus? – beschädigte, verwundert Einheimische, die Mitleid mit dem anscheinend verwirrten Mann hatten.

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